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Thema der Folge

Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): häufig, meist gut
behandelbar, aber mit relevanten Differenzialdiagnosen,
Warnzeichen und möglichen Langzeitfolgen.

Definition & Häufigkeit

Reflux wird krankhaft, wenn rückfließender Mageninhalt Symptome
verursacht oder die Ösophagusschleimhaut schädigt.

️ Pathophysiologie & Risikofaktoren

Wichtige Schutzmechanismen:

• unterer Ösophagussphinkter

• His-Winkel

• ösophageale Peristaltik

• Speichel- und Flüssigkeitsclearance

Begünstigende Faktoren:

• Hiatushernie

• Adipositas, Schwangerschaft

• erhöhter intraabdomineller Druck

• Magenausgangs- oder Duodenalstenosen

Relevante Medikamente:

• Tonus/Motilität: Calciumantagonisten, Benzodiazepine, Nitrate,
Theophyllin, Anticholinergika, Pfefferminzpräparate

• Schleimhautschädigung: NSAR, Bisphosphonate, Eisen, Doxycyclin,
Ascorbinsäure, Zytostatika

️ Medikamentenanamnese ist zentral.

🩺 Klinik

Leitsymptome:

• Sodbrennen

• Regurgitation

Weitere mögliche Beschwerden:

• retrosternale Schmerzen

• nächtlicher/morgendlicher Husten

• asthmaähnliche Beschwerden

• Heiserkeit, Halsschmerzen

• Mundgeruch, Zahnerosionen

Wichtig:

Extraösophageale Symptome passen zu Reflux, beweisen ihn aber
nicht.

️ Wichtiger Merksatz

Thorakale Beschwerden durch Reflux und kardiale Ursachen sind
klinisch nicht sicher zu unterscheiden.

• Im Zweifel: EKG und Troponin

• ACS immer mitdenken

Diagnostik

Bei typischer Symptomatik ohne Warnzeichen:

• empirischer Therapieversuch mit PPI möglich

Warnzeichen für Endoskopie:

• Dysphagie

• Odynophagie

• Gewichtsverlust > 5 %

• Anämie

• Teerstuhl

• Hämatemesis

• Symptomdauer > 1 Jahr

• frustrane Therapie

• unklare/atypische Beschwerden

Wichtige Verfahren:

• ÖGD: Nachweis erosiver Refluxerkrankung, Ausschluss von
Barrett, Dysplasie, Malignom

• unauffällige Endoskopie schließt Reflux nicht aus NERD
möglich

• pH-Metrie + Impedanzmessung: Nachweis sauren und nicht-sauren
Refluxes, Symptomkorrelation

• Manometrie: nicht primär zur Refluxdiagnostik, sondern bei
Motilitätsstörungen

Therapie

Basismaßnahmen:

• kleinere, fettarme Mahlzeiten

• keine späten großen Abendmahlzeiten

• 2–3 h Abstand zwischen Essen und Schlaf

• Gewichtsreduktion

• Oberkörperhochlagerung

• Trigger meiden: Alkohol, Nikotin, Kaffee, enge Kleidung

Medikamentös:

PPI = Therapie der ersten Wahl

Praktisch wichtig:

• Einnahme 30–60 min vor dem Essen, meist vor Frühstück

• nicht abrupt absetzen Rebound möglich

Typisches Vorgehen:

• 4 Wochen PPI bei typischer Symptomatik ohne Warnzeichen

• bei Besserung: Dosis reduzieren, Ausschleichen, ggf.
Bedarfstherapie

• bei fehlender Besserung: Dosissteigerung, Verlängerung bis 8
Wochen, ggf. Endoskopie

Weitere Optionen:

• Antazida/Alginat bei Akutsymptomen

• H2-Rezeptorantagonisten als zweite Wahl

• OP (z. B. Fundoplicatio) bei Therapieresistenz, Aspirationen,
Unverträglichkeit

️ Komplikationen

• erosive Ösophagitis

• Ulzera

• peptische Strikturen

• chronische Blutung/Eisenmangelanämie

• Aspiration, Aspirationspneumonie

• chronische Bronchitis, Asthmaexazerbation

• Laryngitis

• Barrett-Ösophagus

• Adenokarzinom des Ösophagus

Barrett-Ösophagus

Chronischer Säurekontakt kann zu intestinaler Metaplasie im
distalen Ösophagus führen.

Wichtig:

• Präkanzerose für das Adenokarzinom

• Diagnose histologisch

• Überwachung endoskopisch mit systematischen Biopsien

• Prag-Klassifikation: C und M

• Long-Segment-Barrett > 3 cm = höheres Risiko

Differenzialdiagnosen

• KHK / ACS

• Achalasie

• diffuser Ösophagusspasmus

• funktionelle Ösophagusbeschwerden

• eosinophile Ösophagitis

• infektiöse Ösophagitiden bei Immunsuppression

Take-home-Messages

• Nicht jeder Reflux ist krankhaft

• Leitsymptome: Sodbrennen und Regurgitation

• Thoraxschmerz immer auch kardial denken

• Ohne Warnzeichen: PPI-Testtherapie für 4 Wochen

• Warnzeichen = Endoskopie

• PPI korrekt einnehmen und ausschleichen

• Barrett-Ösophagus nicht verpassen
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„Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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