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Beschreibung
vor 1 Tag
Thema der Folge
Der Ösophagusbreischluck ist eine kontrastmittelgestützte
Durchleuchtungsuntersuchung der Speiseröhre. Sein besonderer
Wert: Er zeigt nicht nur die Anatomie, sondern den Schluckakt in
Echtzeit – also Form, Oberfläche und Funktion.
Merksatz
Der Ösophagusbreischluck zeigt:
• Form
• Oberfläche
• Funktion
Typische Indikationen
• Hiatushernie, v. a. axiale Hiatushernie
• Divertikel, besonders Zenker-Divertikel
• Fisteln
• Stenosen: benigne oder maligne
• Anastomoseninsuffizienz, Ruptur, Perforation
• Motilitätsstörungen
• postoperative Kontrolle, z. B. nach Fundoplicatio
️ Ganz wichtig: Kontrastmittelwahl
Bei Verdacht auf Perforation:
• kein Bariumsulfat
• stattdessen iodhaltiges, wasserlösliches Kontrastmittel
Grund:
Austretendes Barium kann schwere Komplikationen verursachen, z.
B. Mediastinitis, Peritonitis oder Pneumonie.
🫁 Typische Befunde
Achalasie
• distale funktionelle Engstelle
• proximale Dilatation
• verzögerte Passage
• typische „Sektglasform“
Diffuser Ösophagusspasmus
• unkoordinierte simultane Kontraktionen
• „Korkenzieherösophagus“
• klinisch oft Dysphagie + retrosternale Schmerzen
Hyperkontraktiler Ösophagus / Nussknackerösophagus
• sehr hohe Druckamplituden
• lange Kontraktionen
• eher retrosternale Schmerzen als Dysphagie
• weitere Diagnostik meist mit Manometrie
Karzinomverdacht
• unregelmäßige Kontur
• asymmetrische Stenose
• proximale Aufweitung
• endoskopische Abklärung obligat
Zenker-Divertikel
• kontrastgefüllte Aussackung im oberen Ösophagus
• klinisch oft Dysphagie, Regurgitation, Husten, Aspiration
🩺 Diagnostische Einordnung
Der Breischluck ergänzt die Diagnostik, ersetzt aber nicht die
Endoskopie.
Besonders wichtig bei:
• Dysphagie
• Gewichtsverlust
• Blutungszeichen
• suspekten Konturveränderungen
Immer an Karzinomausschluss denken.
️ Ablauf der Untersuchung
• Schlucken von bariumhaltigem oder iodhaltigem Kontrastmittel
• Durchleuchtung in Echtzeit
• häufig in mehreren Projektionen
Beurteilt werden:
• Passage
• Kontur
• Weite
• Motilität
Kontraindikationen / Vorsicht
• Schwangerschaft
• ausgeprägte Schluckstörung mit Aspirationsgefahr
Indikation immer individuell abwägen.
Therapiehinweise bei Motilitätsstörungen
Mögliche Optionen:
• Nifedipin
• Nitroglycerin
• teils Botulinumtoxin
• ggf. Antidepressiva zur Schmerzmodulation
Wichtig:
• Hypotonie, Schwindel, Kopfschmerzen beachten
• Nitroglycerin nicht zusammen mit PDE-5-Hemmern
• bei retrosternalen Schmerzen zuerst kardiale Ursache
ausschließen
Klinische Orientierung bei Dysphagie
• feste Nahrung zuerst betroffen eher mechanische Ursache
• feste und flüssige Nahrung von Beginn an eher
Motilitätsstörung
• Regurgitation, Husten, Aspiration an Divertikel denken
• progrediente Beschwerden, Gewichtsverlust, Blutungszeichen
Malignom ausschließen
Die 3 Kernpunkte der Folge
• Der Ösophagusbreischluck ist die funktionelle
Echtzeituntersuchung der Speiseröhre.
• Besonders hilfreich bei Motilitätsstörungen, Divertikeln,
Stenosen und Leckagen.
• Bei Perforationsverdacht niemals Barium, sondern iodhaltiges
Kontrastmittel.
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