Dyslipidämie

Dyslipidämie

vor 6 Monaten
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Beschreibung

vor 6 Monaten

In dieser Episode lernst du alles Wichtige über Störungen des
Fettstoffwechsels – von der Pathophysiologie bis zu konkreten
Dosierungsbeispielen. Wir besprechen:


• Wie du Dyslipidämien erkennst, diagnostizierst und therapierst


• Welche Laborwerte wirklich entscheidend sind


• Wie du die Statintherapie richtig dosierst, kombinierst und
überwachst


• Und wann du an familiäre Hypercholesterinämie oder seltene
Ursachen denken solltest





Ziel: Du kannst nach der Folge Dyslipidämien sicher einordnen und
evidenzbasiert behandeln – im Alltag auf Station, in der
Notaufnahme oder in der Praxis.





🩸 Themenübersicht


Definition & Relevanz


• Dyslipidämien = Abweichungen der Blutfette (Cholesterin,
Triglyceride, Lipoprotein (a))


• Wichtigster Risikofaktor für Atherosklerose, Myokardinfarkt,
Schlaganfall


• Prävalenz in Deutschland: ca. 65 % der Erwachsenen betroffen





Grundlagen


• Lipoproteine: HDL, LDL, VLDL, Chylomikronen, Remnants


• HDL = protektiv (markerhaft), LDL = atherogen
(therapieentscheidend)


• Triglyceride Risiko für akute Pankreatitis





Ursachen


• Primär (genetisch): familiäre Hypercholesterinämie


• Sekundär: Hypothyreose, metabolisches Syndrom,
Leber-/Nierenerkrankungen, Medikamente (Glucocorticoide,
Gestagene, Proteasehemmer u. a.)


• Wichtig: Immer nach Medikamenten, Alkohol, Ernährung und
Familienanamnese fragen





Klinik & Screening


• Häufig asymptomatisch


• Warnzeichen: Xanthome, Xanthelasmen, Arcus corneae, frühe
Atherosklerose


• Screening: Lipidprofil, Familienanamnese, körperliche
Inspektion





Diagnostik


• Basis: Gesamtcholesterin, Triglyceride, HDL


• Erweitert: LDL, Apo B, Lipoprotein (a)


• Friedewald-Formel unzuverlässig bei TG > 400 mg/dl


• Kontrolle: nach 4–6 Wochen nach 3 Monaten danach alle 3–6
Monate





Therapieprinzipien


1. Lebensstil: Ernährung, Bewegung, Gewichtsreduktion,
Alkoholverzicht


2. Medikamente:


• Statine: First-Line


• Atorvastatin 40–80 mg / Rosuvastatin 20–40 mg (hochintensiv)


• Kontrolle Leberwerte vor Beginn, CK bei Symptomen


• Ezetimib 10 mg 1× tgl. Kombi mit Statin bei unzureichender
Senkung


• PCSK9-Inhibitoren (Alirocumab, Evolocumab) bei sehr hohem
Risiko oder Unverträglichkeit


• Fibrate (Fenofibrat 145 mg tgl.) und Icosapent-Ethyl 2 g 2×
tgl. bei Hypertriglyceridämie


3. Ultima Ratio: Lipoproteinapherese bei homozygoter FH oder
therapierefraktären Fällen





Familiäre Hypercholesterinämie


• Heterozygot: Cholesterin 250–500 mg/dl


• Homozygot: > 500 mg/dl, Manifestation im Kindesalter


• Genetische Testung + Kaskadenscreening empfohlen





Monitoring & Nebenwirkungen


• Leberwerte nur bei klinischem Verdacht


• CK bei Myalgien


• Aufklärung über Myalgien, Re-Challenge bei Statinintoleranz
möglich





Take-Home-Messages


1. Dyslipidämien sind extrem häufig – denke immer an sie bei
internistischen Routinechecks.


2. Ziel ist die Risikoreduktion für Atherosklerose.


3. Lebensstiländerung = Basis jeder Therapie.


4. Statine sind Standard, Ezetimib und PCSK9-Inhibitoren folgen
stufenweise.


5. Triglyceride Pankreatitisgefahr! Fibrate /
Icosapent-Ethyl.


6. Familiäre Formen erkennen Screening der Angehörigen.





Quellen & Empfehlungen


• ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias (2023)


• DGFF / Deutsche Lipid-Liga e.V.
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