Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 2 Tagen
Nicht nur Ärzt:innen schlagen wegen des GKV-Spargesetzes
beziehungsweise des Beitragsstabilisierungsgesetzes Alarm. Auch
die Heilmittelerbringer – von der Physiotherapie über die
Ergotherapie bis zur Logopädie – sehen die Versorgung durch die
geplanten Maßnahmen massiv gefährdet.
Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser Folge von „5
Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“
mit Christine Donner, geschäftsführendem Vorstand des
Bundesverbands der Ergotherapeut:innen, und Tobias Niklas,
Landesvorsitzendem sowie stellvertretendem Bundesvorsitzenden des
Verbands für Physiotherapie (VPT e.V.).
Christine erläutert zunächst die Aufgaben der Ergotherapie. Im
Mittelpunkt steht dabei, Menschen dabei zu unterstützen,
möglichst selbstständig zu bleiben und ein Leben in der eigenen
Häuslichkeit zu ermöglichen. Die geplanten Einschnitte bewertet
sie kritisch: Aus ihrer Sicht drohen längere Wartezeiten, höhere
Zuzahlungen und spürbare Verschlechterungen in der Versorgung.
Besonders problematisch ist, dass Gesundheit und Einkommen eng
miteinander verknüpft sind. Schon heute gibt es viele Menschen,
die Schwierigkeiten haben, die Zuzahlungen für Heilmittel
aufzubringen.
Auch in der Physiotherapie sind die Belastungsgrenzen längst
erreicht. Tobias berichtet von Behandlungszeiten von 15 bis 20
Minuten, in denen zusätzlich Dokumentation sowie Vor- und
Nachbereitung stattfinden müssen. Gleichzeitig sei die
wirtschaftliche Situation vieler Praxen schwieriger geworden, da
die Vergütung mit den allgemeinen Kostensteigerungen nicht
Schritt gehalten habe.
Ein weiteres Problem sehen beide in der zunehmenden
Ambulantisierung. Immer mehr Patient:innen werden früher aus dem
Krankenhaus entlassen und benötigen anschließend zeitnah
Heilmittel. Die dafür notwendigen Kapazitäten wurden jedoch
politisch nicht mitgeplant. Tobias fordert deshalb keine
Einzelmaßnahmen mehr, sondern eine grundlegende
Gesundheitsreform.
Auch die politischen Ziele rund um Prävention und die Vermeidung
von Pflegebedürftigkeit werden diskutiert. Laura weist darauf
hin, dass sich diese Ziele kaum erreichen lassen, wenn
gleichzeitig bei den Heilmittelerbringern gespart wird. Christine
bestätigt, dass der Zusammenhang zwischen Heilmitteln und der
Vermeidung von Pflegebedürftigkeit in politischen Entscheidungen
häufig unterschätzt werde.
Besonders kritisch blickt sie auf die aktuelle Legislaturperiode.
Aus ihrer Sicht kommen Beteiligung und fachlicher Austausch
deutlich zu kurz. Dabei verweist sie auf eine Zahl, die den
volkswirtschaftlichen Nutzen des Gesundheitswesens verdeutlicht:
Investitionen in die Versorgung der Versicherten wirken sich
unmittelbar positiv auf die Gesamtwirtschaft aus.
Vor diesem Hintergrund denken immer mehr Praxen darüber nach, ihr
Angebot stärker auf Selbstzahlerleistungen auszurichten. Gerade
in der Physiotherapie werde dieser Trend zunehmen, weil
wirtschaftliches Arbeiten im regulären Kassensystem zunehmend
schwieriger werde.
Auch der Fachkräftemangel bleibt ein zentrales Thema. Beide sind
sich einig, dass die Entwicklung seit Jahren absehbar war.
Während die Ärzteschaft teilweise von Zuwanderung profitiert,
fehlt es bei den Heilmittelerbringern an wirksamen Maßnahmen, um
die Berufe attraktiver zu machen. Tobias verweist darauf, dass
Beschäftigte im Sozialversicherungsbereich teilweise deutlich
höhere Gehälter erhalten als Physiotherapeut:innen.
Hinzu kommen strukturelle Probleme in der Ausbildung. Lange
mussten angehende Physio- und Ergotherapeut:innen ihre Ausbildung
sogar selbst finanzieren. Viele angekündigte Reformen wurden zwar
diskutiert, aber nicht umgesetzt. Unklar bleibt zudem, wie der
Übergang von der Schulgeldfreiheit zu einer vergüteten Ausbildung
gestaltet werden soll.
Laura betont, dass die Wertschätzung von Aus- und Weiterbildung
eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Als Beispiel nennt sie
die Lymphdrainage: Obwohl Physiotherapeut:innen diese bereits in
ihrer Ausbildung erlernen, dürfen sie die Leistung erst nach
einer zusätzlichen und aufwendigen Weiterbildung abrechnen.
Christine kritisiert außerdem den Einfluss der Kostenträger auf
politische Entscheidungen. Einerseits werde auf steigende
Ausgaben verwiesen, andererseits wolle man Leistungen begrenzen –
obwohl eine alternde Gesellschaft zwangsläufig einen höheren
Versorgungsbedarf mit sich bringt. Aus ihrer Sicht müssten die
Kostenträger stärker Rechenschaft über ihre Entscheidungen
ablegen.
Am Ende sind sich alle drei einig: Das Gesundheitssystem braucht
eine echte Strukturreform. Fachleute müssen stärker in
Entscheidungsprozesse eingebunden werden, die Vergütung muss
verbessert werden und die Probleme der Versorgung dürfen nicht
länger ignoriert werden.
Zum VPT: https://www.vpt.de
Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790
Zur Communtiy für PAs und PCM:
https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships
Folg Laura auch hier:
LinkedIn:
https://www.linkedin.com/in/dr-laura-dalhaus-mahm-5470b597/
Instagram: https://www.instagram.com/lauradalhaus/
TikTok: https://www.tiktok.com/@laura.dalhaus
Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus
Unterstütz die Mission:
https://www.paypal.com/paypalme/podcast5minus
oder
https://buymeacoffee.com/lauradalhaus
Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
Weitere Episoden
51 Minuten
vor 1 Woche
59 Minuten
vor 2 Wochen
51 Minuten
vor 3 Wochen
1 Stunde 17 Minuten
vor 4 Wochen
1 Stunde 2 Minuten
vor 1 Monat
Abonnenten
stockach
Regensburg
Affing
Vorra
Leipzig
Oberndorf
46325
Berlin
Radegast
Nordstrand
Lockstedt
Bingen am Rhein
Magdeburg
Erding
Dortmund
Bonn
Aachen
Hannover
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.