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Beschreibung
vor 4 Monaten
Überblick
- Hepatitis C (HCV): RNS‑Virus, hohe Chronifizierungsrate,
Komplikationen: Leberzirrhose, HCC
- DAA heilen >95% mit kurzen, interferonfreien Regimen
Übertragung
- Parenteral: v. a. Needle Sharing; seltener Piercing/Tattoo,
Nadelstich, Dialyse, Transplantation
- Sexuell: gering, erhöht bei MSM mit HIV
- Vertikal: ca. 5% bei maternaler Virämie
- 40% unklare Anamnese großzügig testen
🩺 Klinik
- Akut oft asymptomatisch (Inkubation 2–24 Wo., Ø 8 Wo.)
- Chronisch in 60–85%; unspezifische Beschwerden
- 20% Zirrhose in 20 Jahren; erhöhtes HCC‑Risiko bei Zirrhose
Extrahepatisch
- Kryoglobulinämische Vaskulitis, Arthralgien, Neuropathien
- Glomerulonephritis, Sicca‑Syndrom, Thrombozytopenie, selten
B‑Zell‑Lymphome
- Besserung nach erfolgreicher Therapie
Diagnostik
- 1) Anti‑HCV (ab ~7–8 Wo. positiv), beweist keine aktive
Infektion
- 2) HCV‑RNS (PCR) = aktive Infektion/Infektiosität
- Bei Immunsuppression/HIV/Dialyse direkt HCV‑RNS
- Genotypisierung nur bei speziellen Situationen/Re‑Therapie
Stadieneinschätzung & Basis
- ALT/AST, GGT, AP, Bilirubin; FIB‑4, ggf.
Transientenelastografie
- Sono Abdomen, Blutbild/Thrombos; Child‑Pugh
- HAV/HBV/HIV testen; HAV/HBV impfen bei fehlender Immunität
Therapie (pangenotypisch; fast alle mit aktiver HCV behandeln)
- Sofosbuvir/Velpatasvir (SOF/VEL) 400/100 mg 1×/d, 12 Wo; bei
dekomp. Zirrhose (Child‑Pugh B/C) Mittel der Wahl
- Mit Ribavirin 12 Wo ODER ohne Ribavirin 24 Wo
- Ribavirin: gewichtsabhängig; teratogen doppelte Kontrazeption
während Therapie + 6 Mon. danach
- Glecaprevir/Pibrentasvir (GLE/PIB) 300/120 mg als 3 Tbl 1×/d zu
Mahlzeit
- 8 Wo ohne Zirrhose; 12 Wo bei kompensierter Zirrhose; KI bei
Child‑Pugh B/C
- Gut bei schwerer Niereninsuffizienz/Dialyse
- Re‑Therapie: SOF/VEL/Voxilaprevir 400/100/100 mg 1×/d, 12 Wo;
Interaktionen/Leberfunktion prüfen; ggf. NS5A‑Resistenztest und
Zentrum
Besondere Gruppen
- Schwangerschaft: DAA i. d. R. post partum; Stillen ok, außer
bei blutenden Mamillen
- Dekompen. Zirrhose: keine Proteaseinhibitoren SOF/VEL ±
Ribavirin
- Niereninsuffizienz: GLE/PIB bevorzugt; SOF‑basierte Regime
vielfach zugelassen
- PWID: behandeln ohne Abstinenzauflage; Substitution,
Spritzentausch, niedrigschwellige Nachsorge
️ Interaktionen
- Sofosbuvir + Amiodaron meiden (Bradykardien)
- PPI Velpatasvir: niedrigste Dosis, Einnahme zu Mahlzeit;
Antazida zeitversetzt
- Statine: Simva/Lova vermeiden; Rosi/Ato nur niedrig,
kontrollieren
- Enzyminduktoren (Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital,
Johanniskraut) meiden
- DOAKs/Immunsuppressiva: Check erforderlich
️ Verlauf/Monitoring
- Start: HCV‑RNS, Leber-/Nierenwerte, HAV/HBV/HIV,
Schwangerschaftstest, Fibroseabschätzung, Ultraschall
(indikationsbezogen), Interaktionscheck
- Verlauf: ggf. 4‑Wo‑Kontrolle (Leberwerte, Adhärenz, NW)
- Heilung: SVR12 = HCV‑RNS negativ 12 Wo nach Therapieende
- Versagen: Adhärenz/Interaktionen prüfen; Re‑Therapie planen
Nebenwirkungen
- DAA: meist mild (Kopfschmerz, Müdigkeit, GI)
- Ribavirin: hämolytische Anämie Blutbildkontrollen,
Dosisanpassung; strikte Kontrazeption
️ Prävention
- Kein Impfstoff; Expositionsprophylaxe (sichere Injektionen,
sterile Instrumente, Arbeitsschutz)
- Keine PEP nach Nadelstich; Basisdiagnostik +
Verlaufskontrollen, früh therapieren bei Nachweis
- HAV/HBV‑Impfung wichtig; akute HCV meldepflichtig (lokale
Vorgaben beachten)
Prognose & Nachsorge
- Nach SVR12 i. d. R. dauerhaft geheilt; Risiko für Progression
sinkt
- Bei fortgeschrittener Fibrose/Zirrhose: HCC‑Screening alle 6
Mon. (Sono ± AFP)
- Alkoholkarenz, Management metabolischer Risiken
Take‑home
- Testen, bestätigen, behandeln – und Interaktionen checken. So
verhindern wir Zirrhose und Leberkrebs.
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