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Thema der Folge: Hämorrhagischer Schock

️ Warum das wichtig ist

Hämorrhagischer Schock ist ein hochletaler Zeitnotfall. Viele
Todesfälle treten in den ersten 2 Stunden auf. Entscheidend ist
paralleles Handeln:

• Blutung stoppen

• Perfusion sichern

• Gerinnung stabilisieren

• Oxygenierung erhalten

• Blutvolumen wiederherstellen

🩸 Definition und klinische Hinweise

Schock durch Blutverlust mit Kreislauffunktionsstörung und
Gewebehypoperfusion.

Wichtige Marker:

• systolischer Blutdruck < 90 mmHg

• Schockindex ≥ 1 (Puls / systolischer Blutdruck)

• Laktat 2–5 mmol/l: kompensierter Schock

• Laktat > 5 mmol/l: dekompensierter Schock

Merke: Normotension schließt relevanten Schock nicht aus. Haut,
Rekapillarisierungszeit, Vigilanz und Gesamteindruck sind
mitentscheidend.

Häufige Ursachen

Traumatisch:

• Polytrauma

• penetrierende oder stumpfe innere Blutung

• Beckenfraktur

• Leber-/Milzverletzung

• lange Röhrenknochen, große Weichteilverletzungen

Atraumatisch:

• gastrointestinale Blutung

• gynäkologische/geburtshilfliche Blutung

• Blutung unter Antikoagulation

• rupturiertes Aneurysma

• schwere Epistaxis

Erstes Vorgehen

Strukturiert nach ABCDE, aber mit Fokus auf frühe
Blutungstherapie:

• Hilfe rufen, Team aktivieren

• Massivtransfusionsprotokoll erwägen

• Chirurgie, Anästhesie, Radiologie etc. früh einbinden

• Temperaturmanagement sofort mitdenken

Blutungsquelle finden und stoppen

• äußere Blutung: Kompression, Tamponade, chirurgische Versorgung

• Extremitätenblutung: Tourniquet, wenn nötig

• Beckenfraktur: früher Beckengurt

• FAST-/Notfallsonographie bei Verdacht auf thorakale/abdominelle
Blutung

• instabil + Blutungsverdacht = früh interventionell denken,
nicht auf perfekte Bildgebung warten

Kreislauf und Volumen

• 2 großlumige periphere Zugänge, sonst i.o. oder ZVK

• Blut abnehmen: Blutgruppe, Kreuzprobe, BB, Gerinnung,
Fibrinogen, BGA/Laktat, Elektrolyte, ionisiertes Kalzium

• Kristalloide nur restriktiv

• frühe Blutprodukte statt große Volumenmengen

• permissive Hypotonie oft sinnvoll bei unkontrollierter Blutung

• Ausnahme: schweres Schädel-Hirn-Trauma höhere Perfusionsziele

🫁 Atemweg und Oxygenierung

• früh Sauerstoff bei Hypoxie oder schwerer Beeinträchtigung

• Intubation nur gut vorbereitet

• Risiko: Sedierung und positive Druckbeatmung können den
Kreislauf verschlechtern

• Vasopressor, Blutprodukte und erfahrenes Team bereithalten

Gerinnungsmanagement

Wichtige Prinzipien:

• tödliche Trias vermeiden: Hypothermie, Azidose, Koagulopathie

• Wärmeerhalt konsequent

• Erythrozyten früh bei relevanter Blutung und Instabilität

• bei Massivtransfusion oft balanciertes Verhältnis
EK:Plasma:Thrombozyten, z. B. 1:1:1 nach lokalem Protokoll

Wichtige Substanzen:

• FFP bei Gerinnungsfaktormangel

• Thrombozytenziel meist > 50.000/µl, bei
SHT/neurochirurgischer Blutung eher > 100.000/µl

• Fibrinogen früh beachten, kritisch oft < 150–200 mg/dl

• Tranexamsäure möglichst früh, ideal innerhalb von 3 Stunden

• wichtig: Tranexamsäure vor Fibrinogengabe, wenn beides geplant
ist

• Kalzium regelmäßig messen und substituieren

Antikoagulation mitdenken

• Vitamin-K-Antagonisten gezielt antagonisieren, z. B. mit PPSB +
Vitamin K

• bei DOAKs spezifische Reversalstrategien kennen

• Thrombozytenfunktionsstörung: ggf. Desmopressin erwägen

Kernaussagen

• Hämorrhagischer Schock = Zeitnotfall

• Therapie immer parallel, nicht nacheinander

• Blutdruck allein ist unzuverlässig

• Kristalloide zurückhaltend, Blutprodukte früh

• Tranexamsäure früh

• Fibrinogen, Thrombozyten und Kalzium aktiv managen

• Hypothermie vermeiden

• Antikoagulation gezielt antagonisieren

• Instabilität bedeutet frühe Eskalation
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„Hämorrhagischer Schock“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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