Beschreibung
vor 6 Tagen
Heute geht's mal nicht um Konzentration, Filterfails oder
Fokus-Tipps für den Alltag. Nicole ist berufspolitisch aktuell im
Dauereinsatz, und der Grund ist ein handfester Skandal im
deutschen Gesundheitssystem.
Am 11. März wurden Kürzungen von 4,5 Prozent für
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten beschlossen.
Verpackt als Teil einer angeblichen „Gesundheitsreform". Wir
nehmen uns die Zeit, das in Ruhe einzuordnen, denn die Medien
haben da unserer Meinung nach ziemlich versagt.
Hintergrund in Kürze:
Die Selbstverwaltung der Krankenkassen behauptet:
"Psychotherapeutinnen bekommen zu viel Geld". In
Pressemitteilungen tauchten absurde Zahlen zum angeblichen
Jahresverdienst auf. Die Realität sieht komplett anders aus, und
Nicole dröselt einmal die echten Daten auf.
Leider haben die Medien sich bei diesem Thema auch nicht gerade
mit Ruhm bekleckert. Selbst große, seriöse Häuser übernahmen mehr
oder weniger ungeprüft und unkommentiert die Pressemitteilungen
der Krankenkassen-Lobby. Keine Gegenseite angehört, keine
Patientenvertretung befragt, keine wirtschaftliche und
gesellschaftliche Einordnung, sondern reines Nachplappern von
Zahlen, die bei genauerem Hinsehen nicht standhalten.
Warum wir diese "Reform" uns alle angeht
Statistisch erkrankt fast jeder zweite Mensch im Laufe seines
Lebens psychisch. Schon reichen die Therapieplätze nicht aus.
Wenn die geplanten Maßnahmen so durchkommen, fällt ca. ein
Drittel der Therapieplätze weg. Die Folgekosten in Wirtschaft und
Gesundheitswesen werden enorm sein – vom menschlichen Faktor mal
ganz abgesehen.
Wenn auch dich das Thema bewegt: Es gibt mehrere Hebel.
Mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch kommen.
Als gesetzlich Versicherte:r bei deiner Krankenkasse
protestieren (vermutlich die wirkungsvollste Variante)
Auf Demos gehen.
Auf Social Media die Stimme erheben, damit klar wird, dass
nicht nur die Therapeutinnen ein Problem haben, sondern alle, die
irgendwann mal Hilfe brauchen.
Musterbriefe, Kontaktadressen von Bundestagsabgeordneten und
Demo-Termine findest du beim Aktionsbündnis
Psychotherapie.
Wer sich mehr einlesen möchte, findet hier eine ganz tolle
Seite: couch-und-agora.de
Und hier gibt's noch mehr über Fakten zur Psychotherapie:
psychowatchdog.de/hintergrund
Wenn du nur eine Sache aus dieser Folge mitnimmst:
Die Debatte um Kürzungen in der Psychotherapie ist keine
Lohnverhandlung. Es geht darum, ob Menschen mit psychischen
Erkrankungen in den nächsten Jahren überhaupt noch Therapieplätze
bekommen.
Und: Schau bei Gesundheitsthemen genauer hin, woher die Zahlen
kommen. Eine Pressemitteilung ist keine neutrale Quelle.
Hier findest du unsere kostenlosen Organizer zum
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fokuspokuspodcast.de/wochenplan
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Musik und Schnitt: Michael HarnischmacherTechnik und Schnitt:
Jalil Landero FloresWebsite: Sebastian Vogt
Worum es gehtWie diese Zahlen zustande kommenWas Nele wütend
machtWarum das alle angehtNiki's Anekdote aus dem AlltagWas du
tun kannstTakeawaysWie es weitergeht
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