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  4. Reanimation - BLS, ALS und Post-ROSC strukturiert handeln
1) Grundsatz & Überlebenskette

• Herzdruckmassage zuerst, kräftig, schnell, Pausen minimieren.

• Überlebenskette: Erkennen & Hilfe CPR frühe
Defibrillation Post-ROSC-Therapie.

2) Basic Life Support (BLS)

• Reaktion/Atmung prüfen, Hilfe/112, AED holen.

• Kompressionen: Mitte Sternum, ≥5 cm (nicht >6 cm),
100–120/min, vollständige Entlastung; Wechsel alle ~2 min.

• Beatmung (falls möglich): 30:2, je Beatmung ~1 s bis sichtbare
Thoraxhebung, Hyperventilation vermeiden.

3) AED – schnelle Defibrillation

• Pads anterolateral (oder anteroposterior), Aggregat-Abstand ≥8
cm.

• Analyse „hands off“, Schock sofort weiterdrücken.

• Kinder: Standardpads ab ~8 J; sonst Geräte-Kindermodus nutzen.

4) ALS – Rhythmusgesteuert

Schockbare Rhythmen (VF/pVT)

• Früh schocken; biphasisch initial ≥150 J, dann steigern (bis
max/360 J je Gerät).

• Kompressionen während Aufladen, Unterbrechung ≤5 s, nach Schock
direkt drücken.

Nicht-schockbar (Asystolie/PEA)

• Kein Schock. CPR + Adrenalin früh, Ursachen suchen/therapieren.

5) Medikamente (Erwachsene – Beispiele)

• Adrenalin 1 mg i.v./i.o.:

• Schockbar: nach 3. Schock, dann alle 3–5 min.

• Nicht-schockbar: so früh wie möglich, dann alle 3–5 min.

• Amiodaron bei persistierendem VF/pVT: 300 mg i.v. Bolus nach 3.
Schock; Zusatz 150 mg möglich.

• Alternative: Lidocain 1,0–1,5 mg/kg, dann 0,5 mg/kg, max. ~3
mg/kg.

• Magnesiumsulfat 2 g i.v. über 2–5 min bei Torsade de pointes.

6) Atemweg, Ventilation, Kapnografie

• Beutel-Maske sicher; supraglottischer Atemweg früh möglich;
Intubation nur ohne relevante CPR-Unterbrechung.

• Gesicherter Atemweg: asynchron ventilieren, ~10/min,
Normokapnie (etCO₂ 35–45 mmHg).

• etCO₂ ≥10 mmHg spricht für brauchbare CPR-Qualität; plötzlicher
Anstieg mögliches ROSC.

7) Reversible Ursachen – „4H/4T“

• Hypoxie, Hypovolämie, Hypo/Hyperkaliämie/Elektrolyte,
Hypothermie.

• Tamponade, Thromboembolie (koronar/pulmonal),
Tension-Pneumothorax, Toxine/Schwere Azidose.

• Point-of-Care-US: Tamponade, Rechtsherzbelastung, Herzaktion.

• Spannungspneu sofort entlasten (Fingerthorakostomie 5. ICR
vordere/mittlere Axillarlinie).

• Hyperkaliämie CaCl₂ 10 % 5–10 mL i.v. + Insulin 10 I.E. i.v.
+ Glukose 25 g; ggf. NaHCO₃ bei ausgepr. Azidose.

8) Post-ROSC-Behandlung

• Airway/Breathing: SpO₂ 94–98 %, Normokapnie, lungenprotektive
Beatmung; Sedierung nach Hausstandard.

• Kreislauf: MAP ≥65 mmHg (oder syst. >100 mmHg), Flüssigkeit
+ Noradrenalin (~0,05–0,1 µg/kg/min, titrieren); bei Pumpversagen
Dobutamin 2–20 µg/kg/min.

• Glukose: Ziel 140–180 mg/dL; Kalium 4,0–4,5 mmol/L.

• Temperaturkontrolle: Fieberprävention ≥72 h (Antipyrese +
physikalisch); milde Hypothermie 32–36 °C in ausgewählten Fällen.

• Diagnostik: 12-Kanal-EKG; bei Ischämieverdacht zeitnahe
Koronarangiografie; Echo/CT nach Klinik.

• ECLS/VA-ECMO erwägen bei therapierefraktärer Instabilität.

• Neurologische Prognose: multimodal, frühestens ≥72 h,
störfaktorenbereinigt

9) Besonderheiten

Kinder

• Häufig respiratorische Ursache 5 initiale Beatmungen, dann
Kompressionen.

• Verhältnis: Laie 30:2; Profi-Team 15:2.

• Tiefe: ~1/3 Thorax-AP-Durchmesser, Frequenz 100–120/min.

• Dosen: Adrenalin 10 µg/kg (0,01 mg/kg) alle 3–5 min, Amiodaron
5 mg/kg, Lidocain 1 mg/kg.

• Defi-Energie: initial 4 J/kg, ggf. 6–8 J/kg.

Neugeborene (peripartal)

• Ventilation zuerst (5 Hübe, Insp. 2–3 s), dann 3:1
Kompression:Beatmung.

• Adrenalin i.v. 10–30 µg/kg; Zugang: Nabelvene.

Schwangerschaft

• Hände etwas kranialer positionieren; Uterus nach links
verlagern/Linksneigung 15–30°.

• Normal defibrillieren (Pads bevorzugt)

• Perimortale Sectio vorbereiten, wenn kein ROSC ~4 min nach
Arrest

Take-Home Messages

1. Drücken ist König – Qualität vor allem.

2. Früh defibrillieren, Unterbrechungen minimieren.

3. Adrenalin sinnvoll getaktet, Amiodaron/Lidocain bei VF/pVT.

4. H’s & T’s entscheiden oft über den Ausgang.

5. Post-ROSC: Oxygenierung, Hämodynamik, Temperatur und Ursache
konsequent managen.
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„Reanimation - BLS, ALS und Post-ROSC strukturiert handeln“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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