Podcast
Podcaster
On the way to new mobility: Katja Diehl spricht alle 14 Tage mit Gästen über Mobilität statt Verkehr, Diversität, New Work, Inklusion, kindergerechte Stadt und das Mobilisieren auf dem Land.
Beschreibung
vor 2 Tagen
Aus diesem Moment - aus dieser seltenen Begegnung von Schmerz und
Dialog - ist dieses Gespräch und eine neue Allianz entstanden. Denn
Radfahrende wollen sicher fahren können - und Lkw-Fahrende
niemanden gefährden. Ich spreche mit Michael Garbe, Inhaber eines
der größten Hamburger Transportunternehmen, und Leo Strohm,
ehrenamtlicher Vorstand des ADFC Hamburg. Zwei Männer, zwei Welten,
aber ein gemeinsames Ziel: Dass niemand mehr sterben muss. Warum
kommt ein Spediteur zu einer Mahnwache für getötete Radfahrende?
Michael Garbe sagt es klar: „Das kann nicht angehen, dass wir
einmal im Monat eine Mahnwache haben.“ Für ihn ist das kein
politisches Statement, sondern eine Frage der täglichen Arbeit. Er
kennt seine Fahrer*innen. Er fährt selbst Lkw. Und er weiß: Crashes
mit teilweise tödlichem Ausgang gehen an niemandem spurlos vorbei.
Daher setzen sich viele in der Branche dafür ein, dass beide Seiten
sicherer werden - durch kraftvolle politische Maßnahmen und
gegenseitiges Verständnis. Garbe und seine Kollegen waren auch zum
Gedenken gekommen, weil sie wissen, dass Technik allein nicht
reicht. Sein Unternehmen hat freiwillig neben dem vorgeschriebenen
Abbiegeassistenten inzwischen alle Lkw mit Kameras nachgerüstet.
„Der Assistent, das ist nur ein Piepton.“ Technologie hilft, aber
sie ersetzt nicht, zu sehen und gesehen zu werden. Leo Strohm
beschreibt, was dieser Moment der Begegnung mit ihm gemacht hat. Es
geht nicht um Vorwürfe, es geht um Erkenntnis. „Ohne Dialog, ohne
aufeinander Zugehen wird eine Verbesserung für beide Seiten nicht
funktionieren.“ Es ist kein Geheimnis, dass
Rechtsabbieger-Situationen, wo Lkw und Rad gemeinsam in die
Kreuzung geschickt werden, die größte Gefahr für Radfahrende sind.
Das zeigen auch die drei Toten in Hamburg. Wo bleibt die Politik?
Beide Sprecher kritisieren sehr deutlich, was fehlt: Politische
Konsequenz. Leo Strohm hält der Hamburger Politik vor, dass Vision
Zero - also das Ziel von null Verkehrstoten - „eine sehr
untergeordnete Rolle spielt“. Was er stattdessen sieht? „Nur
Lippenbekenntnisse.“ Maßnahmen werden diskutiert, aber nicht
durchgesetzt. Infrastruktur wird versprochen, aber nicht gebaut.
Und währenddessen sterben Menschen. Michael Garbe ergänzt aus der
Praxis: Spätestens mit den eBikes haben sich neue Verhältnisse auf
der Straße gebildet, die eine stärkere Trennung von Rad- und
Pkw-/Lkw-Verkehr notwendig machen. Der Blick in den Spiegel ist
nicht derselbe, wenn sich Geschwindigkeiten ändern. Kameras sind
gut. Schulungen sind wichtig. Aber am Ende entscheidet die
Gestaltung der Begegnungszonen, ob tödliche Konflikte ermöglicht
werden. Perspektivwechsel als Überlebensstrategie Am Ende dieses
Gesprächs steht keine Schuldzuweisung, sondern ein Aufruf zum
Perspektivwechsel. Michael Garbe wünscht sich: „Dass sich jeder
Radfahrende mal in einen Lkw setzt.“ Einfach mal ein Gefühl dafür
entwickeln, wie die Welt vom "Bock aus" wahrgenommen wird. Hier
einigen sich beide schnell, dass sie dazu einladen werden, auch
damit sich die, die immer als Feind*innen gelesen werden,
Radfahrende und Lkw-Fahrer*innen, eine starke Allianz gemeinsamer
Interessen bilden - anstatt sich von der Politik, aber auch der
Gesellschaft gegeneinander ausspielen zu lassen. Leo Strohm fährt
viel Rad, sehr aktiv auch im Kontakt mit seinen Mitmenschen. „Auf
der anderen Seite, im Auto, sitzen Menschen. Ich grüße - und ich
kriege meistens einen netten Gruß zurück.“ Genau darum geht es.
