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  4. Folge 160: Ägypten - hier ist Schwimmen ein Privileg
Diesmal sind wir bereits zu früher Stunde digital in Ägypten,