Gastroduodenale Ulcuskrankheit - Magengeschwüre

Gastroduodenale Ulcuskrankheit - Magengeschwüre

vor 1 Tag
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Beschreibung

vor 1 Tag

Thema der Folge





Gastroduodenale Ulkuskrankheit: Magenulkus (Ulcus ventriculi) und
Duodenalulkus (Ulcus duodeni). Klinisch relevant wegen häufiger
unspezifischer Symptome und teils erster Manifestation durch
Komplikationen wie Blutung oder Perforation.





Definition & Grundlagen





Ein Ulkus ist ein tiefer Schleimhautdefekt über die Lamina
muscularis mucosae hinaus.


Wichtig: Abgrenzung zur Erosion, die nur oberflächlich ist.





Häufigkeit und Lokalisation:


• Duodenalulkus häufiger als Magenulkus


• Magenulkus meist kleine Kurvatur oder Antrum


• Duodenalulkus meist im Bulbus duodeni





Merke:


Jedes Magenulkus ist bis zum Beweis des Gegenteils
malignomverdächtig.





️ Pathophysiologie


Ulkus entsteht durch Ungleichgewicht zwischen:


• aggressiven Faktoren: Magensäure, Pepsin, Entzündung


• protektiven Faktoren: Schleim, Bikarbonat, Mikrozirkulation,
Prostaglandine





NSAR fördern Ulzera durch verminderte Prostaglandinsynthese und
damit reduzierten Schleimhautschutz.





Hauptursachen & Risikofaktoren


Häufigste Ursachen:


• Helicobacter pylori


• NSAR





Weitere Risikofaktoren:


• Glukokortikoide


• Rauchen, Alkohol


• Alter > 65 Jahre


• CKD/Urämie


• Ulkusanamnese


• SSRI


• selten: Zollinger-Ellison-Syndrom, Hyperparathyreoidismus





Stressulkus:


Relevant bei schwer kranken Intensivpatient:innen, aber keine
automatische Prophylaxe nur wegen ICU-Aufenthalt.





🩺 Klinik





Typisch:


• epigastrische Schmerzen





Eher klassisch:


• Magenulkus: Schmerzen nach dem Essen oder nahrungsunabhängig


• Duodenalulkus: Nüchtern- oder Nachtschmerz, Besserung durch
Essen





Wichtig:


Viele Ulzera sind asymptomatisch, besonders NSAR-bedingte.





Warnzeichen für Blutung:


• Hämatemesis


• Meläna


• Schwindel, Synkope


• Leistungsknick


• Eisenmangelanämie





Diagnostik





Goldstandard:


ÖGD mit Beurteilung von Lokalisation, Blutungszeichen und
Biopsie.





Beim Magenulkus:


• immer biopsieren


• Helicobacter-Diagnostik


• Ausschluss eines Magenkarzinoms


• bei suspekten/großen Läsionen multiple Biopsien aus Rand und
Grund





Beim Duodenalulkus:


• meist keine obligate Biopsie zum Tumorausschluss





Helicobacter-Nachweis:


• Histologie


• Urease-Schnelltest


• ggf. später Atemtest oder Stuhlantigen





Therapie





Basis:


• Protonenpumpeninhibitoren (PPI), z. B. Pantoprazol


• meist 4–8 Wochen





Bei Helicobacter pylori:


• Eradikationstherapie, häufig Bismut-Quadrupeltherapie


• Einnahmehinweise beachten:


• Tetracyclin nicht mit Milch, Eisen, Antazida


• Metronidazol kein Alkohol


• PPI vor Mahlzeit





Bei Helicobacter-negativem Ulkus:


• NSAR absetzen wenn möglich


• Risikofaktoren reduzieren


• ggf. PPI-Prophylaxe bei fortbestehendem Risiko





Komplikationen





Obere GI-Blutung:


• Kreislaufstabilisierung


• frühe Endoskopie


• endoskopische Blutstillung


• bei Hochrisikoulzera hochdosierte i.v.-PPI-Therapie





Perforation:


• plötzlicher starker Bauchschmerz


• freie Luft in der Bildgebung


• notfallmäßige Operation





Weitere Komplikationen:


• Magenausgangsstenose


• Fehldeutung eines malignen Magenulkus als benigne Läsion





Nachsorge





Ganz zentral:


• jedes Magenulkus braucht Kontrollendoskopie nach 4–6 Wochen


• inklusive erneuter Histologie bis zur kompletten Abheilung





Duodenalulkus:


• Kontrolle selektiv, v. a. bei Komplikationen oder atypischem
Verlauf





Helicobacter-Eradikationskontrolle:


• nach 4–8 Wochen


• PPI vorher möglichst 2 Wochen pausieren


• Antibiotika mindestens 4 Wochen zurückliegend





Praxis-Merksätze





• Helicobacter pylori und NSAR sind die Hauptursachen


• NSAR-Ulzera bleiben oft lange stumm


• Magenulkus = Karzinom ausschließen


• PPI behandeln die Säure, nicht die Ursache


• Blutung und Perforation sind Notfälle


• Nachsorge ist Teil der Therapie, nicht Kür
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