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Was ist Dyspnoe?

• Subjektives Gefühl von Luftnot, erschwerter Atmung oder Enge in
der Brust

• Typische objektive Zeichen:

• Tachypnoe

• Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, Nasenflügeln

• Orthopnoe (aufrechte Sitzposition bevorzugt)

• Zyanose bei schweren Verläufen

• Merksatz: Akute Dyspnoe ist immer ein Notfall, bis das
Gegenteil bewiesen

Ersteinschätzung & Anamnese

Strukturierte Kurz-Anamnese:

• Beginn: plötzlich vs. schleichend?

• Ruhe- vs. Belastungsdyspnoe

• Begleitzeichen: Thoraxschmerz, Fieber, Husten, Ödeme,
Allergiezeichen, Synkope

• Vorerkrankungen: HI, COPD, Asthma, Thrombose/LE, bekannte KHK

• Medikation (inkl. Antikoagulation, Diuretika, Betablocker,
Inhalativa)

Körperliche Untersuchung:

• Vitalzeichen: AF, HF, RR, SpO₂, Temperatur

• Auskultation:

• feine RG Pneumonie

• grobblasige RG Lungenödem

• Giemen/Brummen Asthma/COPD

• einseitig leises AG Pneumothorax, Erguss, Atelektase

• inspiratorischer Stridor obere Atemwegsverengung

• Blickdiagnostik: Hautfarbe, Zyanose, Trommelschlägelfinger,
Haltung (Kutschersitz)

Diagnostik

• Basismonitoring: SpO₂, EKG, RR, ggf. BGA

• Labor (je nach Verdacht):

• hs-Troponin, BNP/NT-proBNP (kardial)

• D-Dimere (LE-Verdacht)

• CRP/Leukozyten (Infekt)

• Bildgebung:

• Röntgen-Thorax als Standard

• CT-Angio bei LE-Verdacht

• Echokardiografie bei kardialer Ursache

Symptomatische Sofortmaßnahmen

• Oberkörperhochlagerung, enge Kleidung lösen

• Patient:in beruhigen – Angst verstärkt Dyspnoe

• Sauerstoffgabe:

• Standardziel: SpO₂ 92–96 %

• Bei COPD mit CO₂-Retention: 88–92 %

• Start mit Nasenbrille, bei schwerer Hypoxie Maske/Reservoir
oder High-Flow

🫁 Obstruktive Dyspnoe (Asthma/COPD)

• Salbutamol:

• 2,5 mg Vernebelung, bis zu 3× alle 20 min

• Oder Dosieraerosol mit Spacer: 4 Hübe, bis 3 Serien im Abstand
von 20 min

• Systemische Steroide:

• p.o. Prednisolon 40–50 mg 1×/d (ca. 5 Tage)

• alternativ i.v. Methylprednisolon 100 mg

• MgSO₄ (schwerer Anfall): 2 g i.v. über 20 min

• O₂, Monitoring, ggf. NIV früh bedenken.

Anaphylaxie & allergische Dyspnoe

• Adrenalin i.m.: 0,3–0,5 mg (1:1000) anterolateral in den
Oberschenkel, alle 5–15 min wiederholbar

• Hochfluss-O₂, großvolumige i.v.-Flüssigkeit

• Hydrocortison: 100–200 mg i.v.

• Antihistaminika als Ergänzung (nicht lebensrettend).

️ Kardiale Dyspnoe & Lungenödem

• Verdacht bei: bekannte HI, Orthopnoe, Beinödeme, grobblasige
RG, ggf. ACS-Zeichen

• Furosemid: 40–80 mg i.v. als Bolus (dosis- & nierengängig)

• Nitroglycerin: 0,4 mg s.l., bis 3×; bei Bedarf i.v. 5–10 µg/min
(RR überwachen)

• Frühzeitig NIV (CPAP/BiPAP) zur Entlastung von Lunge und Herz.

🫀 Lungenembolie

• Klinik: akute Dyspnoe, pleuritischer Schmerz, Tachykardie, ggf.
Hämoptysen, Schock

• Diagnostik: D-Dimere, BGA, CT-Angio bei hoher
Wahrscheinlichkeit

• Antikoagulation: z. B. Enoxaparin 1 mg/kg s.c. 2×/d

• Bei hämodynamischer Instabilität: systemische Lyse nach
Leitlinie erwägen.

Palliative Dyspnoe

• Bei refraktärer Luftnot ohne kurative Option:

• niedrig dosiertes Morphin (z. B. 2–5 mg i.v., vorsichtig
titriert)

• engmaschige Überwachung, besonders bei respiratorischer
Insuffizienz.

Merkkette & Praxis-Tipps

• ABCDE-Schema anwenden, akute Lebensgefahr zuerst behandeln

• Bei akuter Dyspnoe immer an „HAPPY L“ denken:

• Herzinfarkt

• Asthma/COPD

• Pneumonie

• Pneumothorax

• Y (why?) LE

• Lungenödem

• Vorerkrankungen nie automatisch verantwortlich machen – neue
Pathologie immer mitdenken.

• Vitalparameter, Maßnahmen und Reaktion lückenlos dokumentieren,
engmaschig re-evaluieren.

Take-Home Messages

1. Akute Dyspnoe = Notfall. Sofort triagieren, Monitoring,
O₂-Zielbereiche beachten.

2. Symptome lindern (O₂, Lagerung, Beruhigung) und parallel
Ursache suchen.

3. Häufige lebensbedrohliche Ursachen (ACS, LE, Pneumothorax,
Lungenödem, Pneumonie, Anaphylaxie) aktiv ausschließen.
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„Akute Dyspnoe in der Notaufnahme“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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