Podcast
Podcaster
Beschreibung
vor 1 Woche
Das Interview wurde erstmalig am 09. 04. 2025 veröffentlicht.
Der ehemalige Bodybuilder und Personaltrainer Thomas Weigand im
Gespräch mit Johannes Clasen über ein Leben, das sich nach der
Corona-Impfung radikal verändert hat. Über Schmerzen, Angst und
Isolation – und den verzweifelten Versuch, gehört zu werden.
Ein Leben in Kontrolle
Thomas Weigand war einmal ein Mann, der seinen Körper
kontrollierte.
„34 Jahre nonstop Krafttraining.“
120 kg bei 6-7% Körperfett. Ein Leben im Fitnessstudio, geprägt
von Disziplin und Stärke. Als selbstständiger Personaltrainer
arbeitete er mit Menschen, auch in einem Studio, das an ein
Pflegeheim angeschlossen war. Dort half er seinen Kunden bei
Gewichtsproblemen, Depressionen, Essstörungen. Er war der, der
andere motivierte und sie aufrichtete. Er führte ein Leben, das
nach vorne ging.
Die Entscheidung
Dann kam die Pandemie. Und mit ihr eine Entscheidung, die sein
Leben für immer verändern sollte.
„Ich hab mir einerseits Panik machen lassen“,
sagt er heute. Die Bilder aus Italien, die Bilder aus
Intensivstationen hat er „als bedrohend gesehen.“ Auch
beruflich schien es ohne Impfung nicht mehr weiterzugehen – vor
allem wegen der Arbeit im Pflegeheim. So ließ er sich im Januar
2021 impfen. Drei Tage später reagierte sein
Körper „vehement“ mit Schmerzen im linken Bein.
Der körperliche Zusammenbruch
Was zunächst diffus begann, wurde schnell unerträglich. Die
Schmerzen im Bein wurden immer schlimmer. Wochenlang schleppte er
sich noch zur Arbeit – bis er nicht mehr laufen konnte. Seine
Zehen wurden rot, platzten auf. Im Krankenhaus folgte dann die
erschreckende Diagnose: ein Arterienverschluss, der als Notfall
eingestuft wurde. Eine Operation folgte umgehend.
Für ihn war der zeitliche Zusammenhang zur Impfung
offensichtlich. Für die Ärzte nicht.
„Dann hieß es: Nein, keinesfalls.“
Vielmehr wurde die Verdachtsdiagnose HIV in den Raum
gestellt. Der Test war negativ. Thomas wurde zur zweiten Impfung
geraten.
Was dann folgte, war ein körperlicher Absturz. Nach der zweiten
Impfung „gingen vehemente Hautprobleme los.“ Thomas
bekam Milien und Abszesse am ganzen Körper. „Ich hab
ausgesehen wie ein Streuselkuchen.“ Die Haut musste
chirurgisch behandelt werden, Narben blieben.
Dann kamen Schmerzen –
„sehr sehr starke Schmerzen am ganzen Körper.“
Er konnte kein Messer mehr halten, keine Tür mehr aufschließen.
Selbst trinken wurde wegen der Schmerzen in den Fingern zur Qual.
Der Mann, der einst „der Strahlemann, der
Lebemann“ gewesen war, war plötzlich hilflos. Arbeiten war
unmöglich.
Nicht gehört werden
Als er in Kliniken ansprach, dass die Impfung die Ursache sein
könnte, wurde er abgewiesen und „saudumm angemacht.“ Man sprach
von
„wahnhaften Hypochondrien“.
Menschen, die sich einbilden würden, impfgeschädigt zu sein,
seien Verschwörungstheoretiker,
„die auf nicht mehr arbeitsfähig machen wollen.“
Die dritte Impfung
Trotz seines schlechten gesundheitlichen Zustandes ließ Thomas
sich ein drittes Mal impfen. Ein Schritt, den er heute kaum
begreifen kann. Er sei zu dem Zeitpunkt noch „sehr sehr
gesellschaftshörig“ gewesen, sagt er selbstkritisch.
Danach eskalierte alles. Sein Körper reagierte, als würde er
gegen sich selbst kämpfen.
„Da hab ich überall kleine Einblutungen bekommen am Körper,
ähnlich wie blaue Flecken oder Thrombosen, rote kreisrunde Punkte
waren das, bis es dann plötzlich losging, dass sich richtige
Hubbel an meinen Oberarmen, Unterarmen, am ganzen Körper gebildet
haben und es zu massiven Einblutungen unterm Gewebe kam.“
Verletzlichkeit und der Verlust von Stärke
Doch der vielleicht tiefste Einschnitt war ein anderer. Sein
durchtrainierter, muskulöser Körper war lange seine Ritterrüstung
und sein Schutz gewesen, durch den er eine gewisse Distanz zu
anderen Menschen bewahren konnte. Stärke war immer seine
Identität gewesen. Und plötzlich war er, der stets starke Mann,
verletzlich.
„Ich hab mich sehr schwer getan, mich auch verletzlich zu zeigen,
dann war ich es plötzlich. […] Das war für mich ein wahnsinniger
Kampf.“
Was folgte, war nicht nur körperlicher Schmerz, sondern auch
Einsamkeit und Unverständnis. Denn auch im engsten Umfeld fand er
kaum Halt. Selbst in seiner eigenen Familie wurde ihm nicht
geglaubt. Bis heute ist das Thema dort problembehaftet und er
muss darum kämpfen, gehört zu werden.
Der Weg an die Öffentlichkeit
Um Gehör zu finden, ging Thomas selbst an die Öffentlichkeit,
schickte Bilder, erzählte seine Geschichte. Die regionale Zeitung
griff sie auf. Mehrere Artikel erschienen und seine Geschichte
wurde regional sichtbar.
