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️ Thema der Folge

Akutes Aortensyndrom (AAS) mit Fokus auf akute Aortendissektion:
selten, aber extrem zeitkritisch. Kernbotschaft: Plötzlich
einsetzender, sehr starker Brust-, Rücken- oder Bauchschmerz
Aortendissektion aktiv ausschließen.

Begriffe & Pathophysiologie

Akutes Aortensyndrom umfasst:

- Akute Aortendissektion: Intimaeinriss (Entry) Blut in Media
wahres und falsches Lumen, ggf. Reentry

- Intramurales Hämatom: Einblutung in die Wand (Vasa vasorum),
ohne klaren Intimaeinriss

- Penetrierendes Aortenulkus: Plaque-ulzeration
Intimadurchbruch Blut in Media

Gefahrenmechanismen:

- Ruptur

- Malperfusion (Gefäßabgänge kompromittiert)

- Bei Typ A zusätzlich: Aortenklappeninsuffizienz,
Perikardtamponade, Koronarbeteiligung

Klinik: Leitsymptome & Warnzeichen

Typisch:

- Abrupter Vernichtungsschmerz (zerreißend/schneidend/bohrend),
Thorax/Rücken/Abdomen, ggf. „wandernd“

Komplikationszeichen (Malperfusion):

- Koronar: ACS/Infarktbild, Troponin möglich

- ZNS: fokale Defizite, Synkope, Schlaganfall

- Mesenterial: akutes Abdomen, Laktat

- Renal: Oligurie/AKI

- Spinal: Querschnittssymptomatik

Typ A – zusätzlich:

- Akute Aortenklappeninsuffizienz (Dyspnoe, Lungenödem, neues
Diastolikum)

- Perikardtamponade (Hypotonie, Halsvenenstau, Schock)

Diagnostik: Labor, EKG, Scores, Bildgebung

- D-Dimere: bei niedriger/mittlerer klinischer Wahrscheinlichkeit
hilfreich; bei hohem Verdacht keine Entwarnung ohne Bildgebung

- Basislabor inkl. Laktat, Troponin, BGA zur
Komplikationserfassung

- 12-Kanal-EKG: DD ACS, aber unauffällig schließt Dissektion
nicht aus

- Aortic Dissection Detection Risk Score: Hochrisiko-Anamnese,
-Schmerz, -Befunde (Hilfsmittel, kein Ersatz)

Bildgebung:

- CTA (CT-Angiografie) der Aorta: Methode der Wahl in der
Akutsituation

- TEE bei Instabilität/Verfügbarkeit (rasch, v.a. proximal)

- TTE: orientierend (Aortenwurzel, Klappe, Perikarderguss)

- MRT: eher Verlauf bei stabilen Patient:innen

- Röntgen-Thorax: Mediastinum verbreitert möglich, aber
unspezifisch

Akutmanagement in der Notaufnahme/ITS

Parallelmaßnahmen:

- Monitoring, großlumige Zugänge, EKG, Labor, ggf. arterielle
Linie

- Frühzeitige Kontaktaufnahme Herz-/Gefäßchirurgie (bei hoher
Klinik nicht abwarten)

Medikamentöse Ziele: Scherkräfte senken

- Prinzip: erst Frequenzkontrolle, dann Blutdruckkontrolle

- Ziel: HF ≤60/min, systolisch ca. 100–120 mmHg (individuell bei
Schock/Tamponade/Malperfusion)

Therapie:

- Betablocker 1. Wahl: Esmolol (kurzwirksam, titrierbar),
Alternativen Metoprolol/Labetalol

- Bei weiter hohem RR trotz Betablockade: Vasodilatator (z.B.
Urapidil, Nitroprussid) – nicht ohne Betablocker (Tachykardie!)

- Analgesie essenziell (z.B. Morphin titriert)

- Atemweg/Intubation nur gut vorbereitet, hypertensive Peaks
vermeiden

️ Definitive Therapie

- Stanford Typ A: chirurgischer Notfall (offener Ersatz ±
Bogen/klappennah, HLM, Hypothermie-Strategien)

- Stanford Typ B:

- unkompliziert: konservativ (RR/HF/Schmerz, Überwachung)

- kompliziert (Ruptur/Drohung, Malperfusion, therapierefraktärer
Schmerz/Hypertonie, rasche Dilatation): meist TEVAR (Stentgraft),
mögliche Komplikationen: Endoleak, Gefäßverschluss, spinale
Ischämie

- Intramurales Hämatom / penetrierendes Ulkus: Management analog
zur Lokalisation (Typ A meist operativ)

Nachsorge & Langzeitmanagement

- Strikte Blutdruckkontrolle (langfristig oft
Episode melden

„Akutes Aortensyndrom und Aortendissektion“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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