Folge 162: Am schönsten sind die Kraul-Bahnen!

Folge 162: Am schönsten sind die Kraul-Bahnen!

vor 4 Tagen
31 Minuten
0
0 0

Beschreibung

vor 4 Tagen

Philipp Reußner - das ist der Schwimmbadtourist! Am letzten
Juni-Wochenende diesen Jahres hat er im Laufe von sechs Jahren
bereits 212 unterschiedliche Frei- und Hallenbäder in Europa
besucht, war in England, Island, Ungarn, Österreich, Italien,
Spanien, Monaco, in der Schweiz, in Frankreich - und natürlich
auch in Berlin. Dort ist auch sein 212. Bad - das Sommerbad in
Wilmersdorf, vielen auch als Lochow bekannt.


Wir treffen uns an diesem heißen Samstag aber im Sommerbad am
Insulaner, denn da haben wir alle zum Glück noch online-Tickets
ergattert. Und nach ein paar Irritationen an der Kasse haben wir
dann auch tatsächlich den Weg auf die grüne Wiese gefunden - das
Schwimmen muss erstmal warten.


Aber Philipp ist nach wie vor begeistert von seinem doch recht
aufwändigem Hobby. Als wir ihn vor zwei Jahren das erste Mal
trafen, hatte er gerade gut hundert Bäder geschafft - das 100.
war die Alster-Schwimmhalle in Hamburg. Das 200. Bad ist
ebenfalls ausgesprochen pompös: Das Centre Aquatique Olympique in
Saint-Denis, nördlich von Paris. Hier fanden die
Wassersportwettbewerbe bei Olympia 2024 statt, dafür wurde die
Halle extra gebaut.


Überhaupt - die Schwimmbäder in Frankreich findet Philipp
ziemlich cool und ähnlich ausgefallen, was Stile und Baujahre
betrifft wie in Deutschland. Begeistert haben ihn die so
genannten Sonnenblumenbäder, in Frankreich in den 1970er-Jahren
gebaut, bei denen sich das Dach öffnen und zur Sonne ausrichten
lässt.


In Italien oder Spanien fand er dagegen bislang hauptsächlich
Zweckbauten, hier lässt sich außer dem reinen Schwimmbecken
tatsächlich rein gar nichts an Verspieltheit finden. Und in
Sizilien kam er erst gar nicht rein in ein Bad, weil er dafür
erstmal eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Arzt hätte
vorweisen müssen.


Philipp lässt sich von sowas nicht entmutigen, im Gegenteil -
mehrmals die Woche schwimmen, immer so mindestens drei bis fünf
Kilometer in nem guten Stündchen, das ist für den Franken Alltag.
Am meisten freut er sich, wenn es in den Bädern nicht nur eine
Sportbahn, sondern eine richtige Kraulbahn gibt, wo man also nur
kraulen darf. Haben wir noch nie was von gehört, aber sind sofort
begeistert. Keine Nahtod-Erfahrung mehr beim Überholen zwischen
zwei Brustschwimmern! Soll es tatsächlich geben. Nur leider nicht
in Berlin.


Noch immer macht Philipp von jedem Bad und sich ein Foto -
aufhängen zuhause im Flur kann er die Bilder allerdings nicht
mehr, die Wände sind voll. Aber bei Instagram kann man sie sich
anschauen, sieht schon cool aus. Und mittlerweile ist der
Schwimmbadtourist einfach Kult - und durfte sich in Nürnberg
deshalb auch die Baustelle des Volksbads anschauen, ein
Jugendstilbad, das nach aufwändiger Sanierung voraussichtlich im
Herbst wieder eröffnet wird.


Inzwischen hat Philipp zudem einen Schwimm-Halbmarathon
absolviert, beim 24-Stunden-Schwimmen letztes Jahr in Erlangen.
In fünf Stunden und 43 Minuten - nicht schlecht! Würden wir auf
keinen Fall schaffen - weder die Strecke und schon gar nicht die
Zeit … aber Philipp macht als Schwimmbadtourist auf jeden Fall
weiter - schließlich gibt es noch einige Bäder in Europa zu
durchschwimmen.


An diesem Wochenende wird das mit dem Meter-Machen allerdings
nichts - wohl all jenen, die überhaupt noch einen Steh-Platz im
Becken ergattert haben.
15
15
Episode teilen
Folge 162: Am schönsten sind die Kraul-Bahnen!
Folge 162: Am schönsten sind die Kraul-Bahnen!

Close