E009 - Tina Schlingmann, EOS: Im Ernstfall? Drucken!

E009 - Tina Schlingmann, EOS: Im Ernstfall? Drucken!

vor 1 Monat
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Beschreibung

vor 1 Monat

Dr. Tina Schlingmann ist Market Engagement Officer EMEA bei EOS,
einem Pionier des industriellen 3D-Drucks. Im Gespräch geht es um
Werkstoffwahl, digitale Ersatzteillager, den richtigen
Einstiegspunkt für AM in der Serie und warum flexible Produktion
verteidigungspolitisch relevant ist.


Über den Gast


Dr.-Ing. Tina Schlingmann ist promovierte
Materialwissenschaftlerin der TU Berlin. Sie begann ihre Karriere
bei Otto Fuchs KG mit der Entwicklung von Aluminiumlegierungen
für die Luftfahrt und brachte später additive Fertigung ins
Unternehmen. Bei der Deutschen Bahn baute sie das digitale
Ersatzteillager mit auf. Seit 2021 ist sie bei EOS, seit Oktober
2025 als Market Engagement Officer EMEA. In dieser Rolle
erschließt sie neue Märkte, baut Netzwerke und vertritt AM in
politischen Kontexten europaweit.


Zentrale Themen und Erkenntnisse


Tinas Weg in die AM war kein gerader. Ein Innovationsteam bei
Otto Fuchs und der Auftrag, disruptive Technologien zu scouten,
brachten sie erstmals in Kontakt mit der Technologie. Seither ist
sie dageblieben.


EOS wurde 1989 von Hans Langer gegründet und ist heute der
einzige verbliebene große deutsche AM-Systemhersteller. Concept
Laser gehört inzwischen zu GE, SLM Solutions zu Nikon. Als
familiengeführtes deutsches Unternehmen spielt die Herkunft
gerade in sicherheits- und verteidigungsrelevanten Branchen eine
wachsende Rolle.


Kundengespräche bei EOS beginnen immer mit der Applikation, nie
mit dem Gerät. Wer AM direkt mit Fräsen oder Spritzguss
vergleicht, schließt den Möglichkeitsraum der Technologie
vorzeitig. Der Business Case entscheidet, wann eine
Serieninvestition sinnvoll ist. Bis dahin ist der Weg zum
Dienstleister oft klüger als der Kauf einer eigenen Anlage.


Als unterschätzte Werkstoffklasse nennt Tina magnetische
Materialien: Kunststoffe mit metallischen Partikeln und
Metallbauteile mit gezieltem Magnetgradienten eröffnen
Möglichkeiten, die die Branche noch kaum adressiert.


Das digitale Ersatzteillager der Deutschen Bahn zeigt: Der erste
Schritt ist, Teile überhaupt als druckbar zu klassifizieren,
lange bevor sie gebraucht werden. Und wer AM-Systeme in der
Produktion verankert, gewinnt Flexibilität. Starre
Fertigungsstraßen sind im Ernstfall nicht umrüstbar. Industrielle
3D-Drucker schon.


Links


Bastian auf
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bastiangaedike/


Tina auf
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/tina-schlingmann/ 


EOS: https://www.eos.info 


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