Podcaster
Episoden
18.02.2026
35 Minuten
Mit unserem heutigen Gast haben wir vor einem knappen Jahr schon
einmal gesprochen (Folge 107): Janis McDavid. Damals haben wir
ihn als Popstar begrüßt, denn wenn Janis irgendwo auftaucht,
starren ihn viele Menschen an wie einen Popstar, hat er selber
mal erzählt. Der Grund: Janis hat weder Arme noch Beine. Und
trotzdem hat er - was er selber nie für möglich gehalten hätte -
im Jahr 2024, im Alter von 33 Jahren, das Schwimmen gelernt.
Diesmal begrüßen wir ihn als Supermann. Denn Janis kann
mittlerweile nicht nur super schwimmen: Er ist 6-facher Deutscher
Rekordhalter, 3-facher Deutscher Kurzbahn-Meister im
Brustschwimmen und hat bei den internationalen Deutschen
Meisterschaften 2025 eine Silbermedaille erschwommen. Natürlich
kommt er gerade vom Training - und hat mal eben auf 100 Meter
Rücken eine persönliche Bestzeit geschafft.
Sieben bis neun Trainingseinheiten absolviert er pro Woche,
jeweils rund anderthalb Stunden, außerdem macht er noch
Krafttraining, vor allem für den Rumpf - denn der hilft ihm
hauptsächlich, im Wasser vorwärts zu kommen. Obwohl Janis
mittlerweile echt Spitze ist - finanziell gefördert wird er
nicht. Eher müsse er noch in seine Leidenschaft investieren,
erzählt er. Allein schon wegen des enormen
Badehosen-Verschleisses: Weil Janis keine Beine hat, bewegt er
sich mit dem Po über den Schwimmbad-Boden. Da wäre ein Spoinsor
schon gut. Vielleicht hat jemand eine Idee?
Zum Glück ist Janis als Speaker und Influencer und Vermarkter
seines Buches „All inclusive“ zeitlich relativ flexibel. Wenn er
durch die Republik reist, um Vorträge zu halten, muss das
Training auch mal zurückstehen. Aber der Adrenalinschub, den das
Schwimmen bei ihm auslöst, hat ihn nach wie vor im Griff und es
macht ihm großen Spaß, immer wieder gegen sich selbst anzutreten.
Mittlerweile ist er nicht mehr im Landeskader Bayern, sondern
schwimmt unter der Berliner Flagge. Sind die Paralympics 2028 in
Los Angeles sein Ziel? Janis wäre nicht Janis, wenn das nicht der
Fall wäre. Aber das ist gar nicht so einfach. Denn abgesehen
davon, dass er seine Zeiten dafür dann doch noch um einiges
verbessern müsste: In seiner Startklasse ist das Angebot an
internationalen Wettkämpfen sehr schmal. Zur Zeit gibt es da nur
50 und 100 Meter Rücken - und das ist gerade eben nicht die
Paradedisziplin von Janis.
Aber natürlich lässt er sich davon nicht erschüttern - gerade
probt er mit seinem Trainer eine neue Rückenschwimm-Technik. Denn
er hat schon Lust auf die Paralympics, will sein Ziel aber auch
nicht zu hoch stecken. Klassisches Understatement, würden wir
sagen! Ein anderes Ziel hat er im letzten Sommer schon geschafft:
Einmal den Starnberger See durchschwimmen. Die 2,4 Kilometer hat
er in einer Stunde, 31 Minuten und 26 Sekunden geschafft. Eine
sensationelle Leistung, finden wir, aber typisch Janis: Er hätte
es schon gern unter anderthalb Stunden geschafft.
Jetzt wird er erstmal im Februar beim Berolina-Cup mitschwimmen -
und im Mai an den internationalen Deutschen Meisterschaften in
Berlin teilnehmen. Da hofft er darauf, dass er dann auch eine
internationale Klassifizierung bekommt. Wir drücken fest die
Daumen!
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11.02.2026
55 Minuten
Gerade ist mal wieder Olympia - wir beide haben im Moment
allerdings allenfalls Ringe unter den Augen. Deshalb gibt es
heute leider keine aktuelle Folge ... Allerdings ist Olympia -
auch die Winterolympiade - eine gute Gelegenheit, an die
unlauteren Machenschaften zu erinnern, die sich oftmals hinter
den Kulissen des Sports abspielen. Deshalb wiederholen wir diese
Woche die ausgesprochen spannende Folge zum Doping im
Schwimmsport:
Wir sprechen mit einem Kollegen - einem
Investigativ-Journalisten, vor dem sich Funktionäre, Verbände
und auch Sportler in der ganzen Welt fürchten. Hajo Seppelt hat
international und national maßgeblich zur Aufdeckung von
Dopingvergehen beigetragen und dafür zahlreiche Preise bekommen.
Angefangen hat der einstige Berliner Jahrgangsmeister im
Brustschwimmen 1985 als Sportreporter beim Sender Freies Berlin,
von 1992 bis 2006 war er Live-Kommentator für das ARD-Fernsehen
bei Schwimmwettkämpfen, war unterwegs bei Olympia, Europa- und
Weltmeisterschaften.
Schon damals hat er sich mit dem Thema Doping befasst. 1997
erschien sein Film „Staatsgeheimnis Kinderdoping - Doping-Täter
und -Opfer des DDR-Schwimmsports“. Gleichzeitig kommentierte er
immer noch Schwimm-Wettkämpfe - und merkte zunehmend, wie sehr
ihm die reine Ergebnis-Berichterstattung auf die Nerven ging. Aus
seiner Sicht gab es viel mehr zu erzählen über die Sportler -
aber vor allem auch über die Geschäftemacher, Ärzte und Verbände,
die am Sport verdienen. Und mitunter tatsächlich auf ALLES
setzen, damit am Ende eine Medaille, ein Sieg dabei herauskommt.
Auch auf Doping. Ein mitunter lebensgefährliches Mittel zum
Zweck.
Hajo ist ein Typ, der macht, was er für richtig hält. Eine
öffentlich gewordene privaten E-Mail, in der er die unkritische
Sport- und Doping-Berichterstattung der ARD kritisierte, so
erzählt es Seppelt, führte 2006 dazu, dass er nicht mehr von
Wettkämpfen berichten durfte. Gebremst hat ihn das nicht. Beim
WDR baute er eine Doping-Redaktion auf, seitdem ist er in
Sportsendungen, Nachrichtensendungen und Magazinen sowie als
Autor von Dokumentationen zum Thema Doping zu sehen, mittlerweile
hat er auch eine eigene Produktionsfirma.
Aber kann man es einem Sportler verdenken, wenn er alles
versucht, um noch schneller, besser, toller zu werden? Anders als
früher, sagt Seppelt, kann er den einzelnen Sportler mitunter
verstehen. Der Druck sei immens, die Medien machen zusätzlich
Stimmung. Ihn ärgern vor allem die großen Verbände, die
mitmachen, vertuschen und mit dem Risiko der Sportler ihr Geld
verdienen. Besonders schlimm sei dies, weil auch die WADA, die
internationale Anti-Doping-Agentur häufig nicht wirklich
hinschaue. Dabei ist sie dafür da, Doping zu verhindern.
Eigentlich, sagt Seppelt, sei Doping alles, was man dem Körper
zuführt, um bessere Leistungen zu erzielen. Offiziell - und damit
offiziell verboten - ist alles, was auf der Doping-Liste der
Anti-Doping-Agenturen stehe, sei das nun Doping mit
sauerstoffangereichertem Eigenblut, Anabolika, Hormone oder
Medikamente wie Trimetazidin.
Das war im April 2024 bei 23 chinesischen Schwimmern nachgewiesen
worden. Angeblich hatten sie im Hotel verunreinigtes Essen zu
sich genommen. Die WADA akzeptierte diese Erklärung zunächst -
und Hajo zeigte in seinem Film, dass diese Begründung sehr
unwahrscheinlich - aber vor allem nie wirklich überprüft worden
sei.
Übrigens: Wer glaubt, nur in China, Russland oder den ehemaligen
Ostblockstaaten werde gedopt, der irrt. Doping im Sport gibt es
überall. Im Herbst 2025 wird Hajo einen Film über Kinderdoping im
Sport in aller Welt veröffentlichen. "Geheimsache Doping" heißt
der Podcast, der er zusammen mit seiner Kollegin Kerstin Hermes
macht. Bereits 2019 hat er das Buch „Feinde des Sports“
veröffentlicht, in dem er über die Hintergründe seiner mitunter
sogar gefährlichen Arbeit berichtet. Er selbst geht mittlerweile
zu keinen (Schwimm-)Wettkämpfen mehr. Den Spaß daran habe er
schon lange verloren.
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04.02.2026
31 Minuten
Es ist Anfang Februar - und wir machen Schwimmbadferien. Was in
unserem Fall heißt: Ferien vom Schwimmbad. Denn die eine von uns
wird ihre Erkältung nicht los, die andere hat eine sehr unschöne
Begegnung mit gefrorenem Wasser gehabt und muss jetzt erstmal
ihre schmerzenden Rippen schonen.
Ans Schwimmen und ans Schwimmbad denken wir natürlich trotzdem,
zumal Ute gerade aus Island zurück ist und dort natürlich auch
die herrliche isländische Schwimmkultur genossen hat: Ordentlich
einseifen vor dem Schwimmen und dann ganz geordnet ihre Bahnen
ziehen können. Was vielleicht damit zu tun hat, dass es in Island
so viele Schwimmbäder gibt und die deshalb niemals wirklich voll
werden, Gedränge also gar nicht erst entsteht - ganz anders als
bei uns.
Und schon sind wir beim Thema. Warum klappt das Miteinander auf
den Bahnen so häufig nicht? Oft gibt es schlicht zu wenig. Und
dann steht da vielleicht mal ein Schild mit
„Schnellschwimmerbahn“ - aber was ein Schnellschwimmer ist,
beurteilt ja auch jeder und jede anders. Wir jedenfalls checken
immer erstmal ab, wie schnell die Schwimmer:innen so auf der
jeweiligen Bahn eigentlich sind, bevor wir uns eine aussuchen.
Und auch, wie wir selber an dem Tag drauf sind. Eher gemütlich?
Dann sind die Schnellschwimmer:innen heute eher nichts für uns.
Oder doch mal wieder ein bisschen auf die Tube drücken? Dann
sollten wir uns aber trotzdem nicht gleich mit den trainierten
Vereinsschwimmer:innen messen.
Allerdings - und das kennt wohl jeder und jede - das machen
längst nicht alle so. Man kann fast drauf schwören: Da hat man
sich auf einer Bahn mit mehreren anderen gerade so richtig
gemeinsam eingezirkelt - schon steigt garantiert jemand ein, der
entweder wesentlich schneller oder deutlich langsamer ist. Und
schon gibt´s Stress. Auch der Ort, wo Schwimmer:innen
zwischendurch mal ein Päuschen machen, sollte mit Bedacht gewählt
sein: Wer am Beckenrand mal kurz verschnaufen will, sollte das
niemals in der Mitte tun, sondern immer in der Nähe der Leine -
damit die anderen auch weiterhin gut wenden können.
Was wir auch niemals verstehen werden - Menschen, die, wenn sie
überholt werden, erst recht mittig schwimmen, statt leicht nach
rechts auszuweichen. Würde es doch allen deutlich leichter
machen. Oder auch am Beckenrand jemanden vorlassen, der schneller
schwimmt - macht den oder die andere glücklich und selbst hat man
absolut null Nachteil.
Deswegen haben wir kurzerhand mal fünf goldene Regeln
aufgestellt:
1. Immer rechts im Kreis schwimmen
2. Beim Überholtwerden leicht nach rechts schwimmen und Platz
machen
3. Am Beckenrand niemals in der Mitte einer Bahn verschnaufen,
sondern an der Leine.
4. Schnellere Schwimmer einfach vorlassen
5. Und wenn gar nichts mehr hilft: Die eigene Badekappe
streicheln und einfach mal kurz durchatmen!
Übrigens - so mancher fragt sich vielleicht, warum die
Bademeister auf den Bahnen nicht für Ordnung sorgen. Aber mal
ganz ehrlich: So schwer ist es ja nicht, was man beachten sollte.
Das kriegen wir auch alleine hin, oder?
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28.01.2026
48 Minuten
Kirsten Bruhn ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten
Athleten im Parasport - umso mehr freuen wir uns, sie im Berliner
Sportforum Hohenschönhausen treffen zu können. Ihre Haare sind
noch etwas feucht, denn auch wenn Kirsten bereits 2024 ihre
aktive Karriere beendet hat, geht sie im Schnitt doch immer noch
jeden zweiten Tag schwimmen. Heute dann „nur“ 2000 Meter, aber
sie wollte sich dann doch noch vorher auf das Gespräch mit uns
einstimmen.
Kirsten ist ein Phänomen: Sie ist 54 Weltrekorde und 64
Europarekorde geschwommen, ist 6-fache Weltmeisterin und 8-fache
Europameisterin. Ihre Bestzeiten sind zum Teil bis heute
unerreicht, dabei war sie schon über dreißig, als sie sie
erschwommen hat. Allerdings: Ein glatter Durchmarsch war ihre
Karriere nicht, im Gegenteil.
Denn als sie 1991 im Alter von 21 Jahren durch einen
Motorradunfall plötzlich querschnittsgelähmt war, glaubte sie,
niemals wieder so schwimmen zu können wie vorher. Denn schon in
ihrer Jugend war Kirsten Leistungsschwimmerin, allerdings nie bei
internationalen Wettkämpfen dabei. Aber immer mit großer
Leidenschaft, schon mit drei Jahren konnte sie schwimmen. Mit der
Diagnose allerdings schien dieser Weg endgültig vorbei zu sein.
Das war ein ganz tiefes Tal, erzählt uns Kirsten, aus dem sie
lange nicht rausgekommen ist und das sie auch in ihrem Buch „Mein
Leben - und wie ich es zurückgewann“ sehr eindrucksvoll
beschreibt.
Ja, nachdem der erste Schock und vor allem die ganz großen
Schmerzen erstmal vorbei waren, entwickelte sie einen großen
Ehrgeit, wieder vollständig am Leben teilnehmen zu können, ohne
auf Hilfe angewiesen zu sein. „Das habe ich in meiner Familie so
gelernt“, erzählt sie uns, hängen lassen gilt nicht. Aber
schwimmen? Elf Jahre dauerte es, bis sie es wieder wagte. Weil
ihr ein Reha-Trainer den Tipp und auch ein paar Adressen gegeben
hatte. Und schon nach wenigen Monaten des harten Trainings war
Kirsten Bruhn Deutsche Meisterin auf 50 Meter Rücken.
„Aber nicht, dass ihr denkt, ja klar, Paraschwimmen, das ist auch
nicht sooo schwierig!“ Denken wir nicht. Im Gegenteil - wir sind
extrem beeindruckt. Denn Kirsten räumte nicht nur im Rücken- und
Kraulschwimmen ab. Sie begann, auch in ihrer alten
Paradedisziplin, dem Brustschwimmen, wieder zu trainieren. Was
für jemanden mit einer Querschnittslähmung extrem schwierig ist.
Denn die Kraft beim Brustschwimmen kommt zu 70-80 Prozent aus den
Beinen.
„Ich glaube, da hat mir mein Körpergedächtnis sehr geholfen“,
sagt sie. Und ein extremer Wille, vermuten wir. Kirsten hat das
Glück im Unglück, nicht vollständig querschnittsgelähmt zu sein.
So holte sie bereits 2004 bei den Paralympics Gold - auf 100
Meter Brust. Und so ging es weiter, bis sie - unzählige Medaillen
und Rekorde später - ihre Karriere beendete.
Dem Schwimmsport ist sie trotzdem treu geblieben, auch als
Mentaltrainerin für junge Athlet:innen. Außerdem ist sie seit
2016 bei den Paralympics als Expertin für die ARD dabei. Sie ist
Botschafterin für Rehabilitation, Prävention und Sport beim
Unfallkrankenhaus Berlin und seit 2015 ist ein Schwimmbad in
ihrer Geburtsstadt Eutin nach ihr benannt. Sie war eine von drei
Protagonist:innen in dem Film „Gold - du kannst mehr als du
denkst“, der bei der Berlinale 2013 seine Weltpremiere feierte
und sie bekam den Bambi für ihre herausragenden Leistungen. Sie
hält Vorträge darüber, wie wichtig es ist, sich wieder ins Leben
zurückzukämpfen und wie der Sport einem dabei helfen kann.
Und seit 2026 ist sie Ehrenbürgerin in Schleswig Holstein. Eins
ärgert sie trotzdem bis heute: Dass so wenig Schwimmbäder
barrierefrei sind. Und selbst, wenn man sie so nennt, sagt sie,
seien sie allenfalls barrierearm. Fast nie gebe es ein Leitsystem
für Blinde, angemessene Duschen für Rollstuhlfahrer:innen oder
die Möglichkeit, dass sich kognitiv eingeschränkte Menschen dort
ohne Hilfe bewegen können. Muss man unbedingt endlich mal ändern,
findet sie. Finden wir auch.
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21.01.2026
39 Minuten
Diesmal haben wir gleich drei Menschen zu Gast - denn ohne sie
wäre dieses einzigartige Projekt wohl nie zustande gekommen: Mobi
ist ein mobiles Schwimmbad, bestehend aus drei transportablen
Stahlbauten in T-Form. Im Hauptteil ist natürlich das
Schwimmbecken, beheizt und 3x13 Meter groß. In einem weiteren
Modul sind Umkleiden, Duschen und Toiletten, jeweils für Mädchen
und Jungs getrennt. Und in einem dritten Modul findet die
Wasseraufbereitung statt. Das Ganze auf einer Fläche von 25x15
Metern - passt praktisch auf jeden Schulhof!
Und das soll es auch. Denn Mobi ist dafür da, dass sich Kinder
ans Wasser gewöhnen können, unabhängig von eingeschränkten
Wasserzeiten an öffentlichen Schwimmbädern und viel zu schnell
ausgebuchten Schwimmkursen. Deshalb steht das mobile Schwimmbad
bis zu drei Monaten immer an einer anderen Schule im Raum
Köln/Bonn. Morgens findet hier Schwimmunterricht statt,
nachmittags können auch alle anderen in der Umgebung Schwimm- und
Aquakurse buchen. Sogar Schwimmtraining ist möglich, denn Mobi
hat bei Bedarf auch eine Gegenstromanlage. Und das Ganze für alle
- kostenlos! 10 Stunden am Tag ist Mobi in Betrieb, an 350 Tagen
im Jahr.
Entstanden ist die Idee im Rahmen der Schwimminitiative
Nordrhein-Westfalen (NRW). Projektträger ist der Kreissportbund
Düren, dessen Geschäftsführer Wolfgang Schmitz uns als erstes von
dem Projekt erzählt hat. Was ohne Unterstützung des Fördervereins
der Sparkasse Köln/Bonn - immerhin in Höhe von 3 Millionen Euro -
gar nicht zustande gekommen wäre. Deshalb ist auch Gero
Wiesenhöfer heute zu Gast. Und natürlich Verena von der Gathen,
die nicht nur für das Projekt verantwortlich ist, sondern es an
der Sporthochschule Köln auch wissenschaftlich begleitet. Denn
das mobile Schwimmbad Mobi ist tatsächlich einzigartig, sagt
Wolfgang Schmitz: Selber geplant und ausgetüftelt und
mittlerweile sogar patentiert - der Stolz ist ihm deutlich
anzuhören. Kostenpunkt: 750.000 Euro allein für die drei Module,
mit Solarpaneelen auf dem Dach. Hinzu kommen nochmal rund 450.000
Euro im Jahr für Energie- und Betriebskosten, Schwimmlehrer:innen
und was sonst noch so alles anfällt.
Seit September 2025 ist Mobi unterwegs, sein Einsatz ist für fünf
Jahre geplant, immer an Schulen mit hohem Sozialindex. Denn dort
sind die Schülerinnen und Schüler vorher oft noch nie mit einem
Schwimmbecken in Berührung gekommen. Ein bis zwei Tage braucht es
für den Aufbau, dann nochmal etwa fünf Tage für Vorbereitung,
Wasser einlassen und temperieren, bis Mobi startklar ist.
Wichtig: Mobi kann sich sogar an einen unebenen Untergrund
anpassen, das Wasser kommt mit Unterstützung der Feuerwehr aus
öffentlichen Hydranten. Und natürlich kommt auch regelmäßig das
Gesundheitsamt vorbei, um zu kontrollieren, dass das Wasser auch
tatsächlich hygienisch einwandfrei ist.
Wichtig ist allen dreien zu betonen, dass Mobi keine Schwimmbäder
ersetzen soll, sondern als Zusatzangebot gedacht ist. Damit sich
Kinder spielerisch ans Wasser gewöhnen können. Und nicht mehr
monatelange Schwimmkurse brauchen, sondern recht zügig in einem
öffentlichen Schwimmbad das Seepferdchen und später dann auch das
Schwimmabzeichen machen können.
Am liebsten würden die drei ganz viele Mobis bauen und vor
Schulen stellen. Auch vor unserem inneren Auge tauchen lauter
Mobis in Kreuzberg, Neukölln und anderen Berliner Stadtteilen
auf. Das wäre doch tatsächlich mal eine gute Idee! Vielleicht
fragen wir mal beim Berliner Senat und der Berliner Sparkasse an.
Wer ist dabei?
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Über diesen Podcast
Wir sind Schwimmerinnen. Wir waren beide mal im Schwimmverein, aber
das ist lange her. Bis vor kurzem schwammen wir so wie die meisten
– ab und zu, wenn es gerade passt. Doch dann entdeckten wir die
Jahreskarte der Berliner Bäderbetriebe – und stellten fest: Berlin
hat ja über 60 Schwimmbäder! Schnell stand fest: Die durchschwimmen
wir alle! Und zwar in einem Jahr. Gesagt, getan. Was uns beim
Bahnen ziehen durch den Kopf geht und warum wir meinen, dass
schwimmen nicht nur überlebenswichtig, sondern ein großartiges
Abenteuer ist – darum geht es hier!
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