Ventrikuläre Extrasystolen

Ventrikuläre Extrasystolen

vor 1 Monat
19 Minuten
0
0 0 0

Beschreibung

vor 1 Monat

🫀 Thema: Ventrikuläre Extrasystolen (VES)


Extraschläge aus der Herzkammer: häufig im Alltag (Notaufnahme,
Station, Hausarztpraxis, Monitoring, Langzeit-EKG). Kernpunkt:
Nicht jede VES ist gefährlich – aber auch nicht jede harmlos.
Entscheidend ist die Einordnung.





Definition & Pathophysiologie


VES = vorzeitiger Impuls aus ektopem Fokus im Ventrikel (nicht
Sinusknoten/His-Purkinje).


Folge: abnorme Erregungsausbreitung breiter, deformierter QRS
im EKG.





️ Ursachen / Trigger


- Idiopathisch bei Herzgesunden (oft kein Krankheitswert)


- Strukturelle/entzündliche/ischämische Ursachen: KHK,
Myokarditis


- Elektrolyte: v. a. Kaliumschwankungen (Hypokaliämie), auch
Magnesium


- Medikamente/Substanzen: Digitalis, Psychopharmaka,
QT-verlängernde Medikamente


- Lifestyle/Stimulanzen: Koffein, Alkohol, Nikotin,
Sympathikus-Trigger





EKG-Merkmale & Muster


Typisch:


- vorzeitiger breiter QRS, oft Lagetypänderung


- kompensatorische postextrasystolische Pause





Morphologie:


- monomorph (gleichförmig) eher ein Fokus, häufiger gutartig
(v. a. ohne Strukturkrankheit)


- polymorph (wechselnd) mehrere Foci, eher relevant bei
struktureller Herzerkrankung





Blockmorphologie (grob zur Lokalisation):


- rechtsventrikulärer Ursprung LSB-Morphologie


- linksventrikulärer Ursprung RSB-Morphologie





Komplexität:


- einzelne VES


- Couplet (2), Triplet (3), Salven (3–5)


- Übergang zur ventrikulären Tachykardie (VT): >3 ventrikuläre
Schläge, ca. 100–200/min


- nsVT: >3 Schläge,
15
15
Close