Nicht um Feindbilder. Nicht um „Lkw gegen Rad“. Sondern um die
Erkenntnis: Wir teilen die Straße. Wir teilen das Risiko. Und wir
teilen die Verantwortung dafür, dass alle sicher nach Hause kommen.
Dialog - ist dieses Gespräch und eine neue Allianz entstanden. Denn
Radfahrende wollen sicher fahren können - und Lkw-Fahrende
niemanden gefährden. Ich spreche mit Michael Garbe, Inhaber eines
der größten Hamburger Transportunternehmen, und Leo Strohm,
ehrenamtlicher Vorstand des ADFC Hamburg. Zwei Männer, zwei Welten,
aber ein gemeinsames Ziel: Dass niemand mehr sterben muss. Warum
kommt ein Spediteur zu einer Mahnwache für getötete Radfahrende?
Michael Garbe sagt es klar: „Das kann nicht angehen, dass wir
einmal im Monat eine Mahnwache haben.“ Für ihn ist das kein
politisches Statement, sondern eine Frage der täglichen Arbeit. Er
kennt seine Fahrer*innen. Er fährt selbst Lkw. Und er weiß: Crashes
mit teilweise tödlichem Ausgang gehen an niemandem spurlos vorbei.
Daher setzen sich viele in der Branche dafür ein, dass beide Seiten
sicherer werden - durch kraftvolle politische Maßnahmen und
gegenseitiges Verständnis. Garbe und seine Kollegen waren auch zum
Gedenken gekommen, weil sie wissen, dass Technik allein nicht
reicht. Sein Unternehmen hat freiwillig neben dem vorgeschriebenen
Abbiegeassistenten inzwischen alle Lkw mit Kameras nachgerüstet.
„Der Assistent, das ist nur ein Piepton.“ Technologie hilft, aber
sie ersetzt nicht, zu sehen und gesehen zu werden. Leo Strohm
beschreibt, was dieser Moment der Begegnung mit ihm gemacht hat. Es
geht nicht um Vorwürfe, es geht um Erkenntnis. „Ohne Dialog, ohne
aufeinander Zugehen wird eine Verbesserung für beide Seiten nicht
funktionieren.“ Es ist kein Geheimnis, dass
Rechtsabbieger-Situationen, wo Lkw und Rad gemeinsam in die
Kreuzung geschickt werden, die größte Gefahr für Radfahrende sind.
Das zeigen auch die drei Toten in Hamburg. Wo bleibt die Politik?
Beide Sprecher kritisieren sehr deutlich, was fehlt: Politische
Konsequenz. Leo Strohm hält der Hamburger Politik vor, dass Vision
Zero - also das Ziel von null Verkehrstoten - „eine sehr
untergeordnete Rolle spielt“. Was er stattdessen sieht? „Nur
Lippenbekenntnisse.“ Maßnahmen werden diskutiert, aber nicht
durchgesetzt. Infrastruktur wird versprochen, aber nicht gebaut.
Und währenddessen sterben Menschen. Michael Garbe ergänzt aus der
Praxis: Spätestens mit den eBikes haben sich neue Verhältnisse auf
der Straße gebildet, die eine stärkere Trennung von Rad- und
Pkw-/Lkw-Verkehr notwendig machen. Der Blick in den Spiegel ist
nicht derselbe, wenn sich Geschwindigkeiten ändern. Kameras sind
gut. Schulungen sind wichtig. Aber am Ende entscheidet die
Gestaltung der Begegnungszonen, ob tödliche Konflikte ermöglicht
werden. Perspektivwechsel als Überlebensstrategie Am Ende dieses
Gesprächs steht keine Schuldzuweisung, sondern ein Aufruf zum
Perspektivwechsel. Michael Garbe wünscht sich: „Dass sich jeder
Radfahrende mal in einen Lkw setzt.“ Einfach mal ein Gefühl dafür
entwickeln, wie die Welt vom "Bock aus" wahrgenommen wird. Hier
einigen sich beide schnell, dass sie dazu einladen werden, auch
damit sich die, die immer als Feind*innen gelesen werden,
Radfahrende und Lkw-Fahrer*innen, eine starke Allianz gemeinsamer
Interessen bilden - anstatt sich von der Politik, aber auch der
Gesellschaft gegeneinander ausspielen zu lassen. Leo Strohm fährt
viel Rad, sehr aktiv auch im Kontakt mit seinen Mitmenschen. „Auf
der anderen Seite, im Auto, sitzen Menschen. Ich grüße - und ich
kriege meistens einen netten Gruß zurück.“ Genau darum geht es.
Nicht um Feindbilder. Nicht um „Lkw gegen Rad“. Sondern um die
Erkenntnis: Wir teilen die Straße. Wir teilen das Risiko. Und wir
teilen die Verantwortung dafür, dass alle sicher nach Hause kommen.
Weitere Episoden
56 Minuten
vor 4 Wochen
31 Minuten
vor 1 Monat
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.