Ex-Politiker und Ex-General: Frieden durch Dialog mit Russland | Von Tilo Gräser

Ex-Politiker und Ex-General: Frieden durch Dialog mit Russland | Von Tilo Gräser

vor 3 Tagen
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Beschreibung

vor 3 Tagen

Klaus von Dohnanyi und Erich Vad auf der Suche nach dem
Weg zum Frieden


Ein Kommentar von Tilo Gräser.


Deutschlands Kurs der massiven Aufrüstung, auch um
wirtschaftliche Probleme zu bewältigen, sieht der ehemalige
Bundeswehrgeneral Erich Vad als „Ausweg in die Hölle“. Für den
ehemaligen SPD-Politiker Klaus von Dohnanyi ist der Ukraine-Krieg
„nicht unser Krieg“. Deshalb fordert er wie Vad die
Bundesregierung auf, den Dialog mit der russischen Führung unter
Präsident Wladimir Putin zu suchen. Es gehe darum, den Krieg in
der Ukraine zu beenden, auch weil die Gefahr bestehe, dass er zu
einem großen europäischen Krieg werden kann – der dann
Deutschland ein letztes Mal zerstört.


Der Ex-General und der Ex-Politiker sagten das in einem Gespräch,
das Roger Köppel, Chefredakteur der Schweizer Zeitung Die
Weltwoche, mit ihnen führte und am Dienstag
veröffentlichte. Beide gehen mit der deutschen und
europäischen Politik hart ins Gericht und warnen vor den Folgen
der weiteren Eskalation gegenüber Russland. Anlass für das
Gespräch ist das neue gemeinsame Buch von Dohnanyi
und Vad mit dem Titel „Frieden – wie geht das“, kürzlich
erschienen im Westend Verlag.


Nun können jede und jeder das Buch selbst lesen oder sich das
Gesprächsvideo dazu anschauen. Aber die Aussagen der beiden
sachkundigen Männer sind allein wegen ihres Seltenheitswertes in
der heutigen bundesdeutschen politischen und medialen Landschaft
und erst recht wegen ihres Inhaltes wichtig, sodass ich sie im
Folgenden zusammenfasse.


So kritisiert Dohnanyi die Bundesregierung dafür, „dass sie noch
immer keinen Weg gefunden hat, mit Putin, mit Moskau zu reden,
obwohl dieser gesagt hat: Schickt mir einen, mit dem ich reden
kann.“ Das sieht der 97-jährige ehemalige SPD-Politiker als „ein
Versäumnis der deutschen Politik“. Vad macht darauf aufmerksam,
dass die deutsche Politik sich dafür entschieden habe, den Weg
der Eskalation weiterzugehen. Beide sind sich einig, neben
militärischer Stärke sei wichtig, „gleichzeitig auf politischen
Dialog und Interessenausgleich“ zu setzen. Das mache Deutschland
derzeit nicht, was zur „hohen Eskalationsgefahr“ des
Ukraine-Krieges beitrage.


Die deutsche Politik sei sich dessen nicht bewusst, stimmt er
Köppels entsprechender Frage zu. Das zeige sich an der
Bereitschaft, weitreichende Drohnensysteme bauen zu lassen, die
Ziele in der Tiefe Russlands erreichen können. Das habe in Moskau
zu der Reaktion geführt, potenzielle Ziele in Europa ins Visier
zu nehmen. Der Ex-General verweist auch darauf, dass Russland
sich als stärkste Nuklearmacht der Welt mit ihrer strategischen
Abschreckungswirkung nicht mehr ernst genommen fühlt. Er warnt:
„Wir sind kurz davor, in einen europäischen Krieg involviert zu
werden, wenn diese Eskalation so weitergeht, wenn die politisch
nicht gestoppt wird.“

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