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🫁 Definition & Risiko

- Lungenembolie (LE): Verlegung von Pulmonalarterien meist durch
Thromben aus tiefer Bein-/Beckenvenenthrombose.

- Hauptrisiken: Immobilisation/Bettruhe, OP, Malignom, Östrogene,
Schwangerschaft/Wochenbett, lange Reisen, Dehydratation, Trauma.

Pathophysiologie (4 Säulen)

- Verlegung pulmonaler Druckanstieg, Rechtsherzlast bis Cor
pulmonale.

- Totraum Hypoxämie; Hyperventilation respiratorische
Alkalose.

- Vasoaktive Mediatoren (Serotonin/Thromboxan)
Vasokonstriktion/Bronchospasmus.

- Surfactant Mikroatelektasen.

🩺 Klinik

- Akut: Dyspnoe, Tachypnoe, pleuritischer Thoraxschmerz,
Husten/Hämoptysen.

- Rechtsherzzeichen: Tachykardie, Hypotonie, Synkope, gestaute
Halsvenen, Zyanose.

- OP-Hinweis: EtCO2-Abfall, Sättigungsabfall, HF , RR .

Erste Schritte (für alle, situationsangepasst)

- Lagerung: Oberkörper hoch; im Schock Beine auf Herzniveau.

- O2: meist 6 L/min, Ziel SpO2 ≥90%.

- Monitoring: EKG, RR, SpO2; i.v.-Zugang; Blut: D‑Dimere,
Troponin, BNP.

- Analgosedierung vorsichtig: Morphin 2–5 mg i.v. titriert;
Diazepam 2–5 mg i.v.

- Volumen restriktiv: 200–500 ml Kristalloid, rasch reevaluieren.

- Vasopressor: Noradrenalin 0,01–0,1 µg/kg/min, zügig nach
klinischer Antwort titrieren.

Stabil vs. instabil

- Stabil: syst. RR >90 mmHg ohne Organminderperfusion.

- Instabil: Reanimation, obstruktiver Schock oder persistente
Hypotonie mit Endorganmangel.

Diagnostik

- Instabil: CTPA so früh wie möglich; wenn nicht möglich Echo:
akute RV-Belastung (RV‑Dilatation/Hypokinesie, D‑Zeichen,
dilatierte V. cava inf.). Bei passender Klinik Rekanalisation
erwägen + Antikoagulation.

- Stabil: klinische Wahrscheinlichkeit (Wells, dichotom); bei
niedrig/intermediär D‑Dimere (altersadaptiert: Alter×10 µg/L ab
50 J). Hohe Wahrscheinlichkeit direkt Bildgebung.

- Bildgebung: CTPA Goldstandard; V/Q‑Szinti bei schwerer
NI/jungen Patientinnen. Beinvenen-Kompressionssono sinnvoll. Echo
prognostisch. EKG: Sinustachy, SIQIII, RSB, T‑Negativierungen.
BGA: PaO2, PaCO2. Röntgen zum DD‑Ausschluss.

Dauertherapie & Sekundärprophylaxe

- Mindestens 3 Monate. Provokation klar meist 3 Monate
ausreichend.

- Unprovoziert/persistentes Risiko/Rezidive/Thrombophilie
verlängern/auf unbefristet abwägen (Blutungsrisiko!).

- Niedrigdosis-Optionen: Rivaroxaban 10 mg qd oder Apixaban 2,5
mg bid.

- VKA-Alternative: INR‑Ziel 2,0–3,0.

Ambulant vs. stationär

- sPESI = 0, kein RV‑Stress, stabile Oxygenierung, sichere
Versorgung/Adhärenz ambulant möglich.

- Erhöhtes Risiko/RV‑Belastung/Biomarker/Hypotonie stationär
bis ICU.

Schwangerschaft/Wochenbett

- Diagnostik: Beinvenen‑Sono primär; V/Q‑Szinti oft günstiger als
CTPA; CTPA mit Schwangerschaftsprotokoll möglich.

- Therapie: NMH (Enoxaparin 1 mg/kg bid oder 1,5 mg/kg qd) bis
Entbindung + 6–12 Wo postpartum (mind. 3 Mon.). Peripartal eher
interventionelle Thrombektomien statt systemischer Lyse. DOAK in
Schwangerschaft/Stillzeit kontraindiziert.

️ Malignom

- NMH ≥6 Monate Standard; Edoxaban/Rivaroxaban Alternativen, wenn
kein erhöhtes GI/GU‑Blutungsrisiko.

‍️ Pflege & Edukation

- Keine i.m.-Injektionen unter Antikoagulation/Lyse.
Blutungszeichen überwachen.

- Früh mobilisieren bei Stabilität, Überlastung vermeiden.

- Aufklärung: DVT‑Zeichen früh abklären; bei akuter
Dyspnoe/Brustschmerz/Synkope/Hämoptysen Notruf. Adhärenz,
Interaktionen, DOAK‑Einnahme konsistent; VKA mit regelmäßiger
INR‑Kontrolle.

Nachsorge (3–6 Monate)

- Belastbarkeit/Dyspnoe prüfen; bei Persistenz: TTE bei
Verdacht auf CTEPH Perfusionsszinti, Zentrumsüberweisung.

- Thrombophiliediagnostik bei unprovozierten/rezidivierenden
Ereignissen außerhalb der Akutphase, nicht unter DOAK.

Take‑home

- Stabilität zuerst.

- Strukturierte Diagnostik (Wahrscheinlichkeit D‑Dimere/CTPA).

- Früh Antikoagulation.

- Hochrisiko: Rekanalisation bereithalten.

- Nachsorge planen, Rezidiv- vs. Blutungsrisiko balancieren.
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„Lungenembolie“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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