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Episoden
04.02.2026
31 Minuten
Es ist Anfang Februar - und wir machen Schwimmbadferien. Was in
unserem Fall heißt: Ferien vom Schwimmbad. Denn die eine von uns
wird ihre Erkältung nicht los, die andere hat eine sehr unschöne
Begegnung mit gefrorenem Wasser gehabt und muss jetzt erstmal
ihre schmerzenden Rippen schonen.
Ans Schwimmen und ans Schwimmbad denken wir natürlich trotzdem,
zumal Ute gerade aus Island zurück ist und dort natürlich auch
die herrliche isländische Schwimmkultur genossen hat: Ordentlich
einseifen vor dem Schwimmen und dann ganz geordnet ihre Bahnen
ziehen können. Was vielleicht damit zu tun hat, dass es in Island
so viele Schwimmbäder gibt und die deshalb niemals wirklich voll
werden, Gedränge also gar nicht erst entsteht - ganz anders als
bei uns.
Und schon sind wir beim Thema. Warum klappt das Miteinander auf
den Bahnen so häufig nicht? Oft gibt es schlicht zu wenig. Und
dann steht da vielleicht mal ein Schild mit
„Schnellschwimmerbahn“ - aber was ein Schnellschwimmer ist,
beurteilt ja auch jeder und jede anders. Wir jedenfalls checken
immer erstmal ab, wie schnell die Schwimmer:innen so auf der
jeweiligen Bahn eigentlich sind, bevor wir uns eine aussuchen.
Und auch, wie wir selber an dem Tag drauf sind. Eher gemütlich?
Dann sind die Schnellschwimmer:innen heute eher nichts für uns.
Oder doch mal wieder ein bisschen auf die Tube drücken? Dann
sollten wir uns aber trotzdem nicht gleich mit den trainierten
Vereinsschwimmer:innen messen.
Allerdings - und das kennt wohl jeder und jede - das machen
längst nicht alle so. Man kann fast drauf schwören: Da hat man
sich auf einer Bahn mit mehreren anderen gerade so richtig
gemeinsam eingezirkelt - schon steigt garantiert jemand ein, der
entweder wesentlich schneller oder deutlich langsamer ist. Und
schon gibt´s Stress. Auch der Ort, wo Schwimmer:innen
zwischendurch mal ein Päuschen machen, sollte mit Bedacht gewählt
sein: Wer am Beckenrand mal kurz verschnaufen will, sollte das
niemals in der Mitte tun, sondern immer in der Nähe der Leine -
damit die anderen auch weiterhin gut wenden können.
Was wir auch niemals verstehen werden - Menschen, die, wenn sie
überholt werden, erst recht mittig schwimmen, statt leicht nach
rechts auszuweichen. Würde es doch allen deutlich leichter
machen. Oder auch am Beckenrand jemanden vorlassen, der schneller
schwimmt - macht den oder die andere glücklich und selbst hat man
absolut null Nachteil.
Deswegen haben wir kurzerhand mal fünf goldene Regeln
aufgestellt:
1. Immer rechts im Kreis schwimmen
2. Beim Überholtwerden leicht nach rechts schwimmen und Platz
machen
3. Am Beckenrand niemals in der Mitte einer Bahn verschnaufen,
sondern an der Leine.
4. Schnellere Schwimmer einfach vorlassen
5. Und wenn gar nichts mehr hilft: Die eigene Badekappe
streicheln und einfach mal kurz durchatmen!
Übrigens - so mancher fragt sich vielleicht, warum die
Bademeister auf den Bahnen nicht für Ordnung sorgen. Aber mal
ganz ehrlich: So schwer ist es ja nicht, was man beachten sollte.
Das kriegen wir auch alleine hin, oder?
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28.01.2026
48 Minuten
Kirsten Bruhn ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten
Athleten im Parasport - umso mehr freuen wir uns, sie im Berliner
Sportforum Hohenschönhausen treffen zu können. Ihre Haare sind
noch etwas feucht, denn auch wenn Kirsten bereits 2024 ihre
aktive Karriere beendet hat, geht sie im Schnitt doch immer noch
jeden zweiten Tag schwimmen. Heute dann „nur“ 2000 Meter, aber
sie wollte sich dann doch noch vorher auf das Gespräch mit uns
einstimmen.
Kirsten ist ein Phänomen: Sie ist 54 Weltrekorde und 64
Europarekorde geschwommen, ist 6-fache Weltmeisterin und 8-fache
Europameisterin. Ihre Bestzeiten sind zum Teil bis heute
unerreicht, dabei war sie schon über dreißig, als sie sie
erschwommen hat. Allerdings: Ein glatter Durchmarsch war ihre
Karriere nicht, im Gegenteil.
