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Thema der Folge: Leberzirrhose

Definition

Die Leberzirrhose ist ein irreversibler, knotig-fibrotischer
Umbau der Leber mit Verlust normaler Architektur, Regeneratknoten
und narbigem Ersatz von funktionsfähigem Parenchym.

Pathophysiologisches Grundprinzip

Zwei Mechanismen erklären fast alle klinischen Folgen:

• Leberfunktionsverlust

• Portale Hypertension

Folgen des Funktionsverlusts:

• verminderte Synthese von Albumin und Gerinnungsfaktoren

• reduzierte Entgiftung, v. a. Ammoniak

• gestörter Bilirubinmetabolismus

• veränderte Arzneimittelmetabolisierung

Folgen der portalen Hypertension:

• Aszites

• Splenomegalie und Hypersplenismus

• Ösophagus- und Fundusvarizen

• portokavale Kollateralen, z. B. Caput medusae

Häufige Ursachen

• Alkoholassoziierte Lebererkrankung

• chronische Hepatitis B und C

• MASLD

Weitere Ursachen:

• Medikamente, z. B. Amiodaron, Methotrexat

• Autoimmunhepatitis, PBC, PSC

• Hämochromatose, Morbus Wilson, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

• Budd-Chiari-Syndrom, kardiale Stauungsleber

🩺 Klinik

Früh oft unspezifisch:

• Müdigkeit, Leistungsknick

• Appetitminderung, Oberbauchdruck, Völlegefühl

Später typisch:

• Ikterus, Pruritus

• Aszites

• Gynäkomastie, Libidoverlust, Amenorrhö

• hepatische Enzephalopathie

Leberhautzeichen:

• Spider naevi

• Palmarerythem, Plantarerythem

• Lacklippen, Lackzunge

• Weißnägel, pergamentartige Hautatrophie

• Dupuytren-Kontraktur

Diagnostik

Wichtige Laborbefunde:

• AST, ALT, Gamma-GT, AP, Bilirubin

• Albumin

• INR bzw. Quick

• Cholinesterase

• Thrombozyten bei Hypersplenismus

Bildgebung:

• Sonografie als Schlüsseluntersuchung

Typisch:

• inhomogene, grobknotige Leber

• unregelmäßige Oberfläche

• erweiterte Pfortader, Kollateralen

• Splenomegalie, Aszites

Ergänzend:

• CT/MRT bei unklaren Befunden

• Leberbiopsie bei unklarer Ursache, Blutungsrisiko beachten

Ursachenabklärung

Immer gezielt suchen nach:

• Hepatitis-Serologien

• Ferritin, Transferrinsättigung

• Coeruloplasmin, Urinkupfer

• Autoantikörper und Immunglobuline

Stadieneinteilung

Child-Pugh:

• Bilirubin

• Albumin

• INR/Quick

• Aszites

• hepatische Enzephalopathie

Child A bis C zur Prognoseabschätzung.

Bei fortgeschrittener Erkrankung zusätzlich MELD wichtig, v. a.
für Transplantationspriorisierung.

Therapieprinzipien

• Ursache behandeln

• absolute Alkoholkarenz

• lebertoxische Substanzen vermeiden

• gute Ernährungsmedizin: keine generelle Eiweißrestriktion

• bei Mangelzuständen Vitamine substituieren, besonders Thiamin

️ Wichtige Komplikationen

Aszites:

• salzarme Kost

• Spironolacton 1. Wahl, ggf. plus Furosemid

• engmaschige Kontrolle von Gewicht, Kreatinin, Natrium, Kalium

• Parazentese bei gespanntem Aszites

• Albumin bei > 5 l Aszitespunktion

• TIPS bei refraktärem Aszites

Varizen:

• Primärprophylaxe mit nichtselektiven Betablockern

• akute Varizenblutung = Notfall

Hepatische Enzephalopathie:

• denken bei Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Wesensveränderung

• Trigger suchen, z. B. Obstipation, Blutung, Infektion

SBP:

• niedrige Schwelle zur diagnostischen Aszitespunktion

• antibiotische Therapie zügig beginnen

Hepatorenales Syndrom:

• andere AKI-Ursachen ausschließen

• Albumin + Vasokonstriktoren, z. B. Terlipressin

• Behandlung in erfahrenen Zentren

Stationsalltag

Wichtig im Verlauf:

• tägliches Gewicht und Bauchumfang bei Aszites

• Vigilanz und Kognition beobachten

• aktiv nach Stuhlgang fragen

• auf Blutungszeichen achten

• Blutzucker kontrollieren

Wann an Transplantation denken?

Frühzeitig bei:

• wiederholten Dekompensationen

• refraktärem Aszites

• rezidivierenden Varizenblutungen

• hepatorenalem Syndrom

• fortgeschrittener Child-C-Situationsd

Take-home-Messages

• Immer Ursache suchen und wenn möglich behandeln.

• Zirrhose immer entlang der Achsen Leberfunktionsverlust und
portale Hypertension denken.

• Jede Dekompensation ist prognostisch relevant und muss ernst
genommen werden.
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„Leberzirrhose“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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