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Elektrische Kardioversion vs. Defibrillation: gleiche Geräte,
unterschiedliche Ziele – und im Notfall ein entscheidender
Unterschied.

Grundprinzip: Synchronisiert oder nicht?

- Elektrische Kardioversion: R-Zacken-synchronisierte
Schockabgabe (Sync an) zur Vermeidung eines Schocks in der
vulnerablen Phase.

- Defibrillation: unsynchronisierte Schockabgabe (Sync aus) –
Schock sofort, ohne R-Zacke.

Indikationen: Wann was?

Kardioversion

- Instabile Tachykardie mit organisierter Aktivität (Klinik
zählt): Hypotonie, Schock, Brustschmerz, Lungenödem/Dyspnoe,
Bewusstseinsstörung, Minderperfusion

- Stabile Tachykardie nach frustraner medikamentöser
Kardioversion

- Elektiv je nach Situation (z. B. Schmalkomplextachykardien)

Defibrillation

- Kammerflimmern

- Instabile polymorphe ventrikuläre Tachykardie

- Instabile Breitkomplextachykardie, wenn Synchronisation nicht
gelingt

Kontraindikationen & Fallstricke

- Keine absoluten Kontraindikationen im Notfall bei Instabilität.

- Relative Punkte:

- Polymorphe Breitkomplextachykardie: Synchronisation oft
unzuverlässig eher defibrillieren.

- Vorhofflimmern/-flattern (elektiv): Thrombus ausschlieĂźen bzw.
ausreichende Antikoagulation beachten (Embolierisiko). Im
instabilen Notfall nachrangig.

Praktisches Vorgehen: Kardioversion

1) Elektroden/Pads: anterior-lateral oder anterior-posterior;
guter Hautkontakt (ggf. rasieren, Haut trocknen)

2) Sync aktivieren und am Monitor prüfen, ob R-Zacken zuverlässig
markiert werden

3) Energie (Erwachsene): initial ca. 100 J biphasisch; bei
Misserfolg steigern (z. B. +50 J)

4) Nach 3 frustranen Versuchen: antiarrhythmische UnterstĂĽtzung
erwägen (z. B. Amiodaron)

5) Sicherheitsansage: „Achtung Schock – alle weg!“
Sichtkontrolle, dann Schock

6) Danach: Puls/EKG; bei Pulslosigkeit sofort Reanimation

Wenn Sync „nicht schockt“

Bei sehr hoher Frequenz oder deformierten/breiten QRS kann die
R-Zacken-Erkennung scheitern trotz Sync keine Schockabgabe. Bei
instabilem Patienten ggf. auf unsynchronisierte Defibrillation
wechseln, um keinen Zeitverlust zu riskieren.

Energiedosierung Kinder

- Initial 0,5–1 J/kg, maximal 2 J/kg (gewichtsbezogen).

Analgosedierung (wenn Zeit/Status es zulässt)

Ziel: Schmerz- und Stressreduktion bei erhaltener Spontanatmung,
mit vollständigem Monitoring und Atemwegs-Backup.

- Etomidat 0,1–0,2 mg/kg i.v. (kreislaufstabil)

- Ketamin 1–2 mg/kg i.v. (kreislaufstützend;
Sekretion/psychomimetische Effekte möglich)

- Propofol 0,5–1 mg/kg i.v. (Hypotonierisiko)

- Fentanyl 25–50 µg i.v. titriert (nur mit Erfahrung/engmaschiger
AtemwegsĂĽberwachung)

Defibrillation: Ablauf & Energie

- Sync muss aus sein (klassische Fehlerquelle).

- Erwachsene: erster Schock mindestens 150 J biphasisch
(geräte-/herstellerabhängige Empfehlungen beachten), danach
steigern.

- Im Reanimationsalgorithmus: nach Schock sofort weiter drĂĽcken,
Rhythmuskontrolle nach Zyklen.

️ Team- & Gerätesicherheit

- Viele Geräte deaktivieren Sync nach einem Schock automatisch:
vor jedem erneuten Kardioversionsversuch Sync erneut aktiv
prĂĽfen.

- Pads bevorzugen (sicherer/standardisierter als Paddles).

- Schritte laut ansagen zur Fehlerreduktion.

Antiarrhythmische UnterstĂĽtzung (bei frustranen Versuchen/je nach
Rhythmus)

- Amiodaron häufig: z. B. 300 mg i.v. (Protokoll- und
Nebenwirkungscheck, u. a. Hypotonie)

- Procainamid ggf. bei bestimmten VT und ohne schwere HI (lokale
Standards)

Take-home

- Kardioversion = synchronisiert (Sync an). Defibrillation =
unsynchronisiert (Sync aus).

- Bei Instabilität entscheidet die Klinik, nicht die „schöne“
Rhythmusanalyse.

- Vor jedem Schock aktiv prĂĽfen: Modus, R-Zacken-Erkennung,
Energie, Sicherheit („alle weg“).
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„Elektrische Kardioversion und Defibrillation“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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