Denn als sie 1991 im Alter von 21 Jahren durch einen
Motorradunfall plötzlich querschnittsgelähmt war, glaubte sie,
niemals wieder so schwimmen zu können wie vorher. Denn schon in
ihrer Jugend war Kirsten Leistungsschwimmerin, allerdings nie bei
internationalen Wettkämpfen dabei. Aber immer mit großer
Leidenschaft, schon mit drei Jahren konnte sie schwimmen. Mit der
Diagnose allerdings schien dieser Weg endgültig vorbei zu sein.
Das war ein ganz tiefes Tal, erzählt uns Kirsten, aus dem sie
lange nicht rausgekommen ist und das sie auch in ihrem Buch „Mein
Leben - und wie ich es zurückgewann“ sehr eindrucksvoll
beschreibt.
Ja, nachdem der erste Schock und vor allem die ganz großen
Schmerzen erstmal vorbei waren, entwickelte sie einen großen
Ehrgeit, wieder vollständig am Leben teilnehmen zu können, ohne
auf Hilfe angewiesen zu sein. „Das habe ich in meiner Familie so
gelernt“, erzählt sie uns, hängen lassen gilt nicht. Aber
schwimmen? Elf Jahre dauerte es, bis sie es wieder wagte. Weil
ihr ein Reha-Trainer den Tipp und auch ein paar Adressen gegeben
hatte. Und schon nach wenigen Monaten des harten Trainings war
Kirsten Bruhn Deutsche Meisterin auf 50 Meter Rücken.
„Aber nicht, dass ihr denkt, ja klar, Paraschwimmen, das ist auch
nicht sooo schwierig!“ Denken wir nicht. Im Gegenteil - wir sind
extrem beeindruckt. Denn Kirsten räumte nicht nur im Rücken- und
Kraulschwimmen ab. Sie begann, auch in ihrer alten
Paradedisziplin, dem Brustschwimmen, wieder zu trainieren. Was
für jemanden mit einer Querschnittslähmung extrem schwierig ist.
Denn die Kraft beim Brustschwimmen kommt zu 70-80 Prozent aus den
Beinen.
„Ich glaube, da hat mir mein Körpergedächtnis sehr geholfen“,
sagt sie. Und ein extremer Wille, vermuten wir. Kirsten hat das
Glück im Unglück, nicht vollständig querschnittsgelähmt zu sein.
So holte sie bereits 2004 bei den Paralympics Gold - auf 100
Meter Brust. Und so ging es weiter, bis sie - unzählige Medaillen
und Rekorde später - ihre Karriere beendete.
Dem Schwimmsport ist sie trotzdem treu geblieben, auch als
Mentaltrainerin für junge Athlet:innen. Außerdem ist sie seit
2016 bei den Paralympics als Expertin für die ARD dabei. Sie ist
Botschafterin für Rehabilitation, Prävention und Sport beim
Unfallkrankenhaus Berlin und seit 2015 ist ein Schwimmbad in
ihrer Geburtsstadt Eutin nach ihr benannt. Sie war eine von drei
Protagonist:innen in dem Film „Gold - du kannst mehr als du
denkst“, der bei der Berlinale 2013 seine Weltpremiere feierte
und sie bekam den Bambi für ihre herausragenden Leistungen. Sie
hält Vorträge darüber, wie wichtig es ist, sich wieder ins Leben
zurückzukämpfen und wie der Sport einem dabei helfen kann.
Und seit 2026 ist sie Ehrenbürgerin in Schleswig Holstein. Eins
ärgert sie trotzdem bis heute: Dass so wenig Schwimmbäder
barrierefrei sind. Und selbst, wenn man sie so nennt, sagt sie,
seien sie allenfalls barrierearm. Fast nie gebe es ein Leitsystem
für Blinde, angemessene Duschen für Rollstuhlfahrer:innen oder
die Möglichkeit, dass sich kognitiv eingeschränkte Menschen dort
ohne Hilfe bewegen können. Muss man unbedingt endlich mal ändern,
findet sie. Finden wir auch.
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21.01.2026
39 Minuten
Diesmal haben wir gleich drei Menschen zu Gast - denn ohne sie
wäre dieses einzigartige Projekt wohl nie zustande gekommen: Mobi
ist ein mobiles Schwimmbad, bestehend aus drei transportablen
Stahlbauten in T-Form. Im Hauptteil ist natürlich das
Schwimmbecken, beheizt und 3x13 Meter groß. In einem weiteren
Modul sind Umkleiden, Duschen und Toiletten, jeweils für Mädchen
und Jungs getrennt. Und in einem dritten Modul findet die
Wasseraufbereitung statt. Das Ganze auf einer Fläche von 25x15
Metern - passt praktisch auf jeden Schulhof!
Und das soll es auch. Denn Mobi ist dafür da, dass sich Kinder
ans Wasser gewöhnen können, unabhängig von eingeschränkten
Wasserzeiten an öffentlichen Schwimmbädern und viel zu schnell
ausgebuchten Schwimmkursen. Deshalb steht das mobile Schwimmbad
bis zu drei Monaten immer an einer anderen Schule im Raum
Köln/Bonn. Morgens findet hier Schwimmunterricht statt,
nachmittags können auch alle anderen in der Umgebung Schwimm- und
Aquakurse buchen. Sogar Schwimmtraining ist möglich, denn Mobi
hat bei Bedarf auch eine Gegenstromanlage. Und das Ganze für alle
- kostenlos! 10 Stunden am Tag ist Mobi in Betrieb, an 350 Tagen
im Jahr.
Entstanden ist die Idee im Rahmen der Schwimminitiative
Nordrhein-Westfalen (NRW). Projektträger ist der Kreissportbund
Düren, dessen Geschäftsführer Wolfgang Schmitz uns als erstes von
dem Projekt erzählt hat. Was ohne Unterstützung des Fördervereins
der Sparkasse Köln/Bonn - immerhin in Höhe von 3 Millionen Euro -
gar nicht zustande gekommen wäre. Deshalb ist auch Gero
Wiesenhöfer heute zu Gast. Und natürlich Verena von der Gathen,
die nicht nur für das Projekt verantwortlich ist, sondern es an
der Sporthochschule Köln auch wissenschaftlich begleitet. Denn
das mobile Schwimmbad Mobi ist tatsächlich einzigartig, sagt
Wolfgang Schmitz: Selber geplant und ausgetüftelt und
mittlerweile sogar patentiert - der Stolz ist ihm deutlich
anzuhören. Kostenpunkt: 750.000 Euro allein für die drei Module,
mit Solarpaneelen auf dem Dach. Hinzu kommen nochmal rund 450.000
Euro im Jahr für Energie- und Betriebskosten, Schwimmlehrer:innen
und was sonst noch so alles anfällt.
Seit September 2025 ist Mobi unterwegs, sein Einsatz ist für fünf
Jahre geplant, immer an Schulen mit hohem Sozialindex. Denn dort
sind die Schülerinnen und Schüler vorher oft noch nie mit einem
Schwimmbecken in Berührung gekommen. Ein bis zwei Tage braucht es
für den Aufbau, dann nochmal etwa fünf Tage für Vorbereitung,
Wasser einlassen und temperieren, bis Mobi startklar ist.
Wichtig: Mobi kann sich sogar an einen unebenen Untergrund
anpassen, das Wasser kommt mit Unterstützung der Feuerwehr aus
öffentlichen Hydranten. Und natürlich kommt auch regelmäßig das
Gesundheitsamt vorbei, um zu kontrollieren, dass das Wasser auch
tatsächlich hygienisch einwandfrei ist.
Wichtig ist allen dreien zu betonen, dass Mobi keine Schwimmbäder
ersetzen soll, sondern als Zusatzangebot gedacht ist. Damit sich
Kinder spielerisch ans Wasser gewöhnen können. Und nicht mehr
monatelange Schwimmkurse brauchen, sondern recht zügig in einem
öffentlichen Schwimmbad das Seepferdchen und später dann auch das
Schwimmabzeichen machen können.
Am liebsten würden die drei ganz viele Mobis bauen und vor
Schulen stellen. Auch vor unserem inneren Auge tauchen lauter
Mobis in Kreuzberg, Neukölln und anderen Berliner Stadtteilen
auf. Das wäre doch tatsächlich mal eine gute Idee! Vielleicht
fragen wir mal beim Berliner Senat und der Berliner Sparkasse an.
Wer ist dabei?
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14.01.2026
39 Minuten
Heute wollen wir unserem Namen mal alle Ehre machen und über
Chlor reden. Nein, keine Angst, das wird keine Chemiestunde. Aber
die meisten von uns machen sich vermutlich wenig Gedanken
darüber, was eigentlich alles dazu gehört, damit das Wasser im
Schwimmbecken klar, sauber und hygienisch einwandfrei bleibt und
wir bedenkenlos reinspringen können. Was alles so dazu gehört,
das war auch uns nicht wirklich klar und nötigt uns großen
Respekt ab!
Unser Gesprächspartner ist der Sachverständige für
Wasseraufbereitung Dirk Dygutsch, der neben vielen anderen
Tätigkeiten auch in der Schwimm- und Badebeckenwasserkommission
des Bundesgesundheitsministeriums sitzt. Mit anderen Worten: Ein
echter Auskenner. Der zudem noch - obwohl er in Chemie einen
Doktor hat oder vielleicht auch gerade deswegen - sehr
anschaulich erklären kann.
Eins stellt er gleich am Anfang klar: Es reicht nicht, eine
Handvoll Chlor ins Wasser zu schmeißen und dann ist alles prima.
Vielmehr gehören sehr viele komplizierte Abläufe im Hintergrund
dazu, damit wir uns im Schwimmbad weder vor Infektionen noch vor
Verätzungen fürchten müssen und auch nicht ständig irgendwelche
Dinge um uns herumschwinmen, die da nicht reingehören.
Mindestens ebensso wie wichtig wie Chlor sind sehr gute Filter
und weitere Desinfektionsmittel. Dreimal täglich muss
kontrolliert werden, ob das Mischungsverhältnis auch wirklich
stimmt. Das Wasser im Schwimmbecken ist Trinkwasser, für jeden
Badegast müssen rund 30 Liter nachgefüllt werden, also ein
ständiger Kreislauf. Zudem werden die Beckenböden mindestens
zweimal die Woche gereinigt, die Beckenwände alle 14 Tage und die
Überlaufrinne einmal wöchentlich. Und auch das Gesundheitsamt
schaut regelmäßig vorbei.
Im Gespräch geht es natürlich auch darum, wie schlimm es denn
eigentlich ist, wenn man ins Becken pinkelt. Der bekannte
amerikanische Schwimmer Michael Phelps hat dazu mal gesagt: „Ich
denke, jeder pinkelt in den Pool. Wenn man zwei Stunden im Wasser
ist, geht man nicht raus, um Pipi zu machen.“ Er empfände das
aber auch nicht als problematisch, das Chlor im Becken käme damit
schon klar. So ganz stimmt das allerdings nicht, sagt Dirk
Dygutsch. Wenn jeder statt der Toilette das Becken benutze, gäbe
es sehr wohl ein Problem.
Mit geringen Mengen, die Menschen womöglich „aus Versehen“
verlieren, käme das Chlor aber schon klar. Der typische
Chlorgeruch in Schwimmbädern - den wir beide sehr lieben - kommt
allerdings nicht vom Chlor, das riecht kaum. Vielmehr entstehe er
durch flüchtige Gase, die frei werden, wenn Chlor den Harnstoff
abbaut. Es ist also tatsächlich was dran - je mehr es nach Chlor
riecht, desto mehr … Eine andere Story kann Dygutsch aber klar
entkräften: Es ist nicht möglich, dass sich Urin verfärbt, wenn
er dann doch mal ins Beckenwasser fließt. Also keine Sorge.
Mindestens genauso wichtig, um das Badewasser sauber zu halten,
ist das Duschen vorab. Denn das größte Risiko, Schadstoffe ins
Wasser zu tragen, sind wir selbst. Vorher ordentlich einseifen
und gründlich abduschen, rät Dygutsch, das wäre die allerbeste
Hygiene. Wir schauen uns an und müssen ein bisschen lachen. In
Hallenbädern wird das sicher von vielen gemacht. Im Freibad haben
wir noch nie jemanden vor dem Schwimmen mit Seife unter der
Dusche stehen sehen …
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07.01.2026
49 Minuten
Es ist ein Trend, ein Hype, ein Wahnsinn geradezu - das
Eisschwimmen. Gerade fanden vom 1. bis zum 6. Januar bundesweit
die Eisschwimmtage statt, seit 2025 ist Eisschwimmen eine
offizielle Sportart im Deutschen Schwimmverband. Immer mehr
Menschen hüpfen im Winter mal eben in den eiskalten See (obwohl
man auf keinen Fall hinein „springen“ sollte!). Wir sprechen
heute mit Anke Rubien, eine unserer Hörerinnen,
aber vor allem - einer Eisschwimmexpertin. Denn sie ist nicht nur
selber Eisschwimmerin seit 2016, sondern hat sich auch zum
Ice-Instructor ausbilden lassen, quasi zu einer
Eisschwimmlehrerin. Zur Zeit kann man diese Ausbildung nur beim
bayerischen Schwimmverband machen, Anke kommt selber aus Hessen
und lebt zur Zeit bei Hannover - aber das war es ihr wert.
Denn so schön und aufregend Eisschwimmen auch sein kann - es ist
nicht ungefährlich. Die beiden wichtigsten Regeln, sagt Anke:
NIEMALS allein und - immer bedenken, dass man aus dem kalten
Wasser auch wieder rauskommen muss! Wer sich beispielsweise ein
Loch in die Eisfläche eines Sees schlägt, handelt grob
fahrlässig. Denn da kommt man zwar sehr schnell rein, aber nur
sehr schwer wieder raus. Und auch für Retter ist es sehr
schwierig, jemanden aus einem Eisloch herauszuziehen.
Wenn man im kalten See schwimmen geht, sollte man auf jeden Fall
immer eine Boje dabei haben. Nicht nur, weil man sich im Zweifel
daran festhalten kann, sondern weil man einfach besser gesehen
wird. Ob mit oder ohne Neoprenanzug, -socken oder -handschuhe -
das müsse jeder und jede für sich selber entscheiden, sagt Anke.
Neoprensocken seien oft sehr hilfreich, weil man nie so genau
wisse, wie der Untergrund im See gerade beschaffen ist. Und wenn
man reingeht, so ihr Tipp, dann erstmal bis zum Bauchnabel - und
dann langsam, aber zügig den Rest. Und dabei gaaaaanz ruhig
atmen!
Anke selbst ist eher durch Zufall zum Eisschwimmen gekommen. Als
Kind hatten ihr ihre Eltern das Schwimmtraining verboten, weil
sie Angst hatten, dass sie zu muskulös, zu wenig weiblich dadurch
werden würde. Mit 40 hat sie dann aber mit den eigenen Kindern
wieder angefangen, hat zahlreiche internationale Wettkämpfe
mitgeschommen, diverse Trainerscheine gemacht, als Volunteer bei
Wettkämpfen unterstützt und sich dann auch noch zum Total
Immersion-Coach ausbilden lassen.
Kurz und krumm - das Wasser war und ist ihr Element. Zunächst vor
allem im Becken, später, wenn auch zögerlich, im See. 2016 war
sie als Zuschauerin bei der Eisschwimm-WM in Burghausen dabei,
plötzlich fehlte eine Starterin in der Staffel und Anke wurde
gefragt, ob sie nicht vielleicht …? Sie wollte. 25 Meter in
eiskaltem Wasser. Bei 1,5 Grad Wasser- und minus 13 Grad
Außentemperatur. Danach gab es kein Zurück mehr.
Mittlerweile schwimmt sie auf Wettkämpfen 500 oder auch 1000
Meter. Brust oder Kraul, wobei sie betont, dass Kraulschwimmen im
kalten Wasser nochmal eine ganz andere Überwindung ist.
Rollwenden sind bei Eisschwimmwettkämpfen übrigens verboten. Und
spätestens nach fünf Metern muss der Kopf wieder aufgetaucht sein
- „sonst wird man disqualifiziert“.
Das Eisschwimmen war auch eine gute Vorbereitung für eine ganz
andere Idee, die Anke mit drei anderen Frauen im Jahr 2023 in die
Tat umsetzte: Staffelschwimmen durch den Ärmelkanal und dabei
Spenden sammeln für die „German Doctors“, die damit ein Dorf in
Indien unterstützen wollten. 4.000 Euro sollten zusammenkommen.
Am Ende waren es 32.000.
Am 10. und 11. Januar 2026 wird Anke am vEItSbad Cup teilnehmen,
der der Station beim aktuellen Deutschland Ice Cup. Wir wünschen
ihr gutes Gelingen und viel Erfolg!
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Über diesen Podcast
Wir sind Schwimmerinnen. Wir waren beide mal im Schwimmverein, aber
das ist lange her. Bis vor kurzem schwammen wir so wie die meisten
– ab und zu, wenn es gerade passt. Doch dann entdeckten wir die
Jahreskarte der Berliner Bäderbetriebe – und stellten fest: Berlin
hat ja über 60 Schwimmbäder! Schnell stand fest: Die durchschwimmen
wir alle! Und zwar in einem Jahr. Gesagt, getan. Was uns beim
Bahnen ziehen durch den Kopf geht und warum wir meinen, dass
schwimmen nicht nur überlebenswichtig, sondern ein großartiges
Abenteuer ist – darum geht es hier!
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