EGL106 Bewusstsein auf den Kopf gestellt: Mark Solms über Gefühle, Gehirn und das Unbewusste (Neuropsychoanalyse 2)
vor 12 Stunden
"affects are not stable structures that persist in the mind whether
activated or not; they discharge the activation itself." -- Mark
Solms (2017) „The unconscious“ in psychoanalysis and neuroscience.
Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 12 Stunden
Endlich mal eine Episode, die alles auf den Kopf stellt, "turned on
its head"! In der zweiten Episode unserer kleinen Reihe über
Neuropsychologie, Psychoanalyse und die Frage, welche Rolle
Emotionen spielen, folgen wir dem südafrikanischen Neurpsychologen
Mark Solms, der sich mit heutigem Fachwissen Sigmund Freuds
Theorien von vor hundert Jahren angenommen hat. (Vgl. Folge 103,
Freud: "Das Unbewußte" von 1915.) Aus Solms’ Artikel "The
Unconscious" von 2017 lässt sich ein Zitat nehmen (im Original auch
im Blogpost weiter unten), in dem Solms betont, wie gegenwärtige
neurophysiologische Erkenntnisse alte Annahmen auf den Kopf
stellen, "The classical conception is turned on its head":
Bewusstsein wird nicht im Kortex erzeugt, sondern im Hirnstamm. Es
ist nicht primär perzeptiv, sondern affektiv organisiert.
Grundlegendes Bewusstsein besteht nicht aus Bildern, sondern aus
Zuständen. Die relevanten Hirnstammstrukturen kartieren nicht die
äußeren Sinne, sondern den inneren Körperzustand. Diese Kartierung
erzeugt keine Wahrnehmungsobjekte, sondern das Subjekt der
Wahrnehmung selbst, den Hintergrundzustand des bewussten Seins.
Wahrnehmung setzt damit immer schon ein empfindungsfähiges Subjekt
voraus. Diese Strukturen sind evolutionär sehr alt und lassen
vermuten, dass alle Säugetiere und eventuell sogar Fische eine
basale Form von Bewusstsein aufweisen. Das wird uns aber in der
kommenden Folge der Mini-Serie, in der Zusammenarbeit von Mark
Solms und Karl Friston, mehr interessieren. Insbesondere auch das
Free Energy Principle, die Rolle von Emotionen und von
Sterblichkeit für das Bewusstsein. Jetzt also auf den Kopf stellen,
dann den Kopf verdrehen. Viel Spaß dabei.
its head"! In der zweiten Episode unserer kleinen Reihe über
Neuropsychologie, Psychoanalyse und die Frage, welche Rolle
Emotionen spielen, folgen wir dem südafrikanischen Neurpsychologen
Mark Solms, der sich mit heutigem Fachwissen Sigmund Freuds
Theorien von vor hundert Jahren angenommen hat. (Vgl. Folge 103,
Freud: "Das Unbewußte" von 1915.) Aus Solms’ Artikel "The
Unconscious" von 2017 lässt sich ein Zitat nehmen (im Original auch
im Blogpost weiter unten), in dem Solms betont, wie gegenwärtige
neurophysiologische Erkenntnisse alte Annahmen auf den Kopf
stellen, "The classical conception is turned on its head":
Bewusstsein wird nicht im Kortex erzeugt, sondern im Hirnstamm. Es
ist nicht primär perzeptiv, sondern affektiv organisiert.
Grundlegendes Bewusstsein besteht nicht aus Bildern, sondern aus
Zuständen. Die relevanten Hirnstammstrukturen kartieren nicht die
äußeren Sinne, sondern den inneren Körperzustand. Diese Kartierung
erzeugt keine Wahrnehmungsobjekte, sondern das Subjekt der
Wahrnehmung selbst, den Hintergrundzustand des bewussten Seins.
Wahrnehmung setzt damit immer schon ein empfindungsfähiges Subjekt
voraus. Diese Strukturen sind evolutionär sehr alt und lassen
vermuten, dass alle Säugetiere und eventuell sogar Fische eine
basale Form von Bewusstsein aufweisen. Das wird uns aber in der
kommenden Folge der Mini-Serie, in der Zusammenarbeit von Mark
Solms und Karl Friston, mehr interessieren. Insbesondere auch das
Free Energy Principle, die Rolle von Emotionen und von
Sterblichkeit für das Bewusstsein. Jetzt also auf den Kopf stellen,
dann den Kopf verdrehen. Viel Spaß dabei.
Weitere Episoden
1 Stunde 50 Minuten
vor 2 Wochen
1 Stunde 9 Minuten
vor 4 Wochen
1 Stunde 30 Minuten
vor 1 Monat
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.