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Thema & Relevanz

Rhabdomyolyse und Crush-Syndrom sind in NA, ITS und präklinisch
essenziell: oft anfangs unscheinbar, dann rasch lebensbedrohlich
durch Schock, Elektrolytstörungen und akute
Nierenfunktionseinschränkung bis Anurie.

Begriffe

- Rhabdomyolyse: Zerfall quergestreifter Muskulatur mit
Freisetzung von CK, Myoglobin, K⁺, Phosphat u.a.

- Crush-Syndrom: systemische Folgen der Rhabdomyolyse (v.a.
Schock + AKI).

- Crush-Niere: akute myoglobinurische Nierenschädigung.

Ursachen (breit denken!)

Nicht nur Trauma:

- Trauma/Quetschung/Verschüttung, Einklemmung, Liegetrauma (z.B.
Intoxikation, ältere Patient:innen)

- Extreme körperliche Belastung (Hitze, Dehydratation,
untrainiert)

- Krampfanfälle, ggf. schwere Atemarbeit (z.B. Status
asthmaticus)

- Ischämie/Kompartmentsyndrom

- Intoxikationen (Kokain, Heroin, Alkohol, CO)

- Infektionen, Elektrolytentgleisungen

- Medikamente: v.a. Statine (Interaktionen/Risikofaktoren),
Antipsychotika (malignes neuroleptisches Syndrom)

- Hereditär (Stoffwechselstörungen), maligne Hyperthermie

️ Pathophysiologie (was schadet der Niere?)

- Myoglobin: tubulotoxisch + Zylinderbildung/Obstruktion (v.a.
bei saurem Urin)

- Hypovolämie: Flüssigkeitsverschiebung in Muskel + ggf.
Blutverlust renale Perfusion

- Azidose fördert Myoglobin-Ausfällung

- Elektrolyte: Hyperkaliämie (akut gefährlich),
Phosphat/Harnsäure, initial oft Hypokalzämie (später Verlauf
wechselnd)

🩺 Klinik (variabel!)

- Muskelschmerz, Schwellung, Kraftminderung – kann fehlen

- Rotbrauner Urin (Myoglobinurie) nicht obligat

- Oligurie/Anurie, Zeichen von Volumenmangel/Schock

- Hyperkaliämie: Muskelschwäche, Bradykardie, Rhythmusstörungen

- Kompartmentsyndrom: unverhältnismäßiger Schmerz, gespannte
Logen, Neurodefizite Zeitnotfall

Diagnostik

- CK: zentraler Marker (oft massiv erhöht)

- Myoglobin (Serum früh, schnell eliminiert), Myoglobin im Urin

- Urinstix: „Blut-positiv“ bei wenig/keinen Erythrozyten im
Sediment Myoglobinurie

- Verlauf: Kreatinin/Harnstoff, K⁺/Phosphat/Ca²⁺/Bicarbonat, ggf.
BGA, Harnsäure, Thrombozyten

- EKG: Hyperkaliämiezeichen (spitze T, QRS-Breite, Arrhythmien)

Therapie (Prioritäten)

1) Ursache behandeln (Trauma-Management, Intox/Anfallskontrolle,
Medikament stoppen, Dantrolen bei maligner Hyperthermie, ggf.
Fasziotomie).

2) Früh großzügige Volumentherapie (kristalloide i.v.), gesteuert
nach Kreislauf, Komorbiditäten, Bilanz/Wiegen, stündliche
Diurese.

3) Forcierte Diurese nur nach adäquater Füllung und bei
erhaltener Diurese: z.B. Furosemid 20–40 mg i.v., ggf. höher je
nach Situation.

4) Urin-Alkalisierung: Ziel Urin-pH > 6,5,
Natriumhydrogencarbonat i.v. unter Kontrolle von BGA, Na⁺, Ca²⁺,
Urin-pH (Risiko: Alkalose/Hypokalzämie).

5) Elektrolyte managen – Fokus Hyperkaliämie

- Membranstabilisierung: Calciumglukonat 10% 10 ml i.v. langsam
(EKG-Monitoring, ggf. повторen)

- Shift: Insulin 10 IE i.v. + Glukose 25 g, ggf. Salbutamol 10–20
mg vernebelt; Bicarbonat bei Azidose

- Definitiv: bei schwerer/anhaltender Hyperkaliämie oder
Ausscheidungsversagen Dialyse

- Hypokalzämie: meist nicht routinemäßig substituieren, nur bei
Symptomen/kardialer Relevanz.

Monitoring & Praxis

- Diurese konsequent (oft DK), strenge Bilanz, tägliches Wiegen

- Labore initial engmaschig (z.B. alle 4–6 h je nach Schwere):
CK, Kreatinin, K⁺, Ca²⁺, Phosphat, BGA

- Auslöser aktiv erfragen (Sport, Drogen, Statine/Antipsychotika,
Liegezeit, Infekt, Hitze)

- Nephrologie früh einbinden bei Diureseabfall/Kaliumanstieg

Kernbotschaften

- Rhabdomyolyse kann klinisch subtil starten, aber schnell
eskalieren.

- Kritisch: Niere und v.a. Hyperkaliämie (EKG + engmaschige
Kontrollen!).

- Frühe Volumentherapie + konsequentes Monitoring verändern die
Prognose deutlich.
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„Rhabdomyolyse und Crush-Syndrom“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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