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Pathophysiologie & Folgen

- Systolischer Rückfluss Volumenbelastung von linkem Vorhof
(LA) und linkem Ventrikel (LV)

- Chronisch: LA-/LV-Dilatation, pulmonalvenöse Hypertonie,
Vorhofflimmern

- Akut schwer: Lungenödem, kardiogener Schock

- Leichtgradig oft asymptomatisch

Akute MI (Notfall)

Typische Ursachen:

- Chordaruptur, Flail leaflet

- Endokarditis (Destruktion/Perforation)

- Papillarmuskelruptur nach Myokardinfarkt

- Thoraxtrauma, Prothesendehiszenz

Klinik: plötzliche Dyspnoe, Lungenödem, Hypotonie, Einbruch nach
Infarkt

Fallstrick: systolisches Geräusch kann leise/fehlend sein.

Chronische MI: primär vs. sekundär

Primär (Klappenapparat erkrankt):

- häufig: Mitralklappenprolaps (Auskultation: Systolikum ±
mesosystolischer Klick)

- degenerativ: Morbus Barlow, fibroelastischer Mangel

- weitere: Marfan/Ehlers-Danlos, rheumatisch, iatrogen, Cleft,
seltene Endokarderkrankungen

Sekundär (funktionell):

- LV-Dilatation/-Dysfunktion (DCM, ischämisch, post-MI,
Myokarditis)

- Tethering der Segel + Anulusdilatation

- Vorhofflimmern mit Vorhof-/Anulusdilatation als Verstärker

Merke: Geometrieproblem.

🩺 Klinik & Untersuchung

Chronisch: Belastungsdyspnoe, reduzierte Belastbarkeit,
Müdigkeit, Palpitationen/AF, später Orthopnoe/PND,
Rechtsherzzeichen

Auskultation: holosystolisches Geräusch an der Spitze,
Fortleitung Axilla; Klicks bei Prolaps möglich.

Zusatzdiagnostik

- EKG (AF, Ischämie, Leitungsstörung)

- BNP/NT-proBNP bei Dyspnoe

- akut: Troponin, Entzündungswerte, Blutkulturen (Endokarditis),
BGA

- Röntgen-Thorax (Stauung)

- präoperativ: Koronardiagnostik ± weitere Bildgebung

️ Therapieprinzipien

Leitsatz: Ursache + Schweregrad + Symptome + LV-Funktion +
OP-Risiko + Anatomie.

Akute schwere MI

Bridging bis definitiver Therapie (oft
chirurgisch/interventionell):

- O2, NIV/Intubation je nach Lage, Monitoring

- Diuretika (z.B. Furosemid 20–40 mg i.v.)

- Vasodilatation bei Hypertonie (Nitroglycerin)

- Schock: Dobutamin (z.B. 2,5–5 µg/kg/min) ± Noradrenalin

Zeitkritisch: Papillarmuskelruptur, destruierende Endokarditis.

Chronische primäre schwere MI

- Medikamente: symptomatisch (Diuretika), Komorbiditäten (HTN,
HF, AF)

- OP-Indikation:

- symptomatisch: in der Regel frühe OP (bei akzeptablem Risiko)

- asymptomatisch bei beginnender LV-Dekompensation: EF ≤60% oder
LVESD ≥40 mm

- weitere Trigger: neues Vorhofflimmern, pulmonale Hypertonie,
deutliche LA-Dilatation

- Bevorzugt: Rekonstruktion (Annuloplastie, Chordalersatz etc.)
vor Ersatz

- Bei hohem OP-Risiko/inoperabel: TEER (Clip) bei geeigneter
Anatomie

️ Sekundäre (funktionelle) MI

1) Zuerst Herzinsuffizienztherapie optimieren (4 Säulen:
ARNI/ACEi/ARB, Betablocker, MRA, SGLT2i) + Diuretika

2) Rhythmus/Frequenzkontrolle & Antikoagulation bei AF

3) CRT prüfen/ausschöpfen

4) Persistierend symptomatisch + schwere MI trotz OMT TEER in
ausgewählten Fällen (Herzteam)

Antikoagulation/Plättchenhemmung nach Eingriff (praxisnah)

- Mechanischer Ersatz: lebenslang VKA (Phenprocoumon), INR
zielspezifisch; DOAK kontraindiziert

- Biologischer Ersatz: häufig VKA ~3 Monate; bei anderer
Indikation (z.B. AF) dauerhaft, später ggf. DOAK möglich

- Chirurgische Rekonstruktion: oft VKA ~3 Monate erwägen

- TEER: häufig DAPT ~3 Monate (ASS + Clopidogrel), danach ASS;
bei OAK-Indikation meist OAK fortführen

Häufige Fallstricke

- Nicht warten, bis Symptome auftreten (primäre schwere MI)

- EF 60% ist bei schwerer MI nicht „normal“

- Exzentrische Jets TTE unterschätzt TEE bei Diskrepanz

- Sekundäre MI: erst OMT/Device, dann Klappeneingriff diskutieren

- Akute MI nach Infarkt/Endokarditis: hochzeitkritisch

Take-Home

- Primär vs. sekundär klären.

- Schweregrad echokardiografisch integriert beurteilen (bei
Zweifel TEE).

- Schwere primäre MI rechtzeitig behandeln, bevor LV-Schaden
irreversibel wird.
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„Mitralklappeninsuffizienz“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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