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  4. Gastroduodenale Ulcuskrankheit - Magengeschwüre
Thema der Folge

Gastroduodenale Ulkuskrankheit: Magenulkus (Ulcus ventriculi) und
Duodenalulkus (Ulcus duodeni). Klinisch relevant wegen häufiger
unspezifischer Symptome und teils erster Manifestation durch
Komplikationen wie Blutung oder Perforation.

Definition & Grundlagen

Ein Ulkus ist ein tiefer Schleimhautdefekt über die Lamina
muscularis mucosae hinaus.

Wichtig: Abgrenzung zur Erosion, die nur oberflächlich ist.

Häufigkeit und Lokalisation:

• Duodenalulkus häufiger als Magenulkus

• Magenulkus meist kleine Kurvatur oder Antrum

• Duodenalulkus meist im Bulbus duodeni

Merke:

Jedes Magenulkus ist bis zum Beweis des Gegenteils
malignomverdächtig.

️ Pathophysiologie

Ulkus entsteht durch Ungleichgewicht zwischen:

• aggressiven Faktoren: Magensäure, Pepsin, Entzündung

• protektiven Faktoren: Schleim, Bikarbonat, Mikrozirkulation,
Prostaglandine

NSAR fördern Ulzera durch verminderte Prostaglandinsynthese und
damit reduzierten Schleimhautschutz.

Hauptursachen & Risikofaktoren

Häufigste Ursachen:

• Helicobacter pylori

• NSAR

Weitere Risikofaktoren:

• Glukokortikoide

• Rauchen, Alkohol

• Alter > 65 Jahre

• CKD/Urämie

• Ulkusanamnese

• SSRI

• selten: Zollinger-Ellison-Syndrom, Hyperparathyreoidismus

Stressulkus:

Relevant bei schwer kranken Intensivpatient:innen, aber keine
automatische Prophylaxe nur wegen ICU-Aufenthalt.

🩺 Klinik

Typisch:

• epigastrische Schmerzen

Eher klassisch:

• Magenulkus: Schmerzen nach dem Essen oder nahrungsunabhängig

• Duodenalulkus: Nüchtern- oder Nachtschmerz, Besserung durch
Essen

Wichtig:

Viele Ulzera sind asymptomatisch, besonders NSAR-bedingte.

Warnzeichen für Blutung:

• Hämatemesis

• Meläna

• Schwindel, Synkope

• Leistungsknick

• Eisenmangelanämie

Diagnostik

Goldstandard:

ÖGD mit Beurteilung von Lokalisation, Blutungszeichen und
Biopsie.

Beim Magenulkus:

• immer biopsieren

• Helicobacter-Diagnostik

• Ausschluss eines Magenkarzinoms

• bei suspekten/großen Läsionen multiple Biopsien aus Rand und
Grund

Beim Duodenalulkus:

• meist keine obligate Biopsie zum Tumorausschluss

Helicobacter-Nachweis:

• Histologie

• Urease-Schnelltest

• ggf. später Atemtest oder Stuhlantigen

Therapie

Basis:

• Protonenpumpeninhibitoren (PPI), z. B. Pantoprazol

• meist 4–8 Wochen

Bei Helicobacter pylori:

• Eradikationstherapie, häufig Bismut-Quadrupeltherapie

• Einnahmehinweise beachten:

• Tetracyclin nicht mit Milch, Eisen, Antazida

• Metronidazol kein Alkohol

• PPI vor Mahlzeit

Bei Helicobacter-negativem Ulkus:

• NSAR absetzen wenn möglich

• Risikofaktoren reduzieren

• ggf. PPI-Prophylaxe bei fortbestehendem Risiko

Komplikationen

Obere GI-Blutung:

• Kreislaufstabilisierung

• frühe Endoskopie

• endoskopische Blutstillung

• bei Hochrisikoulzera hochdosierte i.v.-PPI-Therapie

Perforation:

• plötzlicher starker Bauchschmerz

• freie Luft in der Bildgebung

• notfallmäßige Operation

Weitere Komplikationen:

• Magenausgangsstenose

• Fehldeutung eines malignen Magenulkus als benigne Läsion

Nachsorge

Ganz zentral:

• jedes Magenulkus braucht Kontrollendoskopie nach 4–6 Wochen

• inklusive erneuter Histologie bis zur kompletten Abheilung

Duodenalulkus:

• Kontrolle selektiv, v. a. bei Komplikationen oder atypischem
Verlauf

Helicobacter-Eradikationskontrolle:

• nach 4–8 Wochen

• PPI vorher möglichst 2 Wochen pausieren

• Antibiotika mindestens 4 Wochen zurückliegend

Praxis-Merksätze

• Helicobacter pylori und NSAR sind die Hauptursachen

• NSAR-Ulzera bleiben oft lange stumm

• Magenulkus = Karzinom ausschließen

• PPI behandeln die Säure, nicht die Ursache

• Blutung und Perforation sind Notfälle

• Nachsorge ist Teil der Therapie, nicht Kür
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„Gastroduodenale Ulcuskrankheit - Magengeschwüre“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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