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Beschreibung
vor 6 Tagen
Thema der Folge
Hepatitis A ist eine akute Virushepatitis durch ein RNA-Virus aus
der Familie der Picornaviren. Relevant nicht nur
reisemedizinisch, sondern auch in westlichen Industrieländern:
etwa ein Viertel der klinisch manifesten akuten Hepatitiden
entfällt darauf.
Übertragung und Infektiosität
Die Übertragung erfolgt fäkal-oral, also über kontaminiertes
Wasser, Lebensmittel und Schmierinfektion.
Kernpunkt:
• Ansteckend bereits vor Symptombeginn
• Virusausscheidung etwa 14 Tage vor bis 14 Tage nach
Krankheitsbeginn
• Höchste Infektiosität oft 1–2 Wochen vor Ikterus
Inkubation und Verlauf
Die Inkubationszeit liegt bei etwa 14 bis 50 Tagen.
Altersabhängiger Verlauf:
• Kinder: häufig asymptomatisch oder mild
• Erwachsene: häufiger symptomatisch und ikterisch
• Höheres Alter: höheres Risiko für schwere bis selten fulminante
Verläufe
Wichtig: Hepatitis A chronifiziert nie.
Klinik
Typisch sind zunächst unspezifische Beschwerden:
• Fieber
• Abgeschlagenheit
• Appetitlosigkeit
• Übelkeit, Erbrechen
• Bauchschmerzen, Durchfall
• gelegentlich Exanthem
Im weiteren Verlauf oft:
• Ikterus
• dunkler Urin
• heller Stuhl
• deutlich erhöhte Transaminasen
Diagnostik
Serologie:
• Anti-HAV-IgM = akute oder frische Infektion
• Anti-HAV-IgG = abgelaufene Infektion oder Impfung, also
Immunität
Labor:
• AST und ALT meist deutlich erhöht
• typisch: De-Ritis-Quotient < 1
• bei schweren Verläufen auch Beurteilung der Lebersynthese:
Bilirubin, INR/Quick, Albumin, Cholinesterase
• je nach Klinik zusätzlich Ammoniak, Glukose, Nierenwerte
Therapie
Keine kausale antivirale Standardtherapie. Behandlung
symptomatisch.
Wichtig im Alltag:
• ausreichende Flüssigkeitszufuhr
• körperliche Schonung nach Bedarf
• Alkoholkarenz
• Vermeidung hepatotoxischer Substanzen
• engmaschige Verlaufskontrolle
Alarmzeichen für stationäre Aufnahme:
• Gerinnungsstörung
• Hypoglykämie
• Enzephalopathie
• rasch progredienter Ikterus
Differenzialdiagnose: Hepatitis E
Hepatitis E verläuft klinisch oft sehr ähnlich:
• ebenfalls RNA-Virus
• meist fäkal-orale Übertragung
• zusätzlich zoonotisch, v. a. über ungenügend gegartes Schweine-
oder Wildfleisch
• Inkubationszeit etwa 14 bis 70 Tage
Besonders wichtig:
• in der Schwangerschaft erhöhtes Risiko für fulminante Verläufe
• bei Immunsuppression sind persistierende Verläufe möglich
• Diagnostik über Anti-HEV-IgM, bei Immunsuppression besser
HEV-RNA per PCR
Prävention
Die wirksamste Maßnahme ist die Impfung mit Totimpfstoff.
Impfschema:
• monovalent Hepatitis A: 2 Dosen im Abstand von 6–18 Monaten
• Kombinationsimpfstoff Hepatitis A/B: 3 Dosen
Praktisch relevant:
• Kurzzeitschutz vor Reise eher mit monovalentem Impfstoff
• Schutzbeginn nach erster monovalenter Dosis nach ca. 14 Tagen
• routinemäßige Auffrischung meist nicht nötig
Postexpositionsprophylaxe und Hygiene
Nach Kontakt mit Hepatitis A:
• innerhalb von 14 Tagen monovalente Hepatitis-A-Impfung
• bei Risikopersonen ggf. zusätzlich Immunglobuline
Im Ausbruchsmanagement wichtig:
• konsequente Händehygiene
• viruzide Desinfektion
• möglichst eigene Toilette
• Isolation je nach Setting und lokalen Empfehlungen
Take-home-Messages
• Hepatitis A ist eine häufige akute Virushepatitis
• Übertragung fäkal-oral, Ansteckung schon vor Symptomen
• IgM = akut, IgG = immun
• Hepatitis A chronifiziert nie
• Therapie meist symptomatisch, schwere Verläufe früh erkennen
• Bei passendem Bild immer auch an Hepatitis E denken
• Bei Schwangeren ist Hepatitis E besonders relevant
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