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Klinik & Muster

- Peripher: asymmetrische Oligoarthritis/Polyarthritis (v. a.
DIP/PIP), Daktylitis (“Wurstfinger/‑zehe”), Enthesitis
(Achillessehne, Plantarfaszie), Nagelbeteiligung (Grübchen,
Onycholyse, Hyperkeratose).

- Axial: Sakroiliitis, Wirbelsäulensteifigkeit, HLA‑B27.

- Formen nach Moll & Wright: asymm. Oligo, symm.
Poly‑RA‑ähnlich, Spondyloarthritis, DIP‑dominant, selten
mutilierend (Teleskopfinger).

Diagnostik

- Anamnese: entzündlicher Schmerz (Morgensteifigkeit ≥30 min),
Rückenschmerz, Uveitis, Darm, Infekte, Familienanamnese
Psoriasis.

- Status: Gelenk‑Querdruck, Enthesitis‑Tests, Schober,
ISG‑Prüfung; Nägel inspizieren.

- Labor: RF meist negativ; Anti‑CCP selten positiv; CRP/BSG
variabel; HLA‑B27 bei axialer PsA möglich.

️ Bildgebung

- Sono: Synovitis, Tenosynovitis, Enthesitis mit
Hypervaskularisation.

- MRT: Weichteil‑/Knochenmarködem, frühe Entzündung (v. a. ISG).

- Röntgen/CT: Erosionen + periostale Knochenneubildung,
Ankylosen; “Pencil‑in‑Cup”; paravertebrale Syndesmophyten.

Differenzialdiagnosen

- Rheumatoide Arthritis, axiale Spondyloarthritis/M. Bechterew,
Gicht/Pseudogicht, reaktive Arthritis, Arthrose.

Symptomatische Therapie

- NSAR: Ibuprofen 400–800 mg 3–4×/d; Naproxen 500 mg 2×/d;
Diclofenac 50 mg 2–3×/d; Etoricoxib 60–90 mg 1×/d; Celecoxib 200
mg 2×/d.

- PPI bei Risiko; Nierenfunktion/BD kontrollieren.

- Physiotherapie: aktives Funktionstraining, Gelenkschutz,
Rumpfstabilität; exzentrische Übungen bei
Achillodynie/Plantarfasziitis.

- Glukokortikoide: kurz Bridging (Prednisolon 5–10 mg/d, rasch
ausschleichen); intraartikulär Triamcinolon 10–40 mg je Gelenk.

Konventionelle DMARDs (peripher erste Wahl)

- Methotrexat 10–25 mg 1×/W (p.o./s.c.); Folsäure 5–10 mg/W;
BB/Leber/Krea: initial q2–4W, dann q8–12W; kontraindiziert in SS.

- Leflunomid 20 mg 1×/d (Loading 100 mg ×3 optional);
BB/Leber/BD; teratogen, ggf. Cholestyramin‑Auswaschung.

- Sulfasalazin: 500 mg 1×/d Auftitrierung auf 1 g 2×/d;
BB/Leber, G6PD beachten.

- Ciclosporin A 2.5–3 mg/kg/d (geteilte Dosen); BD/Niere
engmaschig.

Biologika & tsDMARDs (bei unzureichendem Ansprechen/axial)

- Sicherheitssetup vor Start: Anamnese/Status, Impfstatus,
HBV/HCV/HIV, TB‑IGRA ± CXR, BB/Leber/Niere, CRP/BSG; keine
Lebendimpfstoffe.

- TNF‑Inhibitoren:

- Adalimumab 40 mg s.c. q2w

- Etanercept 50 mg s.c. qw (oder 25 mg 2×/W)

- Infliximab 5 mg/kg i.v. W0,2,6 q8w

- Certolizumab 400 mg s.c. W0,2,4 200 mg q2w oder 400 mg q4w

- Golimumab 50 mg s.c. q4w (100 mg bei hohem KG erwägen)

- IL‑17‑Inhibitoren:

- Secukinumab 150–300 mg s.c. W0–4 q4w (300 mg bei PsO/Versagen
TNF)

- Ixekizumab 160 mg initial 80 mg q4w (bei starker PsO q2w in
den ersten 12 W)

- IL‑12/23: Ustekinumab ≤100 kg: 45 mg s.c. W0,4 q12w; >100
kg: 90 mg.

️ Monitoring & Sicherheit

- Regelmäßig: BB, Leber, Nieren; Infektzeichen; bei JAK Lipide.

- TB/HBV/HCV/HIV‑Screening prätherapeutisch; keine
Lebendimpfstoffe unter Therapie.

Spezielle Situationen

- Axialer Befall: kDMARDs meist wenig wirksam früh TNF‑ oder
IL‑17‑Blockade.

- Daktylitis/Enthesitis: gutes Ansprechen auf TNF/IL‑17.

- Starke Haut/Nägel: IL‑17/IL‑23 oft bevorzugt.

- Komorbiditäten: kardiovaskulär, metabolisch, Fettleber,
Depression – aktiv adressieren. Impfungen: Influenza,
Pneumokokken, HZ (Totimpfstoff).

Praxisperlen

- Daktylitis: ganzen Strahl palpieren, Beuge/Strecksehnen
mittesten – praller, zylindrischer Druckschmerz.

- Unklare axiale Beschwerden: früh MRT der ISG.

Take‑Home

- Denke an PsA bei asymmetrischer Oligo‑Arthritis, Daktylitis,
Enthesitis oder Nagelbefall – auch ohne sichtbare Hautläsionen.

- Diagnose klinisch + Bildgebung; RF negativ, Anti‑CCP kann
positiv sein.

- Früh, zielgerichtet therapieren: NSAR + Physio kDMARD
(peripher) früh Biologikum/JAK bei axialem Befall/Non‑Response
– mit sauberem Sicherheitsmanagement.
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„Psoriaris Arthritis“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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