Grundlagen der Reanimation

Grundlagen der Reanimation

vor 2 Wochen
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Beschreibung

vor 2 Wochen

BLS / Basismaßnahmen (CPR)


Erkennen:


- Bewusstlos + keine normale Atmung = Kreislaufstillstand


- Schnappatmung (agonal) zählt nicht als normale Atmung





Aktion:


- Hilfe rufen / Notruf / AED holen lassen


- Sofort mit Thoraxkompressionen beginnen





Thoraxkompressionen


- Handposition: Mitte Brustkorb, Hände übereinander, Arme
gestreckt


- Frequenz: 100–120/min


- Tiefe: mindestens 5 cm, möglichst nicht >6 cm


- Nach jeder Kompression vollständig entlasten (Hände bleiben
aufliegend)


- Wechsel bei 2 Helfenden ca. alle 2 Minuten, ohne relevante
Unterbrechung


- Fester Untergrund sinnvoll, aber Beginn nicht verzögern





️ Beatmung


- Für Geübte: 30:2, Atemweg öffnen (Head tilt–Chin lift)


- 2 Atemspenden à ~1 Sek., sichtbare Thoraxhebung


- Beatmungspause insgesamt ≤10 Sek.


- Wenn Beatmung nicht möglich/gewollt: Compression-only-CPR ist
empfohlen und besser als Nichtstun





Defibrillation / AED


Schockbar:


- Kammerflimmern (VF)


- Pulslose ventrikuläre Tachykardie (pVT)





Nicht schockbar:


- Asystolie


- PEA (pulslose elektrische Aktivität)





Praxisprinzipien:


- Elektroden kleben, Rhythmusanalyse mit minimaler Pause


- Laden während laufender Kompressionen


- Pause nur für Schock, max. ~5 Sek.


- Nach Schock: sofort weiter komprimieren (nicht erst Puls/„EKG
bestaunen“)


- Klare Sicherheitskommandos („Weg vom Patienten, ich schocke“)





Elektrodenlage:


- Standard anterolateral; Alternative anterior–posterior


- Bei implantiertem Aggregat: ≥8 cm Abstand





ALS / Erweiterte Maßnahmen


Priorität bleibt: gute Kompressionen, minimale Pausen, frühe
Defibrillation (bei VF/pVT).





Adrenalin


- Dosis: 1 mg i.v./i.o.


- Nicht schockbar (Asystolie/PEA): so früh wie möglich, dann alle
3–5 Min.


- Schockbar (VF/pVT): nach dem 3. erfolglosen Schock, dann alle
3–5 Min.


Wichtig: kein Ersatz für Reanimationsqualität.





🫁 Atemweg & Ventilation


- Beutel-Maske zunächst oft ausreichend


- Intubation nur, wenn ohne relevante Kompressionsunterbrechung;
sonst supraglottischer Atemweg


- Nach gesichertem Atemweg: asynchron, ca. 10/min;
Hyperventilation vermeiden


- Kapnografie: ETCO₂-Anstieg kann ROSC anzeigen; niedrige Werte
eher Hinweis auf schlechte Qualität/Prognose (nicht alleinige
Abbruchbasis)





Reversible Ursachen (Hs & Ts – Auswahl)


- Hypoxie, Hypovolämie, Elektrolytstörung, Hypothermie


- Tamponade, Spannungspneumothorax, Thrombose
(Koronar/Lungenembolie), Intoxikation


Parallel zur Standardreanimation aktiv suchen und gezielt
behandeln.





ROSC & Postreanimationsbehandlung


Ziele: Ursache behandeln, sekundären Hirnschaden vermeiden,
Hämodynamik/Metabolik stabilisieren.


- Oberkörper ~30° (wenn möglich)


- Oxygenierung: initial FiO₂ 1,0, dann zügig titrieren (SpO₂
94–98%; PaO₂ ~75–100 mmHg)


- Ventilation: Normokapnie (PaCO₂ ~35–45 mmHg);
Hyperoxie/Hypokapnie vermeiden


- Temperatur: aktive Fieberprävention 36–72 h; Kerntemp. ≤37,5 °C


- Keine aktive Erwärmung bei milder Hypothermie; keine
prähospitale „Kaltinfusions“-Kühlung


- Hämodynamik: MAP >60–65 mmHg (individuell), häufig invasiv
messen


- Noradrenalin titriert; bei myokardialer Dysfunktion ggf.
Dobutamin


- Diagnostik: 12-Kanal-EKG; bei STEMI/ACS früh an Herzkatheter
denken; ggf. CT je nach Verdacht


- Komplikationen: Rippenfrakturen häufig; Sonografie bei
Blutungsverdacht





️ Prognose & Abbruch


- Initialer Rhythmus stark prognoserelevant (schockbar besser),
aber frühe Prognosen sind riskant


- Abbruch ggf. bei therapieresistenter Asystolie trotz ~20 Min.
ALS ohne reversible Ursachen: keine Automatik, stets individuell
+ dokumentieren


- Nicht als alleinige Kriterien: Pupillen, einzelne
BGA-/Sono-Befunde


- „Slow Code“ (Scheinreanimation) ist nicht legitim





Take-home


- Bewusstlos + keine normale Atmung (Schnappatmung!) = sofort CPR


- Drücken: 100–120/min, 5–6 cm, vollständige Entlastung, Pausen
minimieren


- Früh defibrillieren bei VF/pVT


- ALS: Adrenalin nach Schema, Ursachen parallel behandeln


- Nach ROSC: Oxygenierung/Normokapnie, Kreislauf,
Fieberprävention, Ursachenfahndung
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