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  4. Wir sparen an der Zukunft - Psychotherapie für Kinder und Jugendliche | Katja Udolph
Wie sieht die aktuelle Lage der Psychotherapie aus, in Anbetracht
des GKV-Stabilisierungsgesetzes? Darüber spricht Dr. Laura
Dalhaus in dieser Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem
verfehlt das Klassenziel“ mit der Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapeutin Katja Udolph. Diese engagiert sich
aktiv gegen die geplanten Einschnitte und vertritt eine
Bundestagspetition im Petitionsausschuss.

Im Mittelpunkt steht die Sorge, dass ausgerechnet ein ohnehin
überlasteter Versorgungsbereich finanziell geschwächt werden
soll. Nach einer bereits beschlossenen Kürzung
psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 Prozent drohen durch
weitere Regelungen zusätzliche Einschränkungen. Katja macht
deutlich, dass dies nicht nur die wirtschaftliche Situation von
Praxen verschärft, sondern langfristig auch die Versorgung von
Patient:innen gefährden kann. Steigende Kosten für Personal,
Miete, Energie und Verwaltung treffen auf ein System, das
gleichzeitig weniger finanzielle Spielräume bietet.

Besonders kritisch sehen beide die Situation von Kindern und
Jugendlichen. Schon heute sind die Wartezeiten auf einen
Therapieplatz vielerorts enorm. Wenn junge Menschen Monate oder
sogar Jahre auf Unterstützung warten müssen, gehen wichtige
Entwicklungsphasen verloren. Psychische Erkrankungen in jungen
Jahren beeinflussen häufig den weiteren Bildungsweg, die
Berufsperspektiven und die gesellschaftliche Teilhabe. Für Laura
und Katja ist deshalb klar: Jeder nicht behandelte Fall kann
langfristig hohe persönliche und gesellschaftliche Folgekosten
verursachen.

Auch die Reform der Psychotherapeutenausbildung wird kritisch
beleuchtet. Katja berichtet, dass Pädagog:innen früher über einen
alternativen Weg Zugang zur Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapie hatten. Mit der Neustrukturierung der
Ausbildung ist dieser Weg weitgehend weggefallen. Dadurch
verliert die Versorgung aus ihrer Sicht eine Berufsgruppe, die
gerade im Umgang mit Kindern und Jugendlichen wertvolle
Kompetenzen mitbringt. Die ursprüngliche Reformidee sei zwar
sinnvoll gewesen, müsse aber an einigen Stellen dringend
nachgebessert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bedarfsplanung. Derzeit werden
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen gemeinsam mit
Psychotherapeut:innen für Erwachsene erfasst. Das führt dazu,
dass Regionen offiziell als ausreichend versorgt gelten, obwohl
für junge Patient:innen tatsächlich ein erheblicher Mangel
besteht. Katja plädiert deshalb für eine eigenständige
Bedarfsplanung, die den tatsächlichen Versorgungsbedarf von
Kindern und Jugendlichen abbildet.

Die beiden sprechen außerdem über die Realität im Praxisalltag.
Überlastete Strukturen, Personalmangel und organisatorische
Hürden erschweren die Arbeit zunehmend. Katja schildert Probleme
mit der Terminservicestelle, über die teilweise sogar Erwachsene
auf Termine von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen
vermittelt werden. Gleichzeitig erleben Hausärzt:innen und
Psychotherapeut:innen täglich Menschen mit dringendem
Behandlungsbedarf, für die es oft keine zeitnahe Lösung gibt.

Auch das Verhältnis zwischen den verschiedenen Fachgruppen wird
thematisiert. Laura kritisiert, dass der zunehmende
Verteilungskampf um begrenzte Ressourcen die Zusammenarbeit
erschwert. Statt gegeneinander um Budgets zu konkurrieren,
müssten ambulante Leistungserbringer gemeinsam für bessere
Rahmenbedingungen eintreten.

Beim Thema Primärarztsystem vertreten die beiden differenzierte
Positionen. Während Laura die Vorteile einer besseren Steuerung
von Patient:innen betont, weist Katja darauf hin, dass psychische
Erkrankungen besondere diagnostische und therapeutische Zugänge
erfordern. Die psychotherapeutische Sprechstunde erfülle bereits
heute eine wichtige Lotsenfunktion und ermögliche eine gezielte
Einschätzung des individuellen Hilfebedarfs.

Zum Abschluss richtet sich der Blick auf die politische Ebene.
Katja berichtet von ihrem Engagement als „Frau in Orange“ und
ihrem Ziel, psychischen Erkrankungen mehr öffentliche
Aufmerksamkeit zu verschaffen. Gemeinsam appellieren beide an die
Politik, die ambulante Versorgung nicht weiter zu schwächen. Eine
funktionierende Psychotherapie sei kein Luxus, sondern eine
zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe,
Bildungschancen und langfristige Gesundheit.

Zur Bundestagspetition:
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2026/_03/_22/Petition_196912.html

Zur Website von Katja: www.diefrauinorange.de

Zum Kurs für PAs und PCM: https://bryght.social/shop/790

Zur Communtiy für PAs und PCM:
https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships

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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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