Leben in Angst und im Ausnahmezustand
Heute lebt Thomas Weigand isoliert, einsam und allein in seiner
Wohnung. Mit starken Schmerzen, die ihn täglich
begleiten. „Damit ich so über den Tag komm“, nimmt er starke
Medikamente, darunter Tilidin, eine opiatähnliche Substanz.
Nachts wird sein Zustand oft besonders schlimm. Massiv belastende
Symptome wie Kopfdruck oder neurologische Aussetzer kommen hinzu.
Momente, in denen er nicht mehr sprechen kann – und sie doch
bewusst erleben muss.
„Wenn man dann zu Hause alleine ist und sich nicht einmal mehr
mitteilen kann. […] Das macht halt Angst.“
Thomas‘ Zustand ist sehr ernst und lebensbedrohlich. Schon kleine
Anstrengungen wie Treppen steigen bringen ihn an seine Grenzen.
Da
„läuft mir der kalte Schweiß und ich krieg überhaupt keine Luft
mehr und muss stehen bleiben.“
Mehrere Organe sind betroffen. Seine Diagnoseliste ist lang.
Von den Ärzten fühlt er sich oft allein gelassen: „So in der
Art, der hat doch einen Schuss.“
Der Versuch, Beweise zu schaffen
Um sich zu schützen, begann er, alles zu dokumentieren. Fotos,
Videos, Beweise gegen den Vorwurf, sich alles einzubilden.
Ein Schreiben seiner Krankenkasse an einen befreundeten Anwalt,
einst sein Kunde, wurde für ihn zum Wendepunkt. Darin steht:
„Unstrittig ist, dass Ihr Mandant Herr Thomas Weigand in Folge
der COVID-Impfungen schwer erkrankt ist.“
Seitdem wird ihm seitens der Ärzte zumindest zugehört. Doch echte
Hilfe bleibt selten, denn viele Therapieansätze, die er versucht
hat, blieben erfolglos.
Ein Hoffnungsschimmer
Linderung fand er bisher nur in einer Behandlung:
der HELP-Apherese, einer Form der Blutwäsche, finanziert
durch eine Spendenaktion. Drei Behandlungen konnte er initial
dadurch finanzieren. Eine vierte HELP-Apherese wurde ihm
durch einen Mitpatienten aus der Schweiz geschenkt. Durch diese
Behandlungen geschah etwas, das er selbst kaum fassen kann:
„Es war für mich ein Wunder.“
Für einige Wochen war er nahezu schmerzfrei. Er konnte seine
Medikamente drastisch reduzieren und hatte zum ersten Mal seit
Langem das Gefühl, wieder zu leben.
Doch die Wirkung der HELP-Apheresen hielt nicht an. Die
Symptome kehrten zurück in Form von Durchblutungsstörungen,
Atemnot und Schmerzen.
Einige Monate später konnte, wie einem Arztbrief zu entnehmen
ist, durch weitere Spendenaktionen die gesamte Therapie gemäß den
Behandlungsprotokollen der Charité erfolgen:
5 HELP Apheresen und 5 Autoimmunadsorptionen. Letztere
hat er laut Arztbrief schlecht vertragen.
So weiß Thomas heute: Er bräuchte die Behandlung mittels
Blutwäsche regelmäßig. Laut Arztbrief lautet die Empfehlung
„alle 3 – 6 Monate einen Zyklus mit 5 HELP-Apheresen
durchzuführen.“
Doch die Krankenkasse verweigert die Kostenübernahme.
Ein verändertes Weltbild
Durch seine Krankheit hat sich Thomas‘ Perspektive auf die
Gesellschaft grundlegend verändert.
„Ich hab bemerkt, dass ich ein manipuliertes Schaf bin“,
sagt er heute über seine frühere Sicht auf die Welt.
Er leidet unter dem fehlenden Diskurs und unter der Ausgrenzung.
Was er sich wünscht, ist eigentlich einfach:
„Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass wir gehört werden. […] Es
würde die Seele ein Stück heilen.“
Was bleibt
Denn was ihn am meisten verletzt, ist oft nicht der Schmerz –
sondern das Schweigen und die leisen, für ihn spürbaren
Unterstellungen seiner Mitmenschen. Er würde sich wünschen, von
anderen gefragt zu werden, wie sich sein Schaden äußere.
Dann „könnte ich Menschen Rede und Antwort
stehen.“ Doch so heißt es oft, er habe nichts
Offensichtliches: „Der ist ja nicht krank, der hat ja
nichts.“
Dabei hat sein heutiges Leben mit seinem früheren Leben nichts
mehr zu tun: keine Arbeit, kaum soziale Kontakte, dauerhafte
Schmerzen, ständige Angst.
Angst vor allem vor dem, was jederzeit passieren könnte: ein
Blutgerinnsel, ein Schlaganfall, ein Moment, der alles beendet.
Denn wenn ein Blutgerinnsel vor dem Herzen oder Kopf stecken
bleibt,
„dann ist Schicht im Schacht. […] Wenn man dann zu Hause alleine
ist und sich nicht einmal mehr mitteilen kann und erträgt diese
Dinge einfach nur, das macht halt Angst.“
Und so bleibt ein Leben, das einmal von Kontrolle und Stärke
dominiert war – und heute von Angst und zugleich der Hoffnung,
nicht länger übersehen, sondern gehört und ernst genommen zu
werden, geprägt ist. Möge seine Hoffnung zu seinem Wohle und zum
Wohle aller Impfgeschädigten wahr werden.
Weitere Episoden
45 Minuten
vor 1 Woche
43 Minuten
vor 2 Wochen
55 Minuten
vor 2 Wochen
1 Stunde 15 Minuten
vor 3 Wochen
46 Minuten
vor 3 Wochen
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.