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Thema & Relevanz

Frakturen der Mittelhandknochen (≈ 1/3 aller Handfrakturen),
besonders häufig am 5. Strahl.

Therapieentscheidung hängt v. a. ab von: Länge – Achse – Rotation
(Rotation am schlechtesten toleriert).

Unfallmechanismus Frakturmuster

- Axiale Kompression (auf gebeugtes Grundglied) eher
subkapitale Frakturen

- Direktes Trauma Quer-/Schrägfrakturen

- Torsion Spiralfrakturen

️ Biomechanik (warum Dislokation typisch ist)

- CMC II/III: starr, IV/V: beweglicher (Faustschluss), I: hoch
beweglich (Greifen)

- Straffe Bandverbindungen zwischen Mittelhandköpfen II–V +
Sehnenzüge beeinflussen Fragmentstellung.

🩺 Klinik & Untersuchung

Typisch: Schmerz, Schwellung, Funktionsverlust, dorsale
Weichteilschwellung, ggf. Verkürzung/Fehlstellung.

Rotationsfehlstellung aktiv suchen:

- Faustschluss: Finger zeigen Richtung Tuberculum ossis
scaphoidei, kein Überkreuzen

- Seitenvergleich hilft enorm

Immer pDMS + Weichteile/Sehnen/Nerven/Gefäße prüfen, selten:
Kompartmentsyndrom.

„Fight bite“ nicht verpassen

Wunde über MCP nach Faustschlag (v. a. gegen Zähne) bis zum
Beweis des Gegenteils offen/infiziert denken konsequentes
Vorgehen.

Akut-Pluspunkt

Schmuck sofort entfernen (Ringe ggf. aufsägen) wegen rascher
Schwellungszunahme.

Analgesie (Beispiele)

- Ibuprofen 400–600 mg p.o. 3–4×/d (ggf. 800 mg bei
Risikoabwägung)

- Metamizol 500–1000 mg p.o./i.v. bis 4×/d (max. 4 g/d)

- Bei starken Schmerzen: Piritramid i.v. titriert

Bei geplanter Reposition: früh
Regionalanästhesie/Analgo­sedierung erwägen.

️ Bildgebung

- Röntgen 3 Ebenen: dorsopalmär, schräg, streng seitlich inkl.
distaler Handwurzelreihe

- CT bei komplexen/basisnahen (CMC-)Verletzungen, Trümmer,
intraartikulär (v. a. Daumen) zur OP-Planung.

Offene Fraktur: Basics

- Niedriggradig: Spülung/Wundreinigung, z. B. Cefuroxim 1,5 g
i.v. initial (nach Standard)

- Höhergradig/kontaminiert: rasch OP, z. B. Ampicillin/Sulbactam
3 g i.v. initial, dann i. d. R. q8h

- Tetanusstatus prüfen/auffrischen; Penicillinallergie
Alternative nach Standard.

Konservativ: Indikationen & Technik

Geeignet bei geringer/keiner Dislokation, keine Rotation, geringe
Verkürzung/Achsabweichung.

Orientierung: Verkürzung < 5 mm oft tolerabel; radial (II)
weniger Toleranz als ulnar (V).

- Daumen: geschlossene Reposition (Längszug + leichte Abduktion,
Druck dorso-radial), dann Intrinsic-Plus + Unterarmgipsschiene
(inkl. Daumengrundgelenk), 3–4 Wochen, anschließend ggf.
funktionelle Schiene

- II–V: Reposition nach Jahss (MCP/PIP 90° flex, Druck dorsal
aufs proximale Fragment), dann Intrinsic-Plus, Nachbarfinger ggf.
mit einschließen, 3–4 Wochen

Kontrollen & Nachbehandlung konservativ

- Gipskontrolle Tag 1, dann Verlauf: pDMS, Druckstellen

- Röntgenkontrollen wegen sekundärer Dislokation (relevant v. a.
in den ersten 10 Tagen)

- Hochlagerung, Kühlung, Bewegung nicht immobilisierter Gelenke

- Thromboseprophylaxe i. d. R. Basismaßnahmen (keine
Routine-Antikoagulation).

Reha: aktive Mobilisation ab ~3–4 Wochen; Alltag oft ab ~6
Wochen; Low-impact Sport ~3 Monate, High-impact eher ~6 Monate
(je nach Verlauf).

️ OP-Indikationen (typisch)

Fehlgeschlagene Reposition, Instabilität, Rotationsfehlstellung,
deutliche Verkürzung/Achsfehlstellung, intraartikulär, offen,
CMC-(Sub)Luxationen, Mehrfragment,
Band-/Handwurzelbegleitverletzungen.

️ Komplikationen

Fehlstellung (v. a. Rotation), instabile Reposition,
Bewegungseinschränkung/Steife, sekundäre Arthrose (bei
Gelenkbeteiligung), Pseudarthrose.

Daumenbasis: Risiko Rhizarthrose bei nicht anatomischer
Gelenkrekonstruktion.

Take-Home

- Häufig, v. a. 5. Mittelhandknochen

- Mechanismus hilft bei Mustererkennung

- Länge – Achse – Rotation: Rotation entscheidet oft

- Röntgen 3 Ebenen, CT bei komplex/basisnah/intraartikulär

- Konservativ oft möglich, aber
Rotation/Instabilität/intraartikulär häufig OP

- Wunde nach Faustschlag über MCP: offen/„Fight bite“ bis zum
Beweis des Gegenteils

Bei Unsicherheit: früh handchirurgisches Konsil.
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„Mittelhandfrakturen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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