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Episoden
07.01.2026
1 Stunde 7 Minuten
Wie steht es um die Aus- und Weiterbildung in Krankenhäusern? Was
können wir gegen den Fachkräftemangel machen und lohnt sich
Berufspolitik überhaupt?
Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus
– Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Dr. Susanne
Johna, der Vorsitzenden des Marburger Bunds.
Dieser vertritt vorwiegend die Belange von angestellten
Ärzt:innen und somit auch einem Großteil der
Krankenhausärzt:innen.
Susanne Johna hat gerade bei einer Anhörung im Bundestag darüber
gesprochen, dass in manchen Fächern die Weiterbildungsstellen
verloren gehen. Ein weiteres Problem ist die Bürokratie:
Angestellte Ärzt:innen müssen sich immer wieder neu von der
Rentenversicherungspflicht befreien lassen, wenn sie den Job
wechseln – ein unnötiger Akt.
Als Hausärzt:in ist man immer sehr pragmatisch, sonst würde man
den Alltag nicht schaffen, fehlenden Pragmatismus kann Laura
deswegen gar nicht nachvollziehen.
Auch Bereitschaftsdienste und Arbeitszeiterfassung sind ein
großes Thema.
Mit den Unikliniken gibt es jetzt einen Tarifvertrag, dass
Arbeitszeiterfassung elektronisch sein muss, aber ein Teil der
Kliniken macht das nicht. Auch die Bundesregierung will
flexiblere Arbeitszeiten, da stellt sich aber die Frage: Was
bedeutet überhaupt flexibel?
Laura wird richtig wütend, wenn über steigende Behandlungsfehler
gesprochen wird, gleichzeitig werden auch die Arbeitsbedingungen
immer schlechter.
Susanne Johna sagt dazu einen starken Satz: Nicht die Menschen
sind das Risiko im System, sondern die Menschen sind der
Sicherheitsfaktor im System.
In der Folge mit Eli Inhester hat Laura herausgefunden, dass
viele Bereitschaftsdienste nur zu 60% bezahlt werden, wie
selbstverständlich wird aber durchgearbeitet.
Susanne erklärt, dass man das nicht akzeptieren muss. Allerdings
sind dann die Grenzen zum Schichtdienst fließend.
Die beiden diskutieren auch über die Krankenhaus-Reform, durch
die beispielsweise die spezialisierte Kinderheilkunde
verschwindet. Dies ist ein systematisches Problem.
Bei der Definition von Leistungsgruppen entsteht auch die Frage,
wie viel Personal man benötigt. Dieses Personal muss allerdings
auch ausgebildet werden.
In anderen Ländern gibt es explizite Weiterbildungsstellen. Denn
man kann Menschen in Ausbildung nicht als Vollzeitstellen rechnen
– schließlich müssen sie noch lernen.
Medizin ist unfassbar hierarchisch. Es kommen immer wieder Fälle
ans Licht zum Thema Machtmissbrauch und schlechte Führungskultur.
Auch Sexismus und Rassismus, sowie Homophobie sind hier Themen.
Schockierend ist, dass Dinge gesagt werden, von denen man gehofft
hat, dass sie nicht mal mehr gedacht werden.
Junge Kolleg:innen kehren so dem System den Rücken. Beide sind
aber überzeugt: Wir brauchen multikulturelle und junge Teams!
Ein weiteres Thema ist eine fehlende Gleichbehandlung bei den
Geschlechtern. Das Medizinstudium ist sehr weiblich, trotzdem
sind die meisten Chefärzte männlich.
Die beiden diskutieren auch über fehlende Kinderbetreuung. Das
Thema ist einfach nicht gut gelöst in Deutschland.
Selbst wenn wir jetzt mehr Studienplätze für Medizin haben, die
Menschen aber dann nicht im System halten können, hilft das auch
nicht.
Susanne ist als Berufspolitikerin sehr engagiert, sie erklärt,
dass man sich oft mit den kleinen Schritten anfreunden und
manchmal auch verstehen muss, dass man Schlimmeres verhindert
hätte.
Laura ist teilweise resigniert, denn die Vorschläge aus der
Ärzteschaft sind wissenschaftlich begründet – trotzdem passiert
nichts. Ein Beispiel ist der Paragraph 218.
Dr. Johna wünscht sich von der Bundesgesundheitsministerin Frau
Warken besonders eine Stärkung des Bereichs Prävention. Das wird
sich rechnen – nicht in einer Legislaturperiode – aber
langfristig.
Sparen...
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31.12.2025
49 Minuten
Eigentlich wollte Laura eine Rückblickfolge machen. Doch der
GKV-Spitzenverband hat ein 77-Seiten-Pamphlet aufgelegt und
deswegen spricht Laura über die Aufgaben, welche die
Bundesgesundheitsministerin und ihre Finanzkommission Gesundheit
in 2026 mitnimmt.
Zuerst gibt’s aber noch ein paar Neuigkeiten aus dem System:
Wenn Patient:innen den Rettungsdienst alarmieren, müssen sie
einen Eigenanteil zahlen, wenn sie einen Krankenwagen brauchen.
Findet keiner cool, aber keiner will’s sonst zahlen.
Jeder vierte junge Mensch fühlt sich psychisch belastet, das hat
Quentin Gärtner auch schonmal betont. Die Pandemie hat bei vielen
Kindern und Jugendlichen psychische Beeinträchtigungen
hinterlassen, gleichzeitig finden sie jetzt keinen Therapieplatz.
Therapeutische Wundprodukte fallen jetzt auch wieder aus der
Erstattung.
Auch beim Thema Impfempfehlungen herrscht die Bürokratie vor.
Jede Schutzimpfungsrichtlinie muss erst durch den Gemeinsamen
Bundesausschuss freigegeben werden und dann gibt es noch
Verhandlungen auf Bundesebene. Die Impfung gegen Meningokokken B
wird auch noch nicht von der GKV übernommen.
Die Kassen haben derweil eine Digitalisierungsstrategie
vorgelegt, diese wollen jetzt die Patient:innen steuern. Damit
ist auch die Sicherstellung verbunden – dann gibt Laura ihre
Kassenzulassung zurück. Es ist grotesk, dass der
GKV-Spitzenverband sich als freundliche Versorgungshilfe
inszeniert.
Wenn wir langfristig die Kosten senken wollen im
Gesundheitssystem, dann müssen wir auf Prävention setzen, doch
die Politik unternimmt zu wenig.
Ohne Mut zur Strukturreform wird’s nicht gehen. Sonst könnten
Beiträge zur Krankenversicherung bald die Rente übersteigen.
Kommen wir zurück zu den vorgestellten Maßnahmen des
GKV-Spitzenverbands.
Ein Irrsinn ist ein Fahr- und Notdienst gleichzeitig zu den
Öffnungszeiten der Praxen. Auch Telemedizin soll 24h pro Tag
erreichbar sein.
Zunächst gab es eine Kommission Pflege, die Politik scheint zu
hoffen, dass diese Kommissionen ihre Arbeit machen. Sogar die
Kassen sind davon überzeugt.
Die SPD will den Eigenanteil deckeln, die Union hält das nicht
für finanzierbar, die CDU will eine private Zusatzversicherung,
das hält die SPD für unsolidarisch.
Warken hofft auf mehr Facharzttermine durch Ergebnisse der
Expertenkommission, in der übrigens niemand aus der ambulanten
Medizin drinsitzt. Jetzt ist auch mal aufgefallen, dass 13% der
Termine im fachärztlichen Versorgungsbereich ohne Bezahlung
stattfinden.
Die Schuld wird sich mal wieder hin- und hergeschoben von den
Parteien.
Stabile Beitragssätze sind 2026 kaum zu halten laut GKV
Spitzenverband. Der Vermittlungsausschuss hat aber keine Einigung
erzielt.
Auch der Pharmasektor bleibt ein Problem, wir geben mehr für
Medikamente aus als für die gesamte ambulante, ärztliche
Versorgung. Die Pharma-Industrie soll ihren Beitrag leisten, das
will aber die SPD nicht – in Rheinland-Pfalz sind halt nächstes
Jahr Wahlen.
Es wird also heiß diskutiert, ob die Pharma-Branche mitwirken
soll oder nicht.
Die Krankenkassen wollen, dass Heil- und Hilfsmittel nur noch per
Festbetrag erstattet werden sollen und die Verpflichtung zur
hausarztzentrierten Versorgung beenden. Doch die sorgt für viel
bessere Versorgung.
Laura ist davon überzeugt, dass die Zukunft der Versorgung in
einem Primärarztsystem liegt, dafür brauchen wir Physician
Assistants und Primary Care Manager.
Zum Schluss gibt es noch ein wichtiges Thema: Herr Streeck,
eigentlich Drogenbeauftragter der Bundesregierung, hat sich zur
Medizin am Lebensende geäußert. Das war das falsche Medium, ABER:
Wir müssen uns darum kümmern.
Es gibt keine Regelung über Medizin am Lebensende, gleichzeitig
gibt es Menschen, die möchten ihr Leben vorzeitig beenden. Und
wir werden als Solidargemeinschaft nicht mehr in der Lage sein,
alle Behandlungen zu...
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24.12.2025
57 Minuten
Immer mehr Menschen sind auf Pflege angewiesen und die meisten
wollen dabei in der Häuslichkeit bleiben. Doch wie ist das
umsetzbar?
Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus
– Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Christian
Matzka, der einen ambulanten Pflegedienst und ein ambulant
betreutes Wohnen führt.
Er schaut eher pessimistisch auf das Gesundheitssystem, so
wirklich will sich die Politik da ja nicht rantrauen. Sein
eigener Antrieb ist, dass er sich an die Gegebenheiten anpasst,
wenn er die Rahmenbedingungen schon nicht anpassen kann.
Die Leistung in der Pflege wird in einen Minutenwert gepresst,
gleichzeitig sind die Pflegedienste völlig ausgelastet. Nicht
alle finden einen Pflegedienst, wenn sie ihn brauchen.
Viele können sich Pflege auch nicht leisten, weil der Pflegegrad
die notwendige Unterstützung nicht abdeckt. Christian sieht zudem
das Problem, dass wir insgesamt unter einer schärferen
Kostensituation leiden. Er selbst versucht an allen Ecken Kosten
einzusparen, um die Patient:innen nicht zu stark zu belasten.
Ein Problem in der Versorgung sind auch die Wege: Pflegekräfte
sitzen viel im Auto und können in der Zeit nicht versorgen.
Laura und Christian befürchten beide, dass Pflege bald ein
Luxusgut wird.
Christian möchte auch gerne Investitionen machen, beispielsweise
in KI, um eine Arbeitserleichterung für Mitarbeitende zu
schaffen. Investitionen sind jedoch nicht so einfach, weil die
Refinanzierung über die Kassen schwieriger wird – obwohl
Christian ein Unternehmer ist und so handeln muss, hat er nicht
die gleichen Rechte wie in der freien Wirtschaft. Dazu gehört
auch das Marketing, um neue Mitarbeitende zu generieren.
Öffentliche Aufklärung ist dringend notwendig. Immer mehr
Menschen sind allein im Alter, dadurch wird ambulante Pflege
natürlich umso wichtiger. Auch aus Kostengründen sollten wir als
Gesellschaft alles dafür tun, dass Menschen möglichst lange
zuhause versorgt werden können.
Die beiden sprechen auch über die Aus-, Fort- und
Weiterbildungssituation in Pflege und Medizin. Christian ist
überzeugt: Pflege ist ein cooler Job!
Man muss als Pflegedienstleitung aber auch die richtigen
Rahmenbedingungen schaffen: Gute Einarbeitung, gutes
Arbeitsklima. Auch ein gutes Gehalt ist natürlich wichtig.
Die Politik braucht jetzt den Mut, Dinge umzusetzen. Denn genug
Geld ist im System, da ist Laura von überzeugt. Sie erzählt, dass
beispielsweise Frankreich die Inlandsflüge verboten hat, um das
Klima zu schützen. So eine Umsetzungspragmatik bräuchte unser
Gesundheitssystem auch!
Doch was ist die Lösung?
Laura findet es wichtig, Öffentlichkeitsarbeit zu machen und
aufzuklären. Vorsorge innerhalb der Familie ist wichtig.
Es kommt für fast alle irgendwann der Punkt, an dem wir Pflege
benötigen und wenn wir dann nicht vorbereitet sind, dann entsteht
erstmal große Überforderung.
Sprecht darüber.
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17.12.2025
47 Minuten
Wie ist es, jeden Tag in einem OP zu arbeiten?
Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus
– Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Elisabeth
Inhester, kurz Eli.
Sie ist OTA, das ist kurz für operativtechnische Assistentin,
früher wurde das OP-Schwester genannt.
Als OTA arbeitet man ausschließlich im OP. Früher hat man hierfür
zunächst eine Krankenpflegeausbildung gemacht, mittlerweile gibt
es direkt eine Ausbildung, die sich auf den OP bezieht.
Ganz wichtig: OTA ist kein Pflegeberuf!
Im OP ist man sowohl die Person, die den sterilen Part übernimmt
(kennt man aus Greys Anatomy, diejenigen, die Schere und Tupfer
angeben), als auch die Person, die den Instrumentierenden
versorgt und die Dokumentation macht. In jedem OP gibt es somit
zwei OTAs – ohne sie ist keine OP möglich.
Mittlerweile ist Eli OP-Leitung und koordiniert somit auch die
OP-Säle und die Mitarbeitenden. Schon vor 12 Jahren, während
ihrer Ausbildung, waren die Bedingungen schlecht. Mittlerweile
sind sie noch schlimmer geworden: Es gibt kaum Fachpersonal,
Stellen werden gestrichen und Berufsgruppen werden bunt
durcheinander eingesetzt.
Das Problem: Gesundheitsversorgung lohnt sich finanziell nicht.
Die Arbeit im OP funktioniert im Zweischichtsystem und im
Bereitschaftsdienst. OP-Zeit ist tagsüber, der
Bereitschaftsdienst übernimmt dann Notfälle wie
Notfall-Kaiserschnitte.
Das Problem: Für die Bereitschaftszeit wird nur eine gewisse Zeit
angerechnet. Eigentlich gibt es ein EU-Gesetz dazu, dass
Bereitschaftszeit immer Arbeitszeit ist, doch wenn man Vollzeit
arbeitet (und einen Teil im Bereitschaftsdienst) macht man
automatisch ein Minus in den Stunden.
Die Leidensfähigkeit der Healthcare Professionals ist sehr hoch,
sie wird von der Politik aber auch genauso erwartet.
Ausgebildet wird im laufenden Betrieb. Doch im OP gilt: Zeit ist
Geld!
Eli erzählt, dass Ausbildung kaum möglich ist, weil sie sonst zu
dritt im OP stehen müssten – da gibt es einfach nicht genug
Ressourcen für. Eine gute Einarbeitung braucht ein halbes Jahr,
das ist in der Realität kaum möglich. Die Erwartungen und der
Druck sind hoch, alles muss schnell gehen – da fällt Empathie
öfter mal hinten runter.
Im Gesundheitssektor gibt es eigentlich ein großes Druckmittel:
Wir könnten auf Arbeitsgesetze plädieren, haben aber die
Mentalität in uns, leiden zu müssen. Im OP merkt man fast
militärische Hierarchiestrukturen immer noch. Auf der einen Seite
ist das sinnvoll, damit nichts schiefgeht, modern ist es
allerdings nicht.
Laura möchte von Eli wissen, wie sie ein Krankenhaus organisieren
würde, wenn man sie lassen würde. Eli würde den Fokus
darauflegen, wie sinnvoll eine OP ist, nicht wie lukrativ.
Bei Laura würde der Notfallbetrieb wie bei der Feuerwehr laufen:
Tagsüber die geplanten Sachen und dann gibt es einen Saal nur für
Notfälle. In großen Häusern ist es selbstverständlich, dass das
Regulärprogramm bis abends um 22 Uhr läuft.
Der Stress der Teams sollte definitiv reduziert werden, um die
Qualität auch zu gewährleisten.
Die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus und OP sind schlecht, bei
den KVen oder Krankenkassen sind sie viel besser, dass viele auch
einfach in die Teppich-Etagen oder an die Schreibtische wechseln
– ein Verlust an Ressourcen da, wo sie so dringend benötigt
werden!
Trotz all der schwierigen Seiten liebt Eli ihren Job und findet
ihn erfüllend.
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https://bryght.social/communities/physician-assistants-by-laura-dalhaus/memberships
Folg Laura auch...
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10.12.2025
1 Stunde 5 Minuten
Laura Dalhaus muss mal wieder was zum aktuellen Stand sagen und
schaut sich dafür die Presse der letzten Wochen an.
Der Start sind mal wieder Finanzen und Finanzierung. Es gibt
nämlich immer noch keine Versorgungspauschale für unkomplizierte
Chroniker. Ein Vorschlag ist tatsächlich 1 Cent.
Das Gesundheitssystem sei laut Tino Sorge verantwortlich für den
Wirtschaftsstandort Pharma.
Kinder-Operationen werden weiterhin nicht in den Hybrid-DRGs
aufgenommen. Kinderchirurgie steht damit weiterhin unter einem
unfassbaren Druck, weil sie durch Erwachsenenmedizin
querfinanziert werden soll. Dazu kommen unsinnige
Hilfsmittelprüfungen. Laura als Hausärztin wird nämlich gefragt,
ob ein Kind wirklich einen Rollstuhl bräuchte – welche Familie
will einen Rollstuhl, wenn das Kind ihn nicht braucht?
Kinder werden oft nachrangig behandelt, soweit, dass in OWL viele
Augenärzt:innen keine Kinder mehr behandeln.
Optiker:innen dürfen erst diagnostisch tätig werden ab dem 14.
Lebensjahr. Laura findet es unsinnig, dass ein funktionierender
und gut aufgestellter Bereich das nicht darf.
Offiziell gibt es keinen Mangel an Kinderärzt:innen, im
Gegenteil. In der Praxis aber schon. Dieser Zustand ist ein
Indikator dafür, wie weit unter Gesundheitssystem schon
kollabiert ist.
Der Deutsche Psychotherapeutentag fordert eine gezielte und
separate Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche. Auch unsere
Gesundheitsministerin Nina Warken befürwortet das. Na dann hoffen
wir mal, dass da was passiert!
Der Dringlichkeitscode verspricht einen Facharzttermin in nur 4
Wochen. Wenn nicht, dürfen Patient:innen sich in einem
Krankenhaus behandeln lassen. Für die Behandlung mit dem Code
dürfen höhere Pauschalen abgerechnet werden. In Laura’s Augen
funktioniert das alles nur mit einem echten Primärarztsytem, wenn
ihre Überweisung auch etwas wert ist.
Die KBV hat gesagt, es gäbe nicht genug Privatversicherte, sodass
sie die Termine für gesetzlich Versicherte blockieren. Das sieht
Laura als Eigentor.
Die erste Telemedizin-Praxis hat im Supermarkt eröffnet. Für neue
Patient:innen gibt es aber keine Blutdruckmedikamente oder
Antibiotika. Was machen sie denn dann?
Die Wettbewerbszentrale klagt schonmal gegen das
dm-Augenscreening, aufgrund des Heilpraktikergesetzes sind die
Mitarbeiter:innen vor Ort nicht zur Ausübung von Heilkunde
befugt. Die Frage ist, ob diese Dinge das Gesundheitssystem
wirklich entlasten.
Eine Kollegin hat Laura kontaktiert. Sie hat einen Regressfall
bekommen, sie wird nun dafür bestraft, dass sie zu viele
Langzeit-EKGs und 24-Stunden-Blutdruckmessungen durchführt.
Sanktionen basieren auf dem Vergleich mit einer Vergleichsgruppe
– das ist aber kein verlässlicher Indikator für medizinische
Notwendigkeit.
Impfregresse für Hausärzt:innen gibt es unablässig. Jetzt impfen
aber auch die Apotheken – da gibt’s keine Regresse! Es gibt hier
nicht die gleichen Kontroll-Mechanismen.
Der ärztliche Nachrichtendienst hat eine Umfrage zur
Online-Bewertung gemacht. Wenn man eine unsachliche oder unfaire
Bewertung bekommen hat, dann bricht man die Behandlung meistens
ab. Die KV hat in einem Fall dann geschrieben, ob die Praxis
nicht noch ein Auge zudrücken könnte. Auch Laura hat schonmal
Post von einem Ehrenvorsitzenden bekommen, weil sie die
Behandlung wegen eines zerrütteten Arzt-Patienten-Verhältnis
abgebrochen hat.
Das Hebammen-Hilfegesetz sollte dafür sorgen, dass Schwangere
besser versorgt und Hebammen besser vergütet werden. Das
Gegenteil ist der Fall.
In der Forensik müssen immer mehr Pfleger:innen den Transport von
Straftäter:innen übernehmen. Das gehört nicht in den
Verantwortungsbereich.
Die Zahl der Investoren-getriebenen-MVZs steigt. In der
Radiologie- und Labormedizin liegt der Anteil bei über 50%. Auch
der Marburger Bund warnt vor einer Kommerzialisierung der...
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Über diesen Podcast
5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel. Das
Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber
spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln.
Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie
es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen
Versuch. https://linktr.ee/LauraDalhaus
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