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Thema der Folge

Hepatitis A ist eine akute Virushepatitis durch ein RNA-Virus aus
der Familie der Picornaviren. Relevant nicht nur
reisemedizinisch, sondern auch in westlichen Industrieländern:
etwa ein Viertel der klinisch manifesten akuten Hepatitiden
entfällt darauf.

Übertragung und Infektiosität

Die Übertragung erfolgt fäkal-oral, also über kontaminiertes
Wasser, Lebensmittel und Schmierinfektion.

Kernpunkt:

• Ansteckend bereits vor Symptombeginn

• Virusausscheidung etwa 14 Tage vor bis 14 Tage nach
Krankheitsbeginn

• Höchste Infektiosität oft 1–2 Wochen vor Ikterus

Inkubation und Verlauf

Die Inkubationszeit liegt bei etwa 14 bis 50 Tagen.

Altersabhängiger Verlauf:

• Kinder: häufig asymptomatisch oder mild

• Erwachsene: häufiger symptomatisch und ikterisch

• Höheres Alter: höheres Risiko für schwere bis selten fulminante
Verläufe

Wichtig: Hepatitis A chronifiziert nie.

Klinik

Typisch sind zunächst unspezifische Beschwerden:

• Fieber

• Abgeschlagenheit

• Appetitlosigkeit

• Übelkeit, Erbrechen

• Bauchschmerzen, Durchfall

• gelegentlich Exanthem

Im weiteren Verlauf oft:

• Ikterus

• dunkler Urin

• heller Stuhl

• deutlich erhöhte Transaminasen

Diagnostik

Serologie:

• Anti-HAV-IgM = akute oder frische Infektion

• Anti-HAV-IgG = abgelaufene Infektion oder Impfung, also
Immunität

Labor:

• AST und ALT meist deutlich erhöht

• typisch: De-Ritis-Quotient < 1

• bei schweren Verläufen auch Beurteilung der Lebersynthese:

Bilirubin, INR/Quick, Albumin, Cholinesterase

• je nach Klinik zusätzlich Ammoniak, Glukose, Nierenwerte

Therapie

Keine kausale antivirale Standardtherapie. Behandlung
symptomatisch.

Wichtig im Alltag:

• ausreichende Flüssigkeitszufuhr

• körperliche Schonung nach Bedarf

• Alkoholkarenz

• Vermeidung hepatotoxischer Substanzen

• engmaschige Verlaufskontrolle

Alarmzeichen für stationäre Aufnahme:

• Gerinnungsstörung

• Hypoglykämie

• Enzephalopathie

• rasch progredienter Ikterus

Differenzialdiagnose: Hepatitis E

Hepatitis E verläuft klinisch oft sehr ähnlich:

• ebenfalls RNA-Virus

• meist fäkal-orale Übertragung

• zusätzlich zoonotisch, v. a. über ungenügend gegartes Schweine-
oder Wildfleisch

• Inkubationszeit etwa 14 bis 70 Tage

Besonders wichtig:

• in der Schwangerschaft erhöhtes Risiko für fulminante Verläufe

• bei Immunsuppression sind persistierende Verläufe möglich

• Diagnostik über Anti-HEV-IgM, bei Immunsuppression besser
HEV-RNA per PCR

Prävention

Die wirksamste Maßnahme ist die Impfung mit Totimpfstoff.

Impfschema:

• monovalent Hepatitis A: 2 Dosen im Abstand von 6–18 Monaten

• Kombinationsimpfstoff Hepatitis A/B: 3 Dosen

Praktisch relevant:

• Kurzzeitschutz vor Reise eher mit monovalentem Impfstoff

• Schutzbeginn nach erster monovalenter Dosis nach ca. 14 Tagen

• routinemäßige Auffrischung meist nicht nötig

Postexpositionsprophylaxe und Hygiene

Nach Kontakt mit Hepatitis A:

• innerhalb von 14 Tagen monovalente Hepatitis-A-Impfung

• bei Risikopersonen ggf. zusätzlich Immunglobuline

Im Ausbruchsmanagement wichtig:

• konsequente Händehygiene

• viruzide Desinfektion

• möglichst eigene Toilette

• Isolation je nach Setting und lokalen Empfehlungen

Take-home-Messages

• Hepatitis A ist eine häufige akute Virushepatitis

• Übertragung fäkal-oral, Ansteckung schon vor Symptomen

• IgM = akut, IgG = immun

• Hepatitis A chronifiziert nie

• Therapie meist symptomatisch, schwere Verläufe früh erkennen

• Bei passendem Bild immer auch an Hepatitis E denken

• Bei Schwangeren ist Hepatitis E besonders relevant
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„Hepatitis A und HAV-Infektion“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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