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Beschreibung
vor 1 Monat
Stephan Knopf, Mitgründer von Endless Industries, erklärt, wie
sein Team Carbonfaser-3D-Druck vom Universitätskeller in die
Serienproduktion trägt. Thema sind Druckkopf, Material, Software
und der Mut zur Ehrlichkeit im Markt.
Über den Gast
Stephan Knopf ist Co-Founder und CEO von Endless Industries GmbH,
einem Spin-off der TU Berlin mit Produktion in Berlin-Kreuzberg.
Das Unternehmen entwickelt patentierte Druckköpfe, stellt eigene
Endlosfaser-Materialien her und bietet die Faserpfad-Software
Akio an. Stephan studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der TU
Berlin und lernte die Carbonfaser-Verarbeitung im
Formula-Student-Team FaSTTUBe, wo er auch seinen Mitgründer
Matthias kennenlernte.
Zentrale Themen und Erkenntnisse
Endless Industries stellt keine eigenen Drucker her. Das Team
integriert seinen patentierten Druckkopf in Partnermaschinen: den
Prusa XL für den Einstieg und den BigRep für industrielle
Großbauteile mit beheizter Kammer. Druckkopf, Material und
Akio-Software bilden dabei ein geschlossenes Stack auf offener
Plattform. Alle drei Komponenten werden in Berlin-Kreuzberg
entwickelt und produziert.
Im Gegensatz zu normalem FDM-Druck legt der
Endless-Industries-Druckkopf während des Druckens endlose
Kohlefaserstränge in das Bauteil ein. Das Ergebnis sind Teile mit
deutlich höherer Zugfestigkeit und Steifigkeit in Faserrichtung.
Weil die Faser nicht in engen Kurven geführt werden kann,
übernimmt die Akio-Software die Faserpfad-Planung.
Im Bereich Orthopädie-Technik ersetzt das System aufwändig
handlaminierte Carbonfaser-Bauteile. Ein Betatest läuft aktuell
mit zwölf Maschinen in Sanitätshäusern, erste Prototypen stehen
kurz vor dem Patienteneinsatz. Stephan zieht dabei eine direkte
Verbindung zu Folge 3 mit Lais Kriwat, der als Vorreiter gilt, da
er die Orthopädie-Technik konsequent vom Scan bis zum fertigen
Produkt denkt.
Als überraschenden Anwendungsfall schildert Stephan großformatige
Siebe für die Abwasserreinigung. Statt Stahlsieben kommen
carbonfaserverstärkte PETG-Bauteile zum Einsatz:
korrosionsbeständig, leichter zu fertigen und unter hoher
Wasserbelastung dauerfest, weil die eingebetteten Fasern
Spannungsspitzen abfangen.
Stephan und Bastian diskutieren ausführlich, wie überzogene
Versprechen der Branche Kunden verbrannt haben. Als Beispiele
nennen sie den Niedergang von Desktop Metal und den Verkauf von
Markforged an Stratasys für wenige Millionen. Endless Industries
setzt dem eine klare Maxime entgegen: kein System ohne
nachgewiesene Anwendung. Die wichtigste Kennzahl ist nicht die
Zahl verkaufter Maschinen, sondern der Materialnachkauf. Als
persönlichen Meilenstein nennt Stephan die erste verkaufte Tonne
Material an Kunden, die es wirklich brauchen.
Links
Endless Industries: https://endless.industries/
Stephan Knopf auf Linkedin:
https://www.linkedin.com/in/stephan-knopf-77810a111/?locale=de
Bastian Gaedike auf
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bastiangaedike/
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