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Definition

- Synkope: plötzliches Bewusstseins- und Tonus‑Verlustereignis
mit rascher, kompletter Erholung; Ursache: vorübergehende globale
zerebrale Minderdurchblutung

- Präsynkope: Vorstadium (Schwindel, Schwarzwerden, Übelkeit,
Kaltschweißigkeit)

Pathophysiologie & Einteilung

- Mechanismen: vermindertes Herzzeitvolumen, niedriger peripherer
Widerstand, oder beides

- Typen:

- Kardiale Synkope (Arrhythmien/strukturell) – höchste Gefahr

- Reflexsynkope (vasovagal,
miktions-/defäkations-/situationsbedingt)

- Orthostatische Synkope (Aufstehen/Stehen,
Volumenmangel/Medikamente)

Kardiale Red Flags

- Synkope im Liegen oder unter Belastung

- Palpitationen unmittelbar vor Ereignis

- Strukturelle Herzkrankheiten (z. B. hochgradige AS, HOCM,
isch./ARVC)

- Ionenkanalopathien (Long‑QT, Brugada), SCD in Familie

- EKG: ausgeprägte Bradykardie/Sinuspausen, höhergradige
AV‑Blöcke, Präexzitation, VT, Brugada‑Muster

🫀 Karotissinusmassage

- Nur ohne Strömungsgeräusche, unter Monitoring

- Je Seite ~10 s, in RL und aufrecht/gesichert

- Diagnose Karotissinussyndrom: Asystolie >3 s und/oder syst.
BP‑Abfall >50 mmHg + Synkope

Differenzialdiagnosen (TLOC)

- Epilepsie: >15 s, postiktal, tonisch‑klonisch, Automatismen,
lateraler Zungenbiss, EEG/ZNS‑Läsion

- Psychogen: >2 Min, tranceähnlich, psych. Auffälligkeiten

- Intox/Hypoglykämie: länger, keine rasche Spontanerholung

- Herzstillstand: anhaltend – sofort reanimieren

- Merke: Synkope ist kurz und endet spontan

️ Therapie: kardiale Synkope

- Ursache behandeln (z. B. Aortenklappe)

- Bradyarrhythmien: Schrittmacher (Sinusknotensyndrom mit Pausen,
höhergradige AV‑Blöcke)

- Tachyarrhythmien: Katheterablation; alternativ Antiarrhythmika

- ICD bei lebensbedrohlichen Arrhythmien/struktureller KH, LVEF
≤30–35%

- Hochrisikoindikatoren: HCM, ARVC, Long‑QT, Brugada strikte
Risikostratifizierung

Therapie: Reflexsynkope

- Aufklärung, Reassurance, Prodrome erkennen

- Gegenpressmanöver: Beine überkreuzen, Muskelanspannung, Hände
verhaken und ziehen

- Flüssigkeit ≥2 l/Tag, Salz, langsames Aufstehen,
Ausdauertraining

- Midodrin: Start 2,5 mg 3×/d Steigerung bis 5–10 mg 3×/d;
letzte Dosis nicht spät abends; NW: supine Hypertonie,
Parästhesien, Gänsehaut, Harnverhalt

- Kardioinhibitorisch/CSS mit Asystolie (≥40 J., rezidivierend):
Schrittmacher erwägen

Therapie: orthostatische Synkope

- Trigger/Medikamente prüfen (Diuretika, Antidepressiva,
vasoaktive)

- Maßnahmen: Trinken/Salz, langsam aufstehen, heiße
Duschen/rasches Aufstehen meiden, Ausdauertraining, evtl.
Kompressionsstrümpfe

- Midodrin wie oben

- Fludrocortison: 0,1 mg morgens ggf. 0,2–0,3 mg/d; Monitoring
BP (liegend/stehend), Gewicht, Ödeme, Elektrolyte (Kalium); NW:
supine Hypertonie, Hypokaliämie, Ödeme, HI‑Verschlechterung

POTS

- Kriterien: binnen 10 Min Aufrichten HF +≥30/min oder HF
>120/min ohne relevanten BP‑Abfall; junge Frauen häufig

- Therapie: Flüssigkeit/Salz, Training, Kompression, isometrische
Manöver

- Medikation (off‑label): Midodrin, Fludrocortison; Betablocker
(Propranolol 10–20 mg 2–3×/d); bei Komorbidität SSRI (Paroxetin
20 mg/d, einschleichend)

Akut am Bett

- Hinlegen, Beine hoch, beruhigen, Kleidung lockern,
Vitalzeichen, 12‑Kanal‑EKG, O2 bei Bedarf

- Bradykard instabil: Atropin 1 mg i.v., Wiederholung nach 3–5
Min bis max. 3 mg; ggf. transkutane/transvenöse Stimulation

- Elektrolyte korrigieren (K+, Mg2+), TSH prüfen

Komplikationen & Prognose

- Kardial: lebensbedrohliche Arrhythmien/SCD

- Verletzungen: ~30% insgesamt; 5–10% schwer (Frakturen, SHT)

- Rezidive: ~30% in 3 Jahren

- Reflexsynkope: normale Lebenserwartung; Prognose sonst nach
Grunderkrankung

Fahreignung

- Erstereignis: privat i. d. R. keine Einschränkung (ohne
Hochrisiko)

- Rezidiv: privat meist ≥6 Monate Pause; beruflich
länger/individuell

- Nach Schrittmacher: privat ~1 Woche, beruflich ~4 Wochen (bei
komplikationslosem Verlauf)

- Hochrisiko kardial: strengere Regeln, Leitlinien beachten
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„Synkope“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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