Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
Kernbotschaften

- Diagnostik nur unter glutenhaltiger Ernährung

- Gesamt-IgA immer mitbestimmen (IgA-Mangel = Fallstrick)

- Lebenslange, strikt glutenfreie Diät beste Therapie,
normalisiert auch EATL-Risiko

Genetik & Pathophysiologie

- HLA-DQ2/DQ8 fast immer vorhanden (DQ2 >90 %, DQ8 5–10 %)

- tTG deamidiert Gliadin Präsentation über HLA-DQ2/8
T‑Zell-Aktivierung, Autoantikörper (Anti‑tTG, Anti‑EmA, Anti‑dGP)

- Histologie: Zottenatrophie, Kryptenhyperplasie,
Bürstensaum-Verlust

- ATIs (Amylase‑Trypsin‑Inhibitoren) verstärken angeborene
Immunantwort

🩺 Klinik

- Gastrointestinale Symptome: Diarrhö/Steatorrhö, auch
Obstipation, Übelkeit, Meteorismus

- Malabsorption: Eisenmangel, Folsäure-/Vitamin‑B12‑Mangel,
Vit‑D/Calcium‑Mangel, Osteoporose

- Extraintestinal: erhöhte Transaminasen, Neuropathie/Ataxie,
kognitive/psychische Symptome

- Dermatologisch: Dermatitis herpetiformis Duhring

- Assoziationen: DM1, Autoimmunthyreoiditis, Autoimmunhepatitis,
Trisomie 21, Ullrich‑Turner, mikroskopische Kolitis

- Kinder: Gedeihstörung, Wachstumsretardierung, voluminöse
übelriechende Stühle

Diagnostik (unter Gluten!)

- Serologie: Anti‑tTG‑IgA + Gesamt‑IgA

- Bei IgA‑Mangel: Anti‑tTG‑IgG oder Anti‑dGP‑IgG

- Bestätigung: Anti‑EmA (v. a. bei hohen Titern/biopsiefreier
Pädiatrie)

- Goldstandard: ÖGD mit multiplen Duodenalbiopsien (≥6, inkl.
Bulbus), Marsh‑Klassifikation

- Kinder biopsiefrei möglich: Anti‑tTG‑IgA ≥10× ULN + positives
Anti‑EmA‑IgA in 2. Probe

HLA-Testung

- HLA‑DQ2/DQ8 negativ: Zöliakie sehr unwahrscheinlich (hoher NPV)

- Positiv: nicht beweisend; nützlich bei Angehörigen/unklarer
Anamnese

Glutenbelastung (bei vorab glutenfreier Diät)

- Ziel: 6–18 g Gluten/Tag ≙ ca. 2–4 Scheiben Brot/Tag

- Dauer: ≥4, besser 8–12 Wochen

- Antikörper vor Start und unter Belastung; Biopsie bei starken
Beschwerden früher möglich

Basislabor bei Erstdiagnose

- Blutbild, Ferritin, Folsäure, Vitamin‑B12, Vit‑D, AP,
Leberenzyme, Nüchternblutzucker, Zink, TSH; ggf.
Calcium/Parathormon

- Dokumentation (z. B. Zöliakie‑Pass)

Differenzialdiagnosen

- IgE‑vermittelte Weizenallergie (inkl. WDEIA; Allergen Tri a 19)

- Nicht‑Zöliakie‑Weizensensitivität (ATIs, FODMAPs/Fruktane)

- Giardiasis, Morbus Whipple, tropische Sprue

- Sekundärer Lactasemangel (reversibel unter GFD)

️ Therapie – strikt glutenfrei, lebenslang

- Kein Weizen/Roggen/Gerste; Hafer nur zertifiziert glutenfrei

- Versteckte Quellen: Panaden, Fertigsoßen, Wurst, Bier,
Kreuzkontamination (Toaster/Oberflächen)

- Antikörper fallen i. d. R. in 3–12 Monaten; Symptome bessern
oft in Wochen

Mangelzustände behandeln

- Eisen: bevorzugt oral; alternativ i. v. bei Bedarf

- Folsäure, Vitamin‑B12: gezielt substituieren

- Vitamin‑D + Calcium; Zink bei klinischem Verdacht

- Temporär laktosearm bei sekundärem Lactasemangel

Nachsorge

- 3–12 Monate nach Start GFD: Anti‑tTG, Klinik, Gewicht; dann
jährlich

- Knochendichte: Risikopatienten oder ≥50 J.; ggf. 12–18 Monate
nach Diagnose

- Histologische Heilung dauert länger als Serologie;
Routine‑Re‑Biopsie nicht nötig bei gutem Verlauf

️ Nichtansprechen & refraktäre Zöliakie

- Zuerst: Diätfehler/Komorbiditäten (mikroskopische Kolitis,
Pankreasinsuffizienz, SIBO, IBS) ausschließen

- Refraktär: Malabsorption + Zottenatrophie trotz ≥12 Mon. GFD;
Typ 1 (benigner), Typ 2 (klonale T‑Zellen, EATL‑Risiko)

- Therapie: Ernährung (oligopeptidbasiert), Budesonid; Typ 1:
Azathioprin/Methotrexat; Typ 2: onkologische Konzepte (z. B.
CHOP, ggf. autologe SZT). Zentrumsfall

Praxis-Tipps

- Früher Zöliakie‑Check bei unklarer Eisenmangelanämie

- Aufklärungssatz: „Bitte Ernährung bis Abschluss der Diagnostik
nicht umstellen – wir brauchen Gluten für verlässliche Tests.“

- Erstes Follow‑up nach 3–6 Monaten planen (Anti‑tTG,
Mangelparameter, Gewicht; ggf. Knochendichte)

- Immer Gesamt‑IgA mitbestimmen, IgA‑Mangel bedenken
Episode melden

„Zöliakie“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Abonnenten

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz