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Ersteinschätzung: Was ist „instabil“?

Instabil bei:

- Kreislaufstillstand

- Schock

- Persistierende Hypotonie mit Endorgan-Minderdurchblutung

Hinweise auf Minderperfusion: kalte Extremitäten,
Vigilanzminderung, Oligurie, Laktaterhöhung.

Merke: Nicht nur „Blutdruckzahl“ – Gesamtbild zählt.

Klinische Wahrscheinlichkeit

Typische Konstellation:

- Akute Dyspnoe, pleuritischer Thoraxschmerz

- Tachykardie, Hypoxämie

- Hämoptysen, Synkope

- Zeichen TVT

D-Dimere: Ausschlusstest bei niedriger Vortestwahrscheinlichkeit,
kein Bestätigungstest.

Katecholamine:

- Noradrenalin bei Hypotonie (z.B. 0,05–0,1 µg/kg/min i.v.,
titrieren)

- Dobutamin bei niedriger Auswurfleistung/RV-Dysfunktion (z.B.
2,5–5 µg/kg/min i.v.; nur bei ausreichendem RR bzw. NA-Stützung)

Extremfall:

- VA-ECMO als Bridging bei therapierefraktärem Schock/Reanimation
(Zentrumsentscheidung)

Symptomkontrolle:

- Analgesie/Anxiolyse vorsichtig (Atemdepression, Hypotonie
beachten)

- Morphin fraktioniert (z.B. 2–3 mg i.v. langsam), Diazepam
niedrig dosiert (z.B. 2–5 mg i.v. langsam)

Akutdiagnostik

Instabil:

- Wenn möglich: Angio-CT (CTPA)

- Wenn Transport nicht möglich: Echokardiografie
(Rechtsherzbelastung als stützender Befund)

- Bei Reanimation + sehr hoher klinischer Wahrscheinlichkeit:
Lyse ggf. ohne weitere Diagnostik

Stabil:

- Hohe Wahrscheinlichkeit: Angio-CT

- Niedrige Wahrscheinlichkeit: D-Dimere bei negativ LAE
ausgeschlossen, bei positiv Bildgebung

Therapie: Antikoagulation (Standard bei stabilen Patienten)

Früh beginnen bei mittlerer/hoher Wahrscheinlichkeit (keine
Kontraindikationen).

Optionen initial:

- NMH: Enoxaparin 1 mg/kg s.c. alle 12 h (Dosisanpassung bei
Niereninsuffizienz)

- Fondaparinux s.c. 1×/Tag: 100 kg 10 mg (problematisch/kontraindiziert bei
Niereninsuffizienz)

- UFH (v.a. instabil, geplante Lyse/Intervention, hohe
Steuerbarkeit): Bolus ca. 80 IE/kg i.v., dann 18 IE/kg/h i.v.,
aPTT-gesteuert

- DOAK bei stabilen Patienten:

- Rivaroxaban 15 mg 2×/Tag für 21 Tage, dann 20 mg 1×/Tag

- Apixaban 10 mg 2×/Tag für 7 Tage, dann 5 mg 2×/Tag

Wichtig: Initiale Hochdosis-Phase nicht vergessen.

Risikostratifizierung & Monitoring

Intermediär-hohes Risiko: sPESI erhöht + Rechtsherzbelastung +
positive kardiale Biomarker.

Therapie: Antikoagulation + engmaschige Überwachung (kann
dekompensieren).

Rekanalisierende Therapie (massive LAE/Instabilität)

Systemische Thrombolyse (z.B. Alteplase/rt-PA):

- Standard: 100 mg i.v. über 2 h

Indikation:

- Reanimationspflichtigkeit, Schock/persistierende Hypotonie

- Intermediär-hohes Risiko mit hämodynamischer Dekompensation im
Verlauf

Heparin: meist UFH begleitend (Timing lokal standardisieren;
häufig während Lyse pausiert/angepasst, danach aPTT-gesteuert).

Kontraindikationen (Auswahl)

Absolut: hämorrhagischer Insult/unklare Genese, ischämischer
Insult
Episode melden

„Akute Lungenarterienembolie (LAE)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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