she drives mobility
On the way to new mobility: Katja Diehl spricht alle 14 Tage mit Gästen über Mobilität statt Verkehr, Diversität, New Work, Inklusion, kindergerechte Stadt und das Mobilisieren auf dem Land.
Podcaster
Episoden
22.02.2026
1 Minute
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des Supports findest du hier. Veronika Bohrn Mena ist Mitgründerin
der gemeinnützigen Stiftung Comun in Österreich. Sie kommt aus der
Gewerkschaftsarbeit, war Arbeitsmarktexpertin – und wurde
irgendwann, wie so viele, nicht mehr als Expertin bezeichnet,
sondern als Aktivistin. Was das bedeutet, wenn die FPÖ allein in
einem Jahr 14 parlamentarische Anfragen über dich und deine
Organisation stellt, dein Kindergartenkind zeitweise polizeilich
geschützt werden muss und du abends nicht mehr allein U-Bahn fährst
– das erzählt sie in diesem Gespräch mit einer Offenheit, die mich
beeindruckt und berührt hat. Christina Deckwirth arbeitet bei
LobbyControl im Berliner Büro und hat die Angriffswellen auf NGOs
und Zivilgesellschaft über Jahre hinweg dokumentiert. Ihr Dreiklang
aus Desinformation, Diffamierung und De-Funding beschreibt präzise,
wie diese Kampagnen funktionieren – und wie sie sich von Brüssel
über Deutschland ziehen, koordiniert, mit denselben Akteuren,
denselben Begriffen, demselben Ziel. Wir reden in dieser Folge
über: Wie rechte Netzwerke aus Medien wie Nius, Express oder der
Welt, Propaganda-Plattformen und politischen Akteuren
zusammenspielen Was es bedeutet, wenn Morddrohungen zur Normalität
werden – und warum Bagatellisieren von außen so verletzend ist
Warum Frauen überproportional im Fadenkreuz stehen Was es kostet,
sich juristisch zu wehren – und wer sich das leisten kann Was der
Unterschied zwischen Deutschland und Österreich ist, wenn es um
Demokratieförderung und rechtliche Klarheit geht Und woher wir
trotz allem Zuversicht schöpfen Was mich an diesem Gespräch
besonders bewegt hat: Es geht nicht nur um uns, die wir öffentlich
sind. Es geht um den Kindergartenverein, der sich nicht mehr traut,
beim Stadtfest ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Um
die kleine Initiative, die Angst hat, ihre Gemeinnützigkeit zu
verlieren. Um all die Menschen, die schweigen, weil sie einfach
nicht die Ressourcen haben, sich zu wehren. Demokratie braucht
Menschen, die sich einmischen. Und die brauchen Schutz, Solidarität
– und manchmal auch einfach ein paar Euro.
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08.02.2026
30 Minuten
Part of the She Drives Mobility Academy This conversation has been
available as a video in the She Drives Mobility Academy one week in
advance. The first half of this podcast episode is freely available
to all listeners, while the final 28 minutes are exclusive to
Academy subscribers. This episode is sponsored by myclimate. If
your company's interested in working together, just give me a
shout! In this thought-provoking conversation, I sit down with
Mikael Colville-Andersen, Danish urban designer, CEO of
Copenhagenize Design Company, and one of the world's most
influential voices for human-centered urban planning. Mikael has
dedicated over two decades to the endeavour of enhancing urban
environments, his oeuvre is predicated on the notion that social
transformation is catalysed by community cohesion. We explore the
contradictions and possibilities of mobility transformation (in
Germany), the power of local action over national politics, and the
potential of urbanism as a form of medicine, especially in times of
crisis. Germany's Mobility Paradox Mikael offers a surprising
diagnosis: Despite the fact that the narrative places significant
emphasis on Germany as "Autoland," an alternative interpretation of
the data is possible. Germany is positioned fourth globally in
terms of cycling modal share, surpassed only by the Netherlands,
Denmark, and Japan, and outperforming the majority of the world.
Cities such as Berlin have a cycling modal share of 25%, while
Munich, a prominent centre within the automotive industry, has
nearly 20%, and Münster has achieved a rate of 35%. Mikael
highlights the irony: "In the major automotive nations, citizens
assert: I am more intelligent, and therefore I will take my
bicycle." In automotive strongholds, rational citizens are opting
for pragmatic solutions, namely bicycles and public transport, due
to their superior functionality. A frequently absent element in
such analyses is the consideration of the political will. National
Politics vs. Municipal Action In response to the issue of recent
political shifts, such as the conservative governments that have
been observed to roll back bicycle infrastructure in cities like
Berlin, Mikael proposes a crucial distinction: national politics
and municipal politics often fail to align. He places particular
emphasis on the notion that authentic change occurs at the local
level. "I don't care as much about what happens nationally. I focus
on what I can influence in my neighborhood, on my street, with
people I can talk to in this very well-functioning democracy we
have." Subscriber-Exclusive Content Pragmatism, Punk, and the
Politics of Anger Available only to She Drives Mobility Academy
subscribers Mikael discusses the tension between civil political
discourse and the urgency of climate action. He acknowledges the
value of anger: "It's totally fine to be angry. It's totally fine
to be in your face." But he also emphasizes that nothing will
change unless it is changed. Electric cars aren't the
solution—they're just a new profit model for the automotive
industry (replacing cars every 3 years instead of 12). "We don't
need different cars, we need fewer cars. It's shocking that we
still have to say this." Bikes for Ukraine: Urbanism as Medicine
Mikael shares the story behind of "Bikes for Ukraine," a project of
him that has facilitated the delivery of over 1,300 used bicycles
from European cities to Ukraine. These bicycles, far from being
luxurious or performance-oriented, are utilitarian in nature. They
are equipped with baskets and racks, and are employed by social
workers and volunteers to deliver essential goods, including food,
water, and medicine, to the most vulnerable members of society. "I
love the poetry of a simple used bicycle from Berlin or Copenhagen
changing lives in Ukraine every single day."
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25.01.2026
45 Minuten
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des Supports findest du hier. Stefan Heimlich war elf Jahre
Vorsitzender des Auto Club Europa (ACE), davor
Gewerkschaftssekretär und in leitenden Funktionen bei Europäischen
und Internationalen Transportarbeiterföderationen. Heute ist er
unabhängiger Berater für Mobilitätspolitik – mit klarem Fokus auf
das Gemeinwohl statt einzelner Lobbyinteressen und engagiert sich
ehrenamtlich als Sprecher der AG Verkehr und Mobilität des
Managerkreis e. V.. Die Cash Cow ist weg Stefan analysiert das
deutsche Dilemma der Autoindustrie nüchtern und historisch
fundiert. Jahrzehntelang ruhte das deutsche Geschäftsmodell auf
zwei Standbeinen: billige Energie aus russischem Gas und vor allem
der chinesische Absatzmarkt als größte Cash Cow. Dort wurde mit
Premium-Produkten so viel Geld verdient, dass man sich niedrigere
Produktivität und höhere Kosten in Deutschland leisten konnte. Die
Transformation? Unnötig, solange Energie günstig und das Geld aus
China floss. Dann kam 2012 Tesla mit einer sportlichen Limousine –
und plötzlich war das, was süddeutsche Autobauer immer für sich
reklamierten, nämlich "Freude am Fahren", elektrisch möglich. Der
Gamechanger war da, aber die deutsche Industrie reagierte zu
langsam. Stefan erinnert an eine ZDF-Dokumentation von 2014 mit dem
Titel "Fährt die deutsche Autoindustrie gegen die Wand?" Im
Internet zu finden und immer noch aktuell. Seine Einordnung ist
deutlich: "All das, was wir heute jammern seit einem Jahr oder seit
zwei Jahren und wo angeblich Rot-Grün schuld sei, war damals schon
auf der Agenda zu tiefsten Merkels Zeiten." Deutschland hat einfach
weiter vor sich hingelebt, das Wirtschaftsmodell genossen und
gedacht, es würde ewig so weitergehen. Leadership heißt:
Dringlichkeit UND Notwendigkeit erklären Was in dieser Krise fehlt,
ist echte Führung – in Unternehmen wie in der Politik. Stefan
formuliert präzise, was Leadership ausmacht: Es braucht zwei
Antworten. Erstens die Dringlichkeit: Warum jetzt? Warum können wir
nicht noch fünf Jahre warten? Und zweitens die Notwendigkeit: Warum
dem Grunde nach? Warum muss sich überhaupt etwas ändern? "Wenn ich
darauf keine begründete, wissensbasierte, faktenbasierte Erzählung
habe, kann ich eine Veränderung in einem Unternehmen nicht
herbeiführen." Am Beispiel Oliver Blume, CEO von VW und Porsche,
macht Stefan klar, woran es mangelt. Die Aufgabe eines Leaders sei
es, das Unternehmen vor die Welle zu kriegen – vor die Welle des
technologischen Wandels, des verschärften Wettbewerbs, der
CO2-Reduktion. Wer das nicht schafft, ist kein Leader, sondern ein
Manager des Niedergangs. Symbolpolitik statt Gesamterzählung Die
deutsche Politik versagt auf ähnliche Weise. Statt einer kohärenten
Gesamtstrategie erleben wir, wie Stefan es nennt, reine
Symbolpolitik. Einzelne Lobbygruppen werden bedient,
Aufmerksamkeitsmomente in sozialen Medien abgegriffen, aber es gibt
keine Erzählung, die über den nächsten Wahlzyklus hinausgeht.
Stefan zitiert den früheren Bundespräsidenten Walter Scheel:
„Aufgabe der Politik ist nicht, das Populäre zu tun. Aufgabe ist
es, das Richtige zu tun und populär zu machen."
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11.01.2026
54 Minuten
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dich gern unter backoffice@katja-diehl.de! Susanne Risch, seit 26
Jahren bei brandeins, gibt offen zu: "Als wir gelernt haben, wie
komplex das System Mobilität im öffentlichen Schienenverkehr
eigentlich gemanagt wird – wenn du dir die Zahlen anguckst, wie
viele Aufgabenträger, wie viele Verkehrsverbünde, wie viele
regionale, lokale und sonstige Betreiber es gibt: Es ist eigentlich
ein Wunder, dass überhaupt irgendwo in diesem Land irgendetwas
fährt." Philipp Kühn von der Deutschen Bahn, der die Initiative
Zukunft Nahverkehr verantwortet, kennt diese Komplexität natürlich.
Aber auch für ihn war die Zusammenarbeit mit brandeins eine
Entdeckungsreise. Der Impuls für die ganze Initiative kam, als der
damalige Kanzler Scholz zu einem Mobilitätsgipfel lud. Auf den
Abschlussfotos: sechs Herren von Automobilkonzernen und ein Kollege
vom Fahrradverband. Öffentliche Mobilität? Fehlte komplett. "Da
kann man aber keinem zum Vorwurf machen, weil wir dezentral
organisiert sind und es lokale Verantwortlichkeiten gibt. Aber es
gibt einfach einen Mangel an übergreifender Sichtbarkeit des
Themas", erklärt Philipp. Die Autoindustrie macht seit Jahrzehnten
erfolgreich Lobbyarbeit. Der ÖPNV hat das nie systematisch gelernt
– oder konnte es aufgrund seiner föderalen Struktur nicht. Das
Spannende an der Kooperation: brandeins arbeitet journalistisch
unabhängig Susanne betont: "In diesem speziellen Fall war es
tatsächlich so, dass es an keiner einzigen Stelle auch nur den
Hauch des Versuchs einer Einflussnahme gab, etwas zugunsten von
ÖPNV oder Schiene oder zu Ungunsten von Auto zu kuratieren.
Wirklich nicht ansatzweise." Was dabei herauskam, ist ein Report
voller überraschender Zahlen. Philipp nennt eine, die ihm besonders
im Gedächtnis blieb: "60 Prozent wissen nicht, dass ÖPNV zur
staatlichen Daseinsvorsorge gehört. Und mehr als die Hälfte weiß
überhaupt nicht, wie der ÖPNV finanziert wird." Das muss man sich
mal auf der Zunge zergehen lassen. Wir diskutieren ständig über
Verkehrswende, aber die Grundlagen sind vielen Menschen gar nicht
klar. Noch absurder wird es bei den Widersprüchen, die die
repräsentative Umfrage zutage brachte. Susanne lacht, als sie davon
erzählt: "62 Prozent wünschen sich, dass die Innenstädte autofrei
werden und sind gleichzeitig große Fans und sagen, wir können auf
gar keinen Fall aufs Auto verzichten. Wir hatten vorgehabt, eine
Seite zu machen mit nur solchen Widersprüchlichkeiten – haben wir
aufgegeben, weil es gibt zu viele." Am Ende unseres Gesprächs
landet Susanne bei einem Gedanken, der eigentlich banal klingt,
aber offenbar schwer umzusetzen ist: "Das sind manchmal
Minischritte und es sind vielleicht auch größere Schritte und es
hat was mit Geld zu tun, jawohl. Aber es hat schon vor allen Dingen
damit zu tun, dass wir aufhören, immer wieder mit dem Finger auf
die anderen zu zeigen, weil die bescheuert und blöd sind. Sondern
ja, den ersten Schritt macht jeder für sich selbst." Vielleicht ist
das der eigentliche Wert solcher Reports. Nicht die pädagogische
Belehrung, sondern Fakten, die einen ins Nachdenken bringen.
Küchenzurufgeschichten, wie Susanne sie nennt. Zahlen, die man mit
ins Büro nimmt, an den Abendbrottisch, in die Diskussion mit
Freunden. Die einen vielleicht dazu bringen, einen Moment
innezuhalten und zu fragen: Moment mal, warum mache ich das
eigentlich so?
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28.12.2025
50 Minuten
Irrational geliebt: Wenn Kunst und Film das Auto dekonstruieren.
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