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Beschreibung
vor 2 Wochen
Du erzählst jemandem von einem schwierigen Moment und bekommst
statt Verständnis eine Lösung vorgeschlagen. Du wolltest nicht
repariert werden. Du wolltest verstanden werden. Warum misslingt
genau das so oft, obwohl beide Seiten es wollen? Und was kannst
du konkret tun, damit es gelingt, für dich und für andere?
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Was du mitnehmen kannst
In dieser Folge erfährst du:
· Warum echtes Verstehen scheitert, obwohl niemand schuld ist,
und welche drei psychologischen Mechanismen dabei eine Rolle
spielen
· Was in dir passiert, wenn du dich nicht verstanden fühlst,
neurobiologisch und emotional
· Warum Verstandenwerden kein Wunsch ist, sondern ein
Grundbedürfnis, und warum es sich manchmal fast lebensnotwendig
anfühlt
· Wie du aktiv dazu beiträgst, selbst besser verstanden zu
werden, mit drei konkreten Werkzeugen
· Wie du anderen das Gefühl gibst, wirklich gehört zu werden,
darunter ein einziger Satz, der Gespräche transformiert
Episodenbeschreibung
Du hast jemandem etwas Wichtiges erzählt und bist mit dem Gefühl
rausgegangen: Ich wurde nicht wirklich verstanden. Kein Vorwurf,
keine böse Absicht. Und trotzdem tut es weh. Dieses stille
Missverständnis ist eine der häufigsten Quellen von Enttäuschung
in Beziehungen.
In dieser Folge schauen wir uns an, warum Verstehen so oft
scheitert, obwohl beide Seiten es wollen: durch den
Perspective-Taking Gap, die unsichtbaren Annahmen, die wir nie
aussprechen; durch den Egocentric Default, das unbewusste Filtern
durch die eigene Brille; und durch den Lösungsimpuls, der das
eigentliche Verstehen überspringt.
Und wir schauen uns an, warum Verstandenwerden so tief sitzt: Es
berührt fundamentale Grundbedürfnisse nach Zugehörigkeit, nach
dem Gefühl wichtig zu sein, und nach der Gewissheit, mit der
eigenen Sicht nicht alleine zu stehen.
Du verlässt diese Folge mit konkreten Werkzeugen: wie du klärst,
was du brauchst und wie du es kommunizierst. Wie du von der
Verhaltensebene auf die Bedürfnisebene wechselst. Und wie du mit
einem einzigen Satz Gespräche öffnest.
Timestamps
00:00 Intro
00:44 Worum es heute geht: Das stille Missverständnis in
Beziehungen
03:26 Warum echtes Verstehen scheitert, obwohl wir es wollen
09:29 Was passiert in uns, wenn wir uns nicht verstanden fühlen
13:35 Warum Verstandenwerden so fundamental ist
19:57 Was du tun kannst, um selbst besser verstanden zu werden
26:31 Wie du anderen das Gefühl gibst, wirklich verstanden zu
werden
33:32 Zusammenfassung
35:50 Reflexion
38:38 Abschluss
Der Gedanke dieser Episode
Verstanden werden zu wollen, ohne es zu sagen, ist wie ein
Geschenk zu erwarten, ohne zu sagen, was du dir wünschst.
Mein Gedanke dazu
Ich kenne das aus meinen eigenen Beziehungen. Ich erzähle von
einem schwierigen Moment und bekomme eine Lösung. Gut gemeint,
aber an meinem Bedürfnis vorbei. Was ich konkret mitnehme: das
Gespräch vorher zu framen, zu sagen was ich brauche, bevor der
andere in seinen eigenen Modus schaltet. Das ist keine Kritik.
Das ist Klarheit.
Was passiert bei dir, wenn du dich nicht verstanden fühlst?
Ziehst du dich zurück? Wirst du lauter? Und gibt es jemanden in
deinem Leben, von dem du dich besonders verstanden fühlst? Was
macht diese Person anders?
Schreib mir das gerne in die Kommentare. Wenn du jemanden kennst,
für den diese Folge gerade wichtig sein könnte, schick sie
weiter. Manchmal ist das schon ein Akt des Verstehens.
Bewerte Perfectly Human auf Apple Podcasts und Spotify. Das hilft
enorm, damit mehr Menschen den Podcast finden.
Forschung & Konzepte
Perspective-Taking Gap: Epley, N., Keysar, B., Van Boven, L.,
& Gilovich, T. (2004). Perspective taking as egocentric
anchoring and adjustment. Journal of Personality and Social
Psychology, 87(3), 327–339.
Egocentric Default: Nickerson, R. S. (1999). How we know and
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Lösungsimpuls und soziale Unterstützung: Burleson, B. R. (2003).
Emotional support skills. In J. O. Greene & B. R. Burleson
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(pp. 551–594). Lawrence Erlbaum.
Social Pain: Eisenberger, N. I., Lieberman, M. D., &
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I., & Lieberman, M. D. (2004). Why rejection hurts: A common
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Emotionale Invalidation: Linehan, M. M. (1993).
Cognitive-behavioral treatment of borderline personality
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Psychologische Reaktanz: Brehm, S. S., & Brehm, J. W. (1981).
Psychological reactance: A theory of freedom and control.
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Need to Belong: Baumeister, R. F., & Leary, M. R. (1995). The
need to belong: Desire for interpersonal attachments as a
fundamental human motivation. Psychological Bulletin, 117(3),
497–529.
Mattering: Elliott, G. C., Kao, S., & Grant, A.-M. (2004).
Mattering: Empirical validation of a social-psychological
concept. Self and Identity, 3(4), 339–354.
Shared Reality: Echterhoff, G., Higgins, E. T., & Levine, J.
M. (2009). Shared reality: Experiencing commonality with others’
inner states about the world. Perspectives on Psychological
Science, 4(5), 496–521.
Soziale Belohnung im Gehirn: Lieberman, M. D. (2013). Social: Why
our brains are wired to connect. Crown Publishers.
Bedürfnisebene vs. Verhaltensebene: Rosenberg, M. B. (2003).
Nonviolent communication: A language of life. PuddleDancer Press.
Aktives Zuhören: Rogers, C. R. (1951). Client-centered therapy.
Houghton Mifflin.
Kognitive Empathie: Davis, M. H. (1983). Measuring individual
differences in empathy: Evidence for a multidimensional approach.
Journal of Personality and Social Psychology, 44(1), 113–126.
„Erzähl mir mehr”: Murphy, K. (2020). You’re not listening: What
you’re missing and why it matters. Celadon Books.
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