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Beschreibung
vor 3 Tagen
Diesmal treffen wir uns mit Steffi Memmert-Lunau am Schlachtensee
- einer der blauen Glücksorte, die sie in ihrem gleichnamigen
Buch beschrieben hat. Darin geht es um lauter Berliner Highlights
am Wasser - nicht nur für Schwimmer:innen. Schon der Ort, an dem
wir sitzen, ist besonders: Das Café am Bootsverleih ist ein sehr
romantischer Ort, besonders in der Abendsonne. Schade nur, dass
die bisherigen Betreiber aufgehört haben. Jetzt wird es von der
Fischerhütte ein paar hundert Meter weiter mit betrieben, Boote
kann man sich aber immer noch ausleihen und es gibt auch zu essen
und zu trinken.
Während wir da so sitzen, philosophieren wir über die vielen Orte
am Wasser, die Berlin zu bieten hat, von der Dahme im Osten bis
hin zu kleinen und größeren Seen wie dem Lietzensee Nähe Kudamm,
dem Amerika-See im Botanischen Garten oder auch dem Teufelssee in
Grunewald.
Wir kommen ins Schwärmen über den Mauerradweg entlang der Havel
und hören mit leichtem Gruseln die Geschichte des Plötzensees:
Dort, wo der See samt Strandbad heute liegt, soll sich nämlich
einst ein Dorf befunden haben, dessen Gutsherr sehr hartherzig zu
seinen Tagelöhnern war. Ein Geist forderte soziale Gerechtigkeit,
weil aber nichts passierte, flutete er das ganze Dorf und alles
ging unter, einschließlich Rittergut und Kirche. Angeblich sei
auch heute noch in Vollmondnächten ihr Glockengeläut zu hören -
wer das nicht glaubt, muss es einfach mal ausprobieren!
Wo viel Wasser ist, sind auch viele Inseln, hier sei nur die
Pfaueninsel und die Insel der Jugend erwähnt und ja - auch die
Altstadt von Köpenick ist eine Insel und überall von herrlichen
Gewässern umgeben. Hier kann man rudern, fischen, schwimmen,
tauchen - hat auch Steffi alles schon mal ausprobiert. Ohnehin
schlägt ihr Schwimmerinnenherz vor allem für öffentliche
Gewässer, das sei schon als Kind so gewesen, erzählt sie uns.
Zum Schwimmen in der Spree war sie allerdings noch nicht, aber an
der Schloßbrücke in Mitte lohnt sich auch einfach mal genaueres
Hinschauen: Für das dekorative Geländer wählte Karl Friedrich
Schinkel nämlich Delfine und Pferde mit Fischschwänzen aus. Ist
uns noch gar nicht aufgefallen, werden wir aber auf jeden Fall
demnächst mal drauf achten.
Und so kann man sich herrlich vertiefen in Erzählungen über die
Atmosphäre am Wasser, eine von uns gibt noch zum besten, dass es
die Frühlingsstimmung am Landwehrkanal war, die sie vor knapp
vierzig Jahren bewogen hat, Berlin nach einem harten Winter nicht
fluchtartig wieder zu verlassen. Derweil schaukeln die Boote
leise auf dem Schlachtensee und wir sind sicher - mit diesem Buch
finden wir noch viele weitere herrliche Orte am Wasser und können
es nur empfehlen!
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