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Beschreibung
vor 2 Tagen
Thema der Folge
Helicobacter pylori ist ein gramnegatives, stäbchenförmiges
Magenbakterium mit hoher klinischer Relevanz:
• enge Assoziation mit gastroduodenaler Ulkuskrankheit
• beteiligt an Magenkarzinom-Entstehung
• relevant bei MALT-Lymphom und weiteren Magenerkrankungen
Zentrale Merksätze
• Wer auf H.-pylori getestet wird und positiv ist, sollte in der
Regel eradiziert werden
• Erstlinie: Bismut-Quadrupeltherapie
• Eradikationserfolg immer kontrollieren
• Bei Therapieversagen nicht blind wiederholen, sondern möglichst
resistenzbasiert vorgehen
Wann testen und behandeln?
Wichtige Indikationen:
• Magenulkus oder Duodenalulkus
• Dyspepsie, unklare Oberbauchschmerzen
• erhöhtes Magenkarzinomrisiko:
• erstgradige Verwandte von Betroffenen
• Herkunft aus Hochprävalenz-/Hochinzidenzregionen
• korpusbetonte atrophische Gastritis, intestinale Metaplasie
• Zustand nach Magenneoplasie oder Magenresektion
• gastrales MALT-Lymphom
• lymphozytäre Gastritis, Morbus Ménétrier
• ITP
• unklare Eisenmangelanämie oder fehlendes Ansprechen auf orale
Eisengabe
• IgA-Vaskulitis
• GI-Blutungsrisiko unter ASS, NSAR,
Thrombozytenaggregationshemmern oder Antikoagulanzien
• geplanter oder bestehender PPI-Langzeitgebrauch
Optional zu erwägen:
• Sjögren-Syndrom
• Urtikaria
• SSRI-Dauertherapie
• gastrales diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom
Erstlinientherapie
Empfohlen ist die Bismut-Quadrupeltherapie:
• PPI oral 2-mal täglich
• plus Bismut-Kaliumsalz/Tetracyclin/Metronidazol als
Kombinationspräparat
• meist 3 Kapseln 4-mal täglich
• Therapiedauer: mindestens 10 Tage, ggf. bis 14 Tage
Wichtig:
• klassische Clarithromycin-Tripeltherapie nicht mehr als
Standard-Erstlinie
• Grund: v. a. Clarithromycin-Resistenzen
️ Praktische Erfolgsfaktoren
• klare Aufklärung zur hohen Tablettenanzahl
• schriftlichen Einnahmeplan mitgeben
• ausreichende PPI-Dosis sicherstellen
• Rauchen vermeiden: senkt Eradikationsraten
• Nebenwirkungen vorab ansprechen:
• Übelkeit
• GI-Beschwerden
• metallischer Geschmack
• dunkler Stuhl unter Bismut
Was tun bei Therapieversagen?
Häufigste Ursache: Adhärenzprobleme
Zusätzlich bedenken:
• Resistenzentwicklung
• zu niedrige PPI-Dosis
• erneute Exposition mit bereits erfolglosen Antibiotika
vermeiden
Wichtig:
• Clarithromycin oder Metronidazol nicht einfach erneut
einsetzen, wenn schon erfolglos verwendet
• Zweitlinientherapie möglichst nach Resistenztestung wählen
• nach mehreren Misserfolgen:
gastroenterologische/infektiologische Mitbeurteilung
Erfolgskontrolle
Eradikationskontrolle ist obligat:
• 4–8 Wochen nach Therapieende
• PPI 2 Wochen vor Testung absetzen
Geeignete Verfahren:
• 13C-Atemtest
• Stuhlantigentest
Endoskopische Kontrolle mit Biopsien bei bestehender
Endoskopie-Indikation, z. B.:
• Ulcus ventriculi
• kompliziertes Duodenalulkus
• MALT-Lymphom
🩺 Take-home für den Alltag
• Test only if you intend to treat
• Erstlinie = Bismut-Quadrupeltherapie
• PPI ausreichend dosieren
• mindestens 10 Tage behandeln
• Erfolg immer kontrollieren
• bei Misserfolg strukturiert vorgehen: Adhärenz, Nebenwirkungen,
Resistenzlage, Vorantibiose
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