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Kernbotschaft

- Arthrose = aktive, multifaktorielle Erkrankung des
„Gelenkorgans“

- Therapie richtet sich nach Symptomen/Funktion – nicht nach dem
Röntgenbild

- Früh, individualisiert, konservativ beginnen: Aufklärung,
Bewegung, Gewichtsreduktion

Definition & Pathophysiologie

- Fehlregulierte Reparatur + proinflammatorische Signalwege
Chondrozyten-Stress, Matrixabbau

- Betroffen: Knorpel, subchondraler Knochen, Synovia, Kapsel,
Bänder, Muskulatur

- Klinik korreliert oft schlecht mit Radiologie

️ Risikofaktoren

- Alter, weiblich/postmenopausal, Genetik

- BMI/metabolisches Syndrom, Malalignment (Varus/Valgus),
Trauma/intraartikuläre Schäden

- Muskelschwäche, präarthrotische Deformitäten (FAI, Dysplasie,
Genu varum/valgum, Handwurzelkollaps)

- Möglicher Einfluss: Vitamin‑D‑Mangel

Epidemiologie

- Häufigste Gelenkerkrankung; hohe Krankheitslast und -kosten
Prävention/Frühtherapie zentral

Schmerzmechanismen

- Überwiegend nozizeptiv; oft neuropathische
Anteile/Zentralisierung

- Konsequenz: multimodale Analgesie bei Mischschmerz

🩺 Klinik

- Belastungs- und Anlaufschmerz, später Ruhe-/Nachtschmerz

- Steifigkeit nach Inaktivität, Schwellung, Krepitation,
Instabilität

- Aktivierte Arthrose = lokaler entzündlicher Schub

Diagnostik

- Anamnese: Belastungen, Verletzungen, Familie, Komorbiditäten,
Medikation

- Untersuchung: Palpation, ROM aktiv/passiv, Achse, Instabilität,
Muskelfunktion

- Labor i. d. R. unauffällig; CRP/BSG moderat bei Aktivierung

- Red Flags: heißes, stark schmerzhaftes Gelenk ± Fieber
sofortige Punktion (Infekt/Kristalle ausschließen)

️ Bildgebung

- Röntgen (Knie im Stand): Spaltverschmälerung, subchondrale
Sklerose, Osteophyten (Kellgren‑Lawrence)

- MRT bei unklarem Röntgen/Differenzialdiagnosen; Sono für
Erguss/Synovitis und Injektionen; CT präop/knöchern

Monitoring

- WOMAC (Schmerz, Steifigkeit, Funktion); NRS für Schmerz;
funktionelle Ziele definieren

Basistherapie

- Aufklärung: Bewegung ist antientzündlich, verbessert
Knorpelmilieu

- Training: Kraft (Quadrizeps, Gluteus, Hüftabduktoren),
neuromuskulär; Ausdauer (Rad, Schwimmen, zügiges Gehen)

- Gewichtsreduktion: Ziel 5–10 % Schmerz, Funktion

️ Hilfsmittel & Alltag

- Gehstock kontralateral; lateraler Keil (Varusgonarthrose),
entlastende Orthesen selektiv

- Hallux rigidus: rigide Sohle/Abrollhilfe; Rhizarthrose:
Daumenorthese

Pharmakotherapie

- Topisch 1. Wahl (Knie/Hand): Diclofenac‑Gel 1 % 2–4 g 3–4×/d;
Ibuprofen/Ketoprofen topisch ähnlich

- Capsaicin 0,075 % 3–4×/d (wirkt nach 2–4 Wo.)

- Oral bei Bedarf/tiefen Gelenken:

- Ibuprofen 400–800 mg alle 8 h (max. 2.400 mg/d)

- Naproxen 250–500 mg 2×/d (kardiovaskulär neutraler)

- Etoricoxib 60–90 mg 1×/d (Vorsicht CV-Risiko)

- GI‑Schutz: PPI z. B. Omeprazol 20 mg 1×/d

- Paracetamol: 500–1.000 mg bis 3×/d (max. 3 g; begrenzte
Wirksamkeit)

- Neuropathische Komponente: Duloxetin 3060 mg/d

- Opioide (z. B. Tramadol) nur kurzzeitig überbrückend;
Absetzplan, Sturz-/GI‑Risiken beachten

Injektionen

- Kortikosteroid (aktivierte Arthrose, v. a. Knie): Triamcinolon
20–40 mg IA; strikt aseptisch; ≤3–4/Jahr/Gelenk

- Hüfte bildgestützt (Sono/Fluoro)

- Hyaluronsäure: Wirkung inkonsistent; klare
Zielsetzung/Reevaluation

- PRP: heterogene Evidenz; Supplemente (Glukosamin/Chondroitin)
höchstens kleine Effekte Probezeit definieren

Verlaufsziele

- Konkrete Targets: Treppen, Gehminuten, ROM

- Regelmäßige Reevaluation (WOMAC/NRS); Maßnahmen an Phase
anpassen (nicht aktiviert/aktiviert/dekompensiert)

Take‑Home

- Behandle die Beschwerden, nicht das Röntgenbild.

- Bewegung, Muskelaufbau, Gewichtsreduktion sind die Basis.

- Topische NSAR zuerst; systemisch dosiert und befristet;
Injektionen als Brücke.

- Denke an nozizeptiven UND neuropathischen Schmerz – multimodal
planen.
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„Arthrose“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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