Elektrische Kardioversion und Defibrillation

Elektrische Kardioversion und Defibrillation

vor 1 Monat
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Beschreibung

vor 1 Monat

đź«€ Thema der Folge


Elektrische Kardioversion vs. Defibrillation: gleiche Geräte,
unterschiedliche Ziele – und im Notfall ein entscheidender
Unterschied.





Grundprinzip: Synchronisiert oder nicht?


- Elektrische Kardioversion: R-Zacken-synchronisierte
Schockabgabe (Sync an) zur Vermeidung eines Schocks in der
vulnerablen Phase.


- Defibrillation: unsynchronisierte Schockabgabe (Sync aus) –
Schock sofort, ohne R-Zacke.





Indikationen: Wann was?


Kardioversion


- Instabile Tachykardie mit organisierter Aktivität (Klinik
zählt): Hypotonie, Schock, Brustschmerz, Lungenödem/Dyspnoe,
Bewusstseinsstörung, Minderperfusion


- Stabile Tachykardie nach frustraner medikamentöser
Kardioversion


- Elektiv je nach Situation (z. B. Schmalkomplextachykardien)





Defibrillation


- Kammerflimmern


- Instabile polymorphe ventrikuläre Tachykardie


- Instabile Breitkomplextachykardie, wenn Synchronisation nicht
gelingt





Kontraindikationen & Fallstricke


- Keine absoluten Kontraindikationen im Notfall bei Instabilität.


- Relative Punkte:


- Polymorphe Breitkomplextachykardie: Synchronisation oft
unzuverlässig eher defibrillieren.


- Vorhofflimmern/-flattern (elektiv): Thrombus ausschlieĂźen bzw.
ausreichende Antikoagulation beachten (Embolierisiko). Im
instabilen Notfall nachrangig.





Praktisches Vorgehen: Kardioversion


1) Elektroden/Pads: anterior-lateral oder anterior-posterior;
guter Hautkontakt (ggf. rasieren, Haut trocknen)


2) Sync aktivieren und am Monitor prüfen, ob R-Zacken zuverlässig
markiert werden


3) Energie (Erwachsene): initial ca. 100 J biphasisch; bei
Misserfolg steigern (z. B. +50 J)


4) Nach 3 frustranen Versuchen: antiarrhythmische UnterstĂĽtzung
erwägen (z. B. Amiodaron)


5) Sicherheitsansage: „Achtung Schock – alle weg!“
Sichtkontrolle, dann Schock


6) Danach: Puls/EKG; bei Pulslosigkeit sofort Reanimation





Wenn Sync „nicht schockt“


Bei sehr hoher Frequenz oder deformierten/breiten QRS kann die
R-Zacken-Erkennung scheitern trotz Sync keine Schockabgabe. Bei
instabilem Patienten ggf. auf unsynchronisierte Defibrillation
wechseln, um keinen Zeitverlust zu riskieren.





Energiedosierung Kinder


- Initial 0,5–1 J/kg, maximal 2 J/kg (gewichtsbezogen).





Analgosedierung (wenn Zeit/Status es zulässt)


Ziel: Schmerz- und Stressreduktion bei erhaltener Spontanatmung,
mit vollständigem Monitoring und Atemwegs-Backup.


- Etomidat 0,1–0,2 mg/kg i.v. (kreislaufstabil)


- Ketamin 1–2 mg/kg i.v. (kreislaufstützend;
Sekretion/psychomimetische Effekte möglich)


- Propofol 0,5–1 mg/kg i.v. (Hypotonierisiko)


- Fentanyl 25–50 µg i.v. titriert (nur mit Erfahrung/engmaschiger
AtemwegsĂĽberwachung)





Defibrillation: Ablauf & Energie


- Sync muss aus sein (klassische Fehlerquelle).


- Erwachsene: erster Schock mindestens 150 J biphasisch
(geräte-/herstellerabhängige Empfehlungen beachten), danach
steigern.


- Im Reanimationsalgorithmus: nach Schock sofort weiter drĂĽcken,
Rhythmuskontrolle nach Zyklen.





️ Team- & Gerätesicherheit


- Viele Geräte deaktivieren Sync nach einem Schock automatisch:
vor jedem erneuten Kardioversionsversuch Sync erneut aktiv
prĂĽfen.


- Pads bevorzugen (sicherer/standardisierter als Paddles).


- Schritte laut ansagen zur Fehlerreduktion.





Antiarrhythmische UnterstĂĽtzung (bei frustranen Versuchen/je nach
Rhythmus)


- Amiodaron häufig: z. B. 300 mg i.v. (Protokoll- und
Nebenwirkungscheck, u. a. Hypotonie)


- Procainamid ggf. bei bestimmten VT und ohne schwere HI (lokale
Standards)





Take-home


- Kardioversion = synchronisiert (Sync an). Defibrillation =
unsynchronisiert (Sync aus).


- Bei Instabilität entscheidet die Klinik, nicht die „schöne“
Rhythmusanalyse.


- Vor jedem Schock aktiv prĂĽfen: Modus, R-Zacken-Erkennung,
Energie, Sicherheit („alle weg“).
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