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Definition & Einteilung

- VT: ≥ 3 ventrikuläre Komplexe, HF > 100/min (häufig
100–200/min), breite/deformierte QRS

- Nonsustained VT: < 30 s, terminiert spontan

- Sustained VT: ≥ 30 s oder vorherige Beendigung wegen
Hämodynamik

- Akut entscheidend: stabil vs. instabil (nicht primär sustained
vs. nonsustained)

Ursachen & Mechanismen

- Häufig: strukturelle Herzerkrankung, v. a. Post-Myokardinfarkt
(Narben-Reentry)

- Weitere Mechanismen: abnorme Automatie, getriggerte Aktivität
(z. B. Elektrolytstörungen, Long-QT)

- VT oft Symptom: KHK/Ischämie, Infarktnarbe, Kardiomyopathie,
Myokarditis, HCM, Elektrolytstörung, Medikament

EKG: Hinweise auf VT

Kernbefunde:

- QRS meist > 140 ms (oft > 160 ms), bizarre Morphologie

- AV-Dissoziation (hoch spezifisch)

- Capture Beats und Fusionsschläge (stark VT-typisch)

- Konkordanz V1–V6:

- durchgehend negativ: hochspezifisch (oft Apex-Ursprung)

- durchgehend positiv: hochspezifisch (eher basal
linksventrikulär)

- Achse: verdächtig v. a. Nordwestachse (−90° bis ±180°), aber
normaler Lagetyp schließt VT nicht aus

- Prinzip: initiale QRS-Aufstrich-Verlangsamung spricht eher für
VT (myozytäre Ausbreitung) als für SVT mit Aberration

Akutmanagement: stabil vs. instabil

Basis:

- ABCDE, Monitoring, 12-Kanal-EKG, i. v. Zugang

- O2 nur bei Hypoxie

- Diagnostik: K/Mg, BGA, Troponin, Nierenfunktion, ggf. Spiegel
(z. B. Digitalis)

Instabil (Hypotonie/Schock, Ischämiezeichen, akute HI/Lungenödem,
Synkope, Bewusstseinsstörung):

- Therapie der Wahl: sofort synchronisierte Kardioversion

- Pulslosigkeit: Defibrillation nach Reanimationsalgorithmus

- Sedierung wenn möglich ohne Verzögerung (z. B. Etomidat 0,1–0,2
mg/kg i. v.; Midazolam 1–2 mg i. v. titriert)

Stabil (regelmäßig, monomorph):

- Antiarrhythmikum je nach Setting/Herzfunktion:

- Amiodaron häufig: 150 mg i. v. über 10 min; dann Infusion (z.
B. 1 mg/min 6 h, dann 0,5 mg/min 18 h)

- Lidocain v. a. bei Ischämie: 1–1,5 mg/kg Bolus, ggf.
nachdosieren bis ca. 3 mg/kg gesamt

- Ajmalin nur selektiv/mit Vorsicht (proarrhythmisch, v. a. bei
struktureller Herzerkrankung/LV-Dysfunktion problematisch)

- Niedrige Schwelle zur elektrischen Kardioversion bei
Verschlechterung/Rezidiv/Therapierefraktärität

Sonderform: Torsade de Pointes (polymorphe VT bei Long-QT)

- EKG: „windende“ Polymorphie um die Nulllinie, häufig nach
QT-Verlängerung

- Risikofaktoren: QT-verlängernde Meds, weiblich,
Bradykardie/AV-Block, HypoK/HypoMg, strukturelle Herzerkrankung,
Kombinationen

Akuttherapie:

- Magnesium als Schlüssel: 2 g MgSO4 i. v. über 10–15 min, ggf.
повтор; ggf. Erhaltungsinfusion (z. B. 1–2 g/h)

- Kalium zügig hochnormal (oft Ziel > 4,0–4,5 mmol/l)

- Auslösende QT-Medikamente stoppen

- Bradykardie vermeiden/therapieren: ggf. temporäres Pacing, ggf.
Orciprenalin (off label, eher ICU/Kardio)

- Pulslos/VF: sofort defibrillieren

Nach der Akutphase: Abklärung & Prophylaxe

- Ursachenklärung (Ischämie/Revaskularisation, Narben,
Myokarditis, Elektrolyte/Medikamente)

- Risikostratifizierung (LVEF, Synkope, Narben, Familienanamnese
plötzlicher Herztod)

- Rezidivprophylaxe:

- Betablocker (falls möglich)

- Katheterablation (bei geeigneter VT)

- ICD-Frage früh stellen (v. a. nach sustained VT/hohem
Rezidivrisiko)

- Psychische Belastung (Angst/Depression nach VT/ICD) aktiv
adressieren

️ Häufige Fehler

- Breitkomplextachykardie fälschlich als SVT mit Aberration
verzögerte Therapie

- Instabilität mit Medikamenten „ausprobieren“ statt früh
kardiovertieren

- Torsade ohne Magnesium/QT-Medikamente/Elektrolyte zu
berücksichtigen

- Nach Terminierung keine konsequente Ursachenabklärung

- „Stabile“ VT nicht eng genug überwachen

Take-home

- Regelmäßige Breitkomplextachykardie = VT bis zum Beweis des
Gegenteils

- Instabil heißt: Strom

- Torsade heißt: Magnesium + K/Trigger korrigieren + Bradykardie
vermeiden

- Immer: Rhythmus behandeln und Ursache suchen
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„Ventrikuläre Tachykardie“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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