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Epidemiologie

- Rückläufig in Westen; hohe Inzidenz in Ostasien/Südamerika

- Gipfel >50 J., Diagnosealter meist 70–75 J.

- Männer ≈ Frauen; Kardia: Männer häufiger

Risikofaktoren

- Exogen: salz-/nitratreiche Kost (gepökelt, geräuchert),
Alkohol, Nikotin, niedriger SES

- Endogen: H.-pylori (Typ-B), Autoimmungastritis (Typ-A),
präkanzeröse Läsionen, Zustand nach Teilresektion

- Genetik: CDH1, HNPCC; Kardia: Adipositas, Reflux

- Blutgruppe A: leicht erhöhtes Risiko

🩺 Klinik & Metastasen

- Lange asymptomatisch; unspezifisch: Völlegefühl,
Nüchternschmerz, frühe Sättigung, Fleischaversion

- B‑Symptome, Eisenmangelanämie

- Virchow-LK, Krukenberg, Douglas; Lymphogen (Kurvaturen
Truncus coeliacus), hämatogen (Leber, Lunge, Knochen, Gehirn)

Diagnostik

- ÖGD mit Biopsien: exophytisch 8–10; ulzeriert 2 Grund + 8 Rand;
bei Verdacht Wiederholung

- Tumormarker (CA72‑4, CA19‑9, CEA): nicht für Primärdiagnose,
nur Verlauf bei initialer Erhöhung

Staging

- EUS: Tiefeninfiltration, lokale LK (verdickte Muscularis
propria = Warnsignal)

- CT Abdomen/Becken mit KM + Magenfüllung, CT Thorax; Halssono
bei Übergang

- Diagnostische Laparoskopie (+ Zytologie) ab cT3; bei cT2 mit
unklarem N-Status/PC-Verdacht

- MRT Leber bei unklar; PET‑CT v. a. bei GE‑Übergang

️ Kurative Therapie

- T1a (ohne LK): endoskopisch EMR/ESD (En‑bloc). Kriterien:
Mukosa-begrenzt, G1–2, keine Ulzeration, kleine Läsion

- PPI: Pantoprazol 40 mg 1–2×/d für 2–4 Wo.

- T1b/L1/V1 Chirurgie

- Chirurgie ab T1b: (Sub‑)totale Gastrektomie +
D2‑Lymphadenektomie; Roux‑Y

- Sicherheitsabstand: intestinal ~5 cm, diffus ~8 cm

- Splenektomie nur bei Hilusbefall/Kontakt; ggf.
Pankreaslinksresektion

- Perioperative Chemotherapie (ab ≥cT3; cT2 individuell)

- Standard FLOT: Docetaxel 50 mg/m2 d1, Oxaliplatin 85 mg/m2 d1,
Folinsäure 200 mg/m2 d1, 5‑FU 2600 mg/m2 24 h d1; q2w; 4 Zyklen
vor + 4 nach OP

- Antiemese: Ondansetron 8 mg + Dexamethason 8 mg

- Alternativen: ECF/EOX; PLF anthrazyklinfrei. Cisplatin:
Hydratation, Nephro-/Ototoxizität beachten

- Monitoring: Toxizitäten (Oxaliplatin‑Neuropathie,
5‑FU‑Mukositis/Diarrhö), frühe Response-Kontrolle

Palliative Interventionen

- Stents (Kardia/Antrum), Argon-Plasma bei In‑Stent‑Tumor;
Gastroenterostomie bei guter Prognose

- Ablauf‑PEG (≥20 Ch) bei Subileus/PC

- Aszites: Punktion, ggf. getunnelte Dauerdrainage

- Chemo‑Diarrhö: Loperamid 4 mg, dann 2 mg nach jeder ungeformten
(max 16 mg/d); bei Persistenz Octreotid 100–200 µg s.c. 3×/d

️ Post‑OP‑Komplikationen

- Postgastrektomie‑Syndrom (Maldigestion): kleine proteinreiche
Mahlzeiten, Pankreasenzyme 20.000–50.000 Lipase‑E zu
Hauptmahlzeiten (½ Dosis zu Snacks), MCT bei Steatorrhö; Eisen
50–100 mg elementar 2–3×/d; Vit. B12 1000 µg i.m. monatlich, dann
alle 2–3 Mo.

- Dumping: früh (20 min), spät (1–3 h, Hypoglykämie)

- Diät: mehrere kleine Mahlzeiten, komplexe KH, wenig Flüssigkeit
zu Mahlzeiten, nach dem Essen hinlegen

- Acarbose 50–100 mg vor KH‑reichen Mahlzeiten; Octreotid 100–200
µg s.c. 3×/d; LAR 20–30 mg i.m. q4w

- Schlingen‑Syndrome: afferent (gallig, oft OP), efferent
(Passage), Blind‑Loop (SIBO): Metronidazol 500 mg 3×/d +
Ciprofloxacin 500 mg 2×/d 5–7 d; ggf. chirurgisch

Nachsorge

- 0–12 Mo.: alle 3–6 Mo., danach jährlich

- Anamnese, Gewicht, Passage, Dumping, psychosozial

- Labor: BB, Eisenstatus (inkl. Transferrin/TSAT), Vit. B12; US
Abdomen; Marker nur bei initialer Erhöhung

- Reha: Ernährungsberatung, Bewegung, Psychoonkologie

Take‑Home

- Lange stumm bei Oberbauchbeschwerden/Eisenmangel an Karzinom
denken

- ÖGD mit ausreichenden Biopsien; bei Verdacht wiederholen

- Staging inkl. EUS, KM‑CT, ab cT3 Laparoskopie

- Kurativ nur R0; T1a endoskopisch, sonst Gastrektomie + D2

- Perioperativ FLOT (4+4) verbessert Outcome

- Palliativ: EOX/ECF/FLOT; HER2+ Trastuzumab; 2L
Ramucirumab+Paclitaxel

- Post‑OP: Enzyme, Eisen, B12; Dumping diätetisch/medikamentös
managen

- GIST mitdenken: andere Biologie, Target‑Therapie
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„Magenkarzinom“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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