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Titel: Darmpathogene E. coli – Diagnostik, Therapie, Dosierungen
kompakt

- Meist harmlos, aber darmpathogene Subtypen verursachen Diarrhö.

- Diagnostik gezielt per PCR/Toxinnachweis anfordern.

- Therapie primär supportiv; Antibiotika nur selektiv, bei EHEC
vermeiden.

Kurzüberblick

- Gramnegatives, begeißeltes Stäbchen; Adhärenz + Toxine je nach
Subtyp.

- Standard-Stuhlkultur reicht nicht; Virulenzgene (PCR) bzw.
Toxine (ELISA) nachweisen.

Wann testen?

- Blutige Diarrhö, schwere/prolongierte Verläufe, Hospitalisation
(v. a. Kinder)

- Immunsuppression, passende Reiseanamnese, Cluster,
Lebensmittelberufe

- Erst Stuhl sichern, dann über Antibiotika entscheiden.

Diagnostik im Labor

- Anforderung: „Darmpathogene Escherichia coli inkl.
Toxinnachweis (Shiga-Toxin)/PCR“

- EHEC-Verdacht explizit angeben; ggf. Anreicherungskultur.

Supportivtherapie

- Rehydratation: ORS in kleinen, häufigen Schlucken.

- Kinder: 50–100 mL/kg in 4 h; schwere Dehydratation: 20 mL/kg
isoton kristalloid als Bolus, eng reevaluieren.

- Antiemese: Ondansetron 4–8 mg p.o./i.v. (bei Kindern
alters-/gewichtsbasiert).

- Spasmolyse: Butylscopolamin 10 mg p.o. 3–5×/d oder 20 mg i.v.
(KI: Engwinkelglaukom).

- Motilitätshemmer: Loperamid nur zurückhaltend bei Erwachsenen,
nicht bei Fieber/blutigem Stuhl/Kindern.

- Dosis: 4 mg Start, dann 2 mg nach jedem ungeformten Stuhl, max.
16 mg/24 h.

Antibiotika – selektiv einsetzen

- Keine Routine-Antibiotika bei E. coli-Diarrhö; bei EHEC
kontraindiziert.

- Indikation: schwere/protrahierte Verläufe, Risikopatient:innen,
extraintestinale/generalisierte Infektionen (nach
Stuhldiagnostik).

- Regime:

- Azithromycin: 1 g einmalig ODER 500 mg p.o. 1×/d für 3 Tage.

- Ciprofloxacin: 500 mg p.o. 2×/d für 3 Tage (Resistenzen/UF
beachten; nicht in SS/Stillzeit).

- Rifaximin: 550 mg p.o. 2×/d für 3 Tage (nur nichtinvasiv).

- Extraintestinal/septisch: Carbapenem, z. B. Meropenem 1–2 g
i.v. q8h oder Imipenem/Cilastatin 0,5–1 g i.v. q6–8h; Dosis an
Nierenfunktion anpassen, Blutkulturen vorab.

Subtypen kompakt

- EHEC (H wie HUS) 🩸

- Shiga(-like)-Toxine; oft wässrig teils blutig, Risiko HUS
(Anämie, Thrombozytopenie, akutes Nierenversagen).

- Quellen: Rohmilch, unzureichend gegartes Fleisch,
kontaminiertes Gemüse, Wiederkäuer, M2M.

- Diagnostik: Shiga-Toxin-PCR/ELISA. Therapie: strikt supportiv;
kein Loperamid, keine Antibiotika. Extraintestinal: Carbapenem
erwägen.

- Erinnerung: O104-Ausbruch 2011 (Sprossen).

- ETEC (T wie Travel) ️

- Hitzelabiles/-stabiles Toxin sekretorische, wässrige Diarrhö.

- Therapie: supportiv; bei schweren Verläufen Azithromycin
bevorzugt; Alternativen s. oben. Keine Routineprophylaxe.

- EPEC (P wie Pädiatrie)

- Adhärenz am Dünndarm, Resorptionsstörung; breiig-wässrige,
meist nichtblutige Diarrhö bei Säuglingen/Kleinkindern.

- Therapie: Rehydratation, Ernährung sichern; Antibiotika i. d.
R. nicht empfohlen; ggf. Zink 10–20 mg/d für 10–14 Tage.

- EIEC

- Shigellen-ähnlich, invasiv; wässrige bis blutig-schleimige
Diarrhö, Fieber, Krämpfe.

- Basis supportiv; bei schweren Verläufen Azithromycin bevorzugt;
Loperamid bei Blut/Fieber meiden.

- EAEC

- Aggregative Fimbrien, Biofilm; akut oder
chronisch-rezidivierend, teils blutig/Fieber.

- Supportiv; bei protrahiert/vulnerabel: Azithromycin oder
(nichtinvasiv) Rifaximin.

Hygiene & Organisation

- Strikte Händehygiene, separate Toilette wenn möglich, keine
Speisenzubereitung bis symptomfrei.

- Lebensmittelberufe: lokale Wiederzulassungsregeln (oft negative
Stuhlkontrollen).

- Laborkontrollen bei schweren Verläufen: BB, Kreatinin,
Harnstoff, Elektrolyte, Gerinnung (HUS-Screen).

- Meldepflicht prüfen: v. a. HUS, gesicherter EHEC.

Praxis-Checkliste

1) Stuhlprobe gezielt sichern

2) Hydratationsstatus/Schweregrad bewerten

3) Konsequente Supportivtherapie starten

Merkhilfen

- EHEC – H wie HUS

- ETEC – T wie Travel

- EPEC – P wie Pädiatrie
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„Darmpathogene E. coli“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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