Ösophagusbreischluck

Ösophagusbreischluck

vor 1 Tag
18 Minuten
0
0 0

Beschreibung

vor 1 Tag

Thema der Folge


Der Ösophagusbreischluck ist eine kontrastmittelgestützte
Durchleuchtungsuntersuchung der Speiseröhre. Sein besonderer
Wert: Er zeigt nicht nur die Anatomie, sondern den Schluckakt in
Echtzeit – also Form, Oberfläche und Funktion.





Merksatz


Der Ösophagusbreischluck zeigt:


• Form


• Oberfläche


• Funktion





Typische Indikationen





• Hiatushernie, v. a. axiale Hiatushernie


• Divertikel, besonders Zenker-Divertikel


• Fisteln


• Stenosen: benigne oder maligne


• Anastomoseninsuffizienz, Ruptur, Perforation


• Motilitätsstörungen


• postoperative Kontrolle, z. B. nach Fundoplicatio





️ Ganz wichtig: Kontrastmittelwahl


Bei Verdacht auf Perforation:


• kein Bariumsulfat


• stattdessen iodhaltiges, wasserlösliches Kontrastmittel





Grund:


Austretendes Barium kann schwere Komplikationen verursachen, z.
B. Mediastinitis, Peritonitis oder Pneumonie.





🫁 Typische Befunde


Achalasie


• distale funktionelle Engstelle


• proximale Dilatation


• verzögerte Passage


• typische „Sektglasform“





Diffuser Ösophagusspasmus


• unkoordinierte simultane Kontraktionen


• „Korkenzieherösophagus“


• klinisch oft Dysphagie + retrosternale Schmerzen





Hyperkontraktiler Ösophagus / Nussknackerösophagus


• sehr hohe Druckamplituden


• lange Kontraktionen


• eher retrosternale Schmerzen als Dysphagie


• weitere Diagnostik meist mit Manometrie





Karzinomverdacht


• unregelmäßige Kontur


• asymmetrische Stenose


• proximale Aufweitung


• endoskopische Abklärung obligat





Zenker-Divertikel


• kontrastgefüllte Aussackung im oberen Ösophagus


• klinisch oft Dysphagie, Regurgitation, Husten, Aspiration





🩺 Diagnostische Einordnung





Der Breischluck ergänzt die Diagnostik, ersetzt aber nicht die
Endoskopie.





Besonders wichtig bei:


• Dysphagie


• Gewichtsverlust


• Blutungszeichen


• suspekten Konturveränderungen





Immer an Karzinomausschluss denken.





️ Ablauf der Untersuchung


• Schlucken von bariumhaltigem oder iodhaltigem Kontrastmittel


• Durchleuchtung in Echtzeit


• häufig in mehreren Projektionen





Beurteilt werden:


• Passage


• Kontur


• Weite


• Motilität





Kontraindikationen / Vorsicht


• Schwangerschaft


• ausgeprägte Schluckstörung mit Aspirationsgefahr





Indikation immer individuell abwägen.





Therapiehinweise bei Motilitätsstörungen


Mögliche Optionen:


• Nifedipin


• Nitroglycerin


• teils Botulinumtoxin


• ggf. Antidepressiva zur Schmerzmodulation





Wichtig:


• Hypotonie, Schwindel, Kopfschmerzen beachten


• Nitroglycerin nicht zusammen mit PDE-5-Hemmern


• bei retrosternalen Schmerzen zuerst kardiale Ursache
ausschließen





Klinische Orientierung bei Dysphagie





• feste Nahrung zuerst betroffen eher mechanische Ursache


• feste und flüssige Nahrung von Beginn an eher
Motilitätsstörung


• Regurgitation, Husten, Aspiration an Divertikel denken


• progrediente Beschwerden, Gewichtsverlust, Blutungszeichen
Malignom ausschließen





Die 3 Kernpunkte der Folge





• Der Ösophagusbreischluck ist die funktionelle
Echtzeituntersuchung der Speiseröhre.


• Besonders hilfreich bei Motilitätsstörungen, Divertikeln,
Stenosen und Leckagen.


• Bei Perforationsverdacht niemals Barium, sondern iodhaltiges
Kontrastmittel.
15
15
Episode teilen
Ösophagusbreischluck
Ösophagusbreischluck

Close