Die Folgen von Starobelsk | Von Thomas Röper

Die Folgen von Starobelsk | Von Thomas Röper

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche

Wie ernst sind Russlands Warnungen vor einem drohenden
Krieg mit Europa zu nehmen?


Der ukrainische Angriff auf Starobelsk, könnte ein
Wendepunkt gewesen sein. Russland hat der Ukraine harte
Vergeltung angekündigt und warnt vor einem Übergreifen des
Krieges auf Europa. Wurden Russlands rote Linien überschritten,
oder sind das nur leere Worte?


Ein Kommentar von Thomas Röper.


Der Angriff der Ukraine auf das Schülerwohnheim in Starobelsk im
Gebiet Lugansk in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ist für
Russland ein Schock, denn dass zwischen 10 und 20 schwere Drohnen
auf ein ziviles Ziel abgefeuert wurden, um ein Massaker unter
Jugendlichen zu veranstalten, die zu Erziehern ausgebildet
wurden, ist eine neue Qualität ukrainischer Kriegsverbrechen.


Die Reaktion des Westens, der das Abschlachten der Jugendlichen
entweder komplett bestritten oder das Wohnheim als militärisches
Ziel bezeichnet hat, hat die Wut in Russland noch gesteigert. Das
gilt sowohl für die Bevölkerung als auch für Expertenkreise, die
immer lauter fordern, endlich gegen die vorzugehen, die den Krieg
in der Ukraine durch Geldzahlungen und Waffenlieferungen erst
möglich machen – also gegen die Staaten Europas.


In diesem Artikel fasse ich die russischen Reaktionen auf das
Massaker chronologisch zusammen.


Putin kündigt Vergeltung an


Schon unmittelbar nach dem Massaker hat Präsident Putin den
Vorfall am Freitag als „Terroranschlag des neonazistischen
Regimes“ verurteilt und Vergeltung
geschworen. Außerdem hat er das russische Außenministerium
angewiesen, internationale Organisationen und die internationale
Gemeinschaft über dieses Verbrechen zu informieren. Beides
geschah.


Das russische Außenministerium hat am Samstag alle in Russland
akkreditierten ausländischen Journalisten eingeladen, den Ort der
Tragödie zu besuchen. Natürlich folgten die meisten westlichen
Mainstream-Medien der Einladung nicht, aber 55 Journalisten aus
der ganzen Welt sind am Sonntag nach Starobelsk gereist, um sich
vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Bei der Reise war ich dabei,
meinen Artikel darüber finden Sie hier, ein
ausführliches Interview mit Bildmaterial finden Sie
hier.


Während wir Journalisten in der Nacht auf Sonntag nach Lugansk
aufbrachen, erfolgte die von Putin angekündigte Vergeltung.
Hunderte Drohnen und Raketen griffen militärische Ziele in der
Ukraine an – erstmals auch im Zentrum von Kiew. Sogar
eine Oreschnik-Rakete kam zum Einsatz. Trotz
des massiven Angriffs fielen dem russischen Vergeltungsschlag
weniger Menschen zum Opfer, als dem ukrainischen Massaker in
Starobelsk, weil Russland immer noch versucht, zivile Opfer
möglichst zu vermeiden.


Der russische Vergeltungsschlag beherrschte dann die westlichen
Medien, während sie über das ukrainische Massaker kaum
berichteten und es als „russische Propaganda“ bezeichneten.
Deutschland, Norwegen, die Niederlande, Polen, Frankreich,
Spanien und andere EU-Staaten bestellten wegen des russischen
Vergeltungsschlages die russischen Botschafter ein.


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