Wie ein Südtiroler Hotel seinen CO2-Ausstoß halbierte

Wie ein Südtiroler Hotel seinen CO2-Ausstoß halbierte

vor 1 Tag
Im Gespräch mit Brigitte Zelger vom Green Luxury Hotel Pfösl
29 Minuten
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Aktuelle Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und mehr

Beschreibung

vor 1 Tag
In dieser Folge spreche ich mit Brigitte Zelger, Mitinhaberin des
Green Luxury Hotel Pfösl im Südtiroler Eggental. Das Pfösl gehört
zu den wenigen Hotels in der Region, die nach dem GSTC-Standard
zertifiziert sind – einer der anspruchsvollsten
Nachhaltigkeitsauditierungen in der gesamten Hospitality-Branche.
Ich hatte die Möglichkeit, das Gespräch direkt vor Ort zu führen,
was nochmal einen ganz anderen Einblick gibt als jedes
Remote-Interview. Wir sprechen darüber, wie das Pfösl seinen
CO2-Fußabdruck pro Gast von rund 29 auf etwa 15 Kilogramm gesenkt
hat – nicht durch einen einzigen großen Umbau, sondern durch viele
kleine Entscheidungen über Jahre. Ein Beispiel, das hängen bleibt:
Als das Hotel sein Salatbuffet durch eine frisch servierte
Salatbowl ersetzte, sank die Menge an Biomüll innerhalb von drei
Wochen auf 30 Prozent des vorherigen Wertes. Kein Invest, keine
große Kampagne – nur eine andere Entscheidung in der Küche. Ein
weiterer Schwerpunkt im Gespräch ist das Netzwerk aus regionalen
Produzent:innen, das das Pfösl in den vergangenen Jahren aufgebaut
hat. Gemüse, Fleisch, Wein, Obst – das Hotel weiß bei jedem
Produkt, woher es kommt und wie es angebaut wird. Diese Nähe zu den
Lieferant:innen ist keine Kommunikationsstrategie, sondern Teil des
täglichen Betriebs. Zuletzt waren verschiedene Erzeuger:innen
direkt im Hotel zu Gast und haben den Gästen ihre Produkte
vorgestellt. Wir reden auch über die Arbeitsbedingungen im Betrieb.
Das Pfösl hat die Fünf-Tage-Woche eingeführt, arbeitet mit einem
jährlichen "Audit Familie und Beruf" und hat eine Führungsebene
unterhalb der Inhaberfamilie aufgebaut. In einer Branche mit
traditionell hoher Fluktuation ist das kein Selbstläufer. Und wir
sprechen ganz offen über die Kosten: Nachhaltigkeit ist nicht
günstig. Brigitte schildert aber auch, wie schnell sich konkrete
Einsparungen gezeigt haben – angefangen bei der Mülltrennung bis
hin zum Wassermanagement, das monatlich gemessen wird. Was man
nicht misst, kann man nicht verändern – das zieht sich als
Grundprinzip durch das gesamte Gespräch. Eine Folge für alle, die
wissen wollen, wie Nachhaltigkeit im Alltag eines Familienbetriebs
wirklich aussieht – jenseits von Labels und Hochglanzbroschüren.
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