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Pathophysiologie pragmatisch denken: „Pumpe“ vs. „Gefäß“

- Kardial (Pumpe zu schwach): Inotropika / Inodilatatoren

- Vaskulär (Vasoplegie, Tonus fehlt): Vasopressoren

- Häufig Mischbilder (z.B. septischer Schock + myokardiale
Dysfunktion) Kombinationen sinnvoll, nicht dogmatisch

Allgemeine Gabe-Prinzipien & Sicherheit

- Verzögerter Wirkeintritt bei verlängerter Kreislaufzeit;
Wirkung bei Azidose/Hypoxie nicht „hektisch nachdrücken“

- Spritzen eindeutig beschriften (Wirkstoff + Konzentration)

- Leitung patientennah, Pumpenhöhe stabil (hydrostatische
Effekte!)

- Separater Zugang/Schenkel bevorzugt; bei peripherer
Dauerinfusion Begleitinfusion

- Nach Ende: Leitungen aspirieren/spülen (Restbolus vermeiden)

Medikamente im Überblick (Erwachsene)

Akrinor (Theodrenalin/Cafedrin) – Bolus

- Einsatz: leichte–moderate Instabilität (perioperativ/Notfall)

- Wirkung: β1 Herzindex; α1 v.a. venös Vorlast ; HF meist
wenig verändert

- Praxis: kleine Boli titriert (häufig 0,5–1 Amp. = 1–2 ml),
langsam geben, Wirkung abwarten

- Hinweise: Injektionsschmerz, Interaktion u.a. mit Ceftriaxon;
nicht als Dauerinfusion

Ephedrin – Bolus

- Einsatz: leichte–moderate Hypotonie (OP/Geburtshilfe)

- Wirkung: α1/β1 + Noradrenalin-Freisetzung; länger anhaltend als
Adrenalin

- Dosis: typ. 5–10 mg i.v. (sensibel 3–6 mg), wiederholbar; nicht
als Dauerinfusion

- Cave: MAO-Hemmer hypertensive Krise; Prostatahyperplasie
Harnverhalt

Noradrenalin – 1. Wahl Vasopressor

- Indikation: v.a. septischer Schock, viele Schockformen

- Wirkung: α-dominant (SVR) + moderat β1; oft reflektorische
Bradykardie; hohe Dosen Mikrozirkulation

- Gabe: kontinuierlich via Pumpe; Konzentration kennen!

- 1 mg/50 ml = 20 µg/ml (leichter/moderater Bedarf)

- 5 mg/50 ml = 100 µg/ml (schwerer Schock)

- Dosisbereiche: ca. 0,02–0,1 µg/kg/min start; schwer oft 0,1–1
µg/kg/min (individuell)

- Bolus perioperativ möglich: ca. 5–10 µg vorsichtig titriert

- Rechenanker: 20 µg/ml 1 µg/min = 3 ml/h; 100 µg/ml 1 µg/min
= 0,6 ml/h

Vasopressin – Add-on bei Vasoplegie

- Indikation: katecholaminrefraktäre Vasoplegie (v.a. Sepsis),
ggf. refraktäre Anaphylaxie

- Vorteil: pH-unabhängige Wirkung; Nachteil: Ischämien bei hoher
Dosis (Darm/Haut)

- Aufbereitung: 40 IE/50 ml = 0,8 IE/ml

- Dosis: meist 0,01–0,03 IE/min (oft 0,03 IE/min als fixe
Zusatzdosis); bei 0,8 IE/ml ≈ 0,75–2,25 ml/h

Adrenalin – sehr potent, breites Profil

- Indikation: Reanimation, Anaphylaxie; selektiv bei refraktärem
septischem/kardiogenem Schock

- Wirkung: β1 (Inotropie/Chronotropie/Erregbarkeit) +
dosisabhängig β2/α

- Nebenwirkungen/„Laborfallen“: Laktat , metabolische Azidose,
Hyperglykämie, Hypokaliämie; längerfristig kardiotoxisch

- Dauerinfusion: ähnlich Noradrenalin (z.B. 1 mg/50 ml oder 5
mg/50 ml)

- Start: ca. 0,02–0,1 µg/kg/min, bei schwerem Schock höher (bis
~0,5–1 µg/kg/min je nach Ziel)

- Bolus (nicht Rea/Anaphylaxie-Dosen!): ca. 5–20 µg titriert

Milrinon – PDE-3-Hemmer (Inodilatator)

- Indikation: schwere HI, akute Rechtsherzinsuffizienz, hohe
pulmonale Nachlast; Vorteil bei Betablockade

- Cave: Vasodilatation Hypotonie (v.a. initial); lange HWZ ~2–4
h schwer „abstellbar“

- Dosis: Bolus 25–50 µg/kg über 10 min (oft weglassen bei
Instabilität); Erhaltung 0,375–0,75 µg/kg/min

- Aufbereitung: 10 mg/50 ml = 200 µg/ml

- Renal eliminiert Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz; Dauer
meist ≤48 h

Levosimendan – Calcium-Sensitizer/Inodilatator

- Indikation: Kurzzeittherapie bei akut dekompensierter schwerer
chronischer HI (selektiv)

- Besonderheiten: initial Hypotonie möglich; aktive Metaboliten
Wirkung 7–10 Tage nach Infusion möglich

- Dosis: Bolus 6–12 µg/kg über 10 min (oft weglassen), Erhaltung
0,05–0,2 µg/kg/min bis 24 h

- Vorher Hypovolämie ausgleichen; Einschränkungen bei
Nieren-/Leberinsuffizienz; verlängerte Überwachung sinnvoll
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„Medikamentöse Kreislaufunterstützung“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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