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Beschreibung
vor 5 Monaten
🫀 Thema & Relevanz
Aortenklappenstenose (AKS) = Verengung der Aortenklappe zwischen
linkem Ventrikel und Aorta.
Häufigster behandlungsbedürftiger Herzklappenfehler bei Älteren
(Europa/Nordamerika). Lange asymptomatisch möglich frühe
Zeichen aktiv suchen.
Leitsymptome (SAD) & Bedeutung
SAD = Synkope, Angina pectoris, Dyspnoe
- Dyspnoe: Füllungsdrücke/Herzinsuffizienz
- Angina ohne KHK möglich: Myokardbedarf + Reserve
- Belastungssynkope: Fixiertes HZV + periphere Vasodilatation
Wichtig: „Asymptomatische“ oft adaptiert gezielte
Belastungsanamnese (Treppen/Wege/Tempo im Verlauf).
🩺 Klinische Untersuchung
- Palpation: hebender Herzspitzenstoß, systolisches Schwirren
(Aorta/Karotiden)
- Puls: pulsus tardus et parvus
- Auskultation:
- Raues crescendo-decrescendo-Systolikum
- Punctum maximum 2. ICR rechts parasternal/Erb-Punkt
- Typische Ausstrahlung in beide Karotiden
- Ejection Click (früh, bei noch beweglicher Klappe), leiser 2.
Herzton, ggf. S4
- Bei begleitender AI: frühdiastolisches Decrescendo
Merke: Lautstärke des Geräuschs ≠ Schweregrad (sehr schwere AKS
kann leise sein, v. a. low output).
🫧 Echokardiografie (Schlüssel!)
TTE: Morphologie/Kalk, Beweglichkeit, LV-Funktion, Hämodynamik,
Folgen. TEE bei schlechten Bedingungen/Endokarditisverdacht.
Schwere AKS typischerweise bei:
- Vmax ≥ 4,0 m/s oder
- mittlerer Gradient > 40 mmHg oder
- Klappenöffnungsfläche ≤ 1,0 cm²
Spezialfall: Low-flow-low-gradient (v. a. bei reduzierter EF)
Dobutamin-Stressecho zur Differenzierung „echt“ vs.
pseudo-schwer.
CT: Kalkquantifizierung, TAVI-Planung. KHK-Abklärung häufig via
Koronarangiografie (oder CT bei niedrigerem Risiko).
Linksherzkatheter: heute nur bei widersprüchlichen/unklaren
nichtinvasiven Befunden.
️ Therapie: Grundprinzip
Keine kurative medikamentöse Therapie. Definitiv bei
relevanter/symptomatischer AKS: Klappenersatz (SAVR oder TAVI).
- Verlaufskontrollen:
- hochgradig: mind. alle 6 Monate
- mittelgradig: jährlich
- leichtgradig (jung, wenig Kalk): alle 2–3 Jahre
- Indikation Klappenersatz:
- symptomatische schwere AKS: i. d. R. klar
- asymptomatisch: ggf. bei LV-Funktionsminderung, pathol.
Belastungstest, sehr hohe Vmax, rasche Progression
Medikamentös (symptomatisch & Komorbiditäten)
- Herzinsuffizienz/Stauung: Diuretika vorsichtig
(Vorlastabhängigkeit), z. B. Furosemid 20–40 mg p.o./i.v. mit
engmaschiger Kontrolle
- Hypertonie: vorsichtige Einstellung (oft ~130–139/70–90 mmHg,
wenn toleriert)
- RAS-Hemmer (z. B. Ramipril 2,5 mg/d) oder ARB (z. B.
Candesartan 4–8 mg/d), langsam auftitrieren
- Betablocker: bei Indikation (KHK, Tachyarrhythmien) möglich,
vorsichtig (z. B. Bisoprolol 1,25–2,5 mg/d)
- DHP-Kalziumantagonisten: Amlodipin 5 mg/d möglich;
kurzwirksames Nifedipin vermeiden
- Nitrate: nicht strikt kontraindiziert, aber Vorlastsenkung
beachten (z. B. Nitroglyzerin 0,4 mg s.l. unter Beobachtung)
- Rhythmus: Sinusrhythmus wichtig; Vorhofflimmern kann stark
dekompensieren ggf. rasche Kardioversion/Frequenzkontrolle
- Antikoagulation: AKS allein keine Indikation; nur bei eigener
Indikation (z. B. VHF). Post-TAVI/SAVR: klappenspezifische
Schemata.
🩸 Sonderfall: Heyde-Syndrom
AKS + GI-Blutungen (oft Angiodysplasien) durch erworbene
Von-Willebrand-Faktor-Störung (Scherkräfte). Besserung häufig
nach Klappenersatz.
Akutmedizinische Punkte
Empfindlich gegenüber Hämodynamik:
- Vorlast erhalten, adäquaten SVR, Sinusrhythmus/normofrequent
- Vermeide Hypotonie, Tachykardie, aggressive Vasodilatation
Schock/Lungenödem: Hochrisiko enges Monitoring/erfahrenes Team.
Take-home
- SAD (Synkope–Angina–Dyspnoe) aktiv erfragen: prognostisch
entscheidend.
- Typisches Systolikum mit Karotisausstrahlung + pulsus tardus et
parvus Echo veranlassen.
- Echo ist zentral; schwere AKS: Vmax ≥4 m/s, mPG >40 mmHg,
AVA ≤1 cm².
- Symptomatische hochgradige AKS Klappenersatz (TAVI/SAVR);
Medikamente nur begleitend.
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