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🫀 Thema & Relevanz

Aortenklappenstenose (AKS) = Verengung der Aortenklappe zwischen
linkem Ventrikel und Aorta.

Häufigster behandlungsbedürftiger Herzklappenfehler bei Älteren
(Europa/Nordamerika). Lange asymptomatisch möglich frühe
Zeichen aktiv suchen.

Leitsymptome (SAD) & Bedeutung

SAD = Synkope, Angina pectoris, Dyspnoe

- Dyspnoe: Füllungsdrücke/Herzinsuffizienz

- Angina ohne KHK möglich: Myokardbedarf + Reserve

- Belastungssynkope: Fixiertes HZV + periphere Vasodilatation

Wichtig: „Asymptomatische“ oft adaptiert gezielte
Belastungsanamnese (Treppen/Wege/Tempo im Verlauf).

🩺 Klinische Untersuchung

- Palpation: hebender Herzspitzenstoß, systolisches Schwirren
(Aorta/Karotiden)

- Puls: pulsus tardus et parvus

- Auskultation:

- Raues crescendo-decrescendo-Systolikum

- Punctum maximum 2. ICR rechts parasternal/Erb-Punkt

- Typische Ausstrahlung in beide Karotiden

- Ejection Click (früh, bei noch beweglicher Klappe), leiser 2.
Herzton, ggf. S4

- Bei begleitender AI: frühdiastolisches Decrescendo

Merke: Lautstärke des Geräuschs ≠ Schweregrad (sehr schwere AKS
kann leise sein, v. a. low output).

🫧 Echokardiografie (Schlüssel!)

TTE: Morphologie/Kalk, Beweglichkeit, LV-Funktion, Hämodynamik,
Folgen. TEE bei schlechten Bedingungen/Endokarditisverdacht.

Schwere AKS typischerweise bei:

- Vmax ≥ 4,0 m/s oder

- mittlerer Gradient > 40 mmHg oder

- Klappenöffnungsfläche ≤ 1,0 cm²

Spezialfall: Low-flow-low-gradient (v. a. bei reduzierter EF)
Dobutamin-Stressecho zur Differenzierung „echt“ vs.
pseudo-schwer.

CT: Kalkquantifizierung, TAVI-Planung. KHK-Abklärung häufig via
Koronarangiografie (oder CT bei niedrigerem Risiko).

Linksherzkatheter: heute nur bei widersprüchlichen/unklaren
nichtinvasiven Befunden.

️ Therapie: Grundprinzip

Keine kurative medikamentöse Therapie. Definitiv bei
relevanter/symptomatischer AKS: Klappenersatz (SAVR oder TAVI).

- Verlaufskontrollen:

- hochgradig: mind. alle 6 Monate

- mittelgradig: jährlich

- leichtgradig (jung, wenig Kalk): alle 2–3 Jahre

- Indikation Klappenersatz:

- symptomatische schwere AKS: i. d. R. klar

- asymptomatisch: ggf. bei LV-Funktionsminderung, pathol.
Belastungstest, sehr hohe Vmax, rasche Progression

Medikamentös (symptomatisch & Komorbiditäten)

- Herzinsuffizienz/Stauung: Diuretika vorsichtig
(Vorlastabhängigkeit), z. B. Furosemid 20–40 mg p.o./i.v. mit
engmaschiger Kontrolle

- Hypertonie: vorsichtige Einstellung (oft ~130–139/70–90 mmHg,
wenn toleriert)

- RAS-Hemmer (z. B. Ramipril 2,5 mg/d) oder ARB (z. B.
Candesartan 4–8 mg/d), langsam auftitrieren

- Betablocker: bei Indikation (KHK, Tachyarrhythmien) möglich,
vorsichtig (z. B. Bisoprolol 1,25–2,5 mg/d)

- DHP-Kalziumantagonisten: Amlodipin 5 mg/d möglich;
kurzwirksames Nifedipin vermeiden

- Nitrate: nicht strikt kontraindiziert, aber Vorlastsenkung
beachten (z. B. Nitroglyzerin 0,4 mg s.l. unter Beobachtung)

- Rhythmus: Sinusrhythmus wichtig; Vorhofflimmern kann stark
dekompensieren ggf. rasche Kardioversion/Frequenzkontrolle

- Antikoagulation: AKS allein keine Indikation; nur bei eigener
Indikation (z. B. VHF). Post-TAVI/SAVR: klappenspezifische
Schemata.

🩸 Sonderfall: Heyde-Syndrom

AKS + GI-Blutungen (oft Angiodysplasien) durch erworbene
Von-Willebrand-Faktor-Störung (Scherkräfte). Besserung häufig
nach Klappenersatz.

Akutmedizinische Punkte

Empfindlich gegenüber Hämodynamik:

- Vorlast erhalten, adäquaten SVR, Sinusrhythmus/normofrequent

- Vermeide Hypotonie, Tachykardie, aggressive Vasodilatation

Schock/Lungenödem: Hochrisiko enges Monitoring/erfahrenes Team.

Take-home

- SAD (Synkope–Angina–Dyspnoe) aktiv erfragen: prognostisch
entscheidend.

- Typisches Systolikum mit Karotisausstrahlung + pulsus tardus et
parvus Echo veranlassen.

- Echo ist zentral; schwere AKS: Vmax ≥4 m/s, mPG >40 mmHg,
AVA ≤1 cm².

- Symptomatische hochgradige AKS Klappenersatz (TAVI/SAVR);
Medikamente nur begleitend.
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„Aortenklappenstenose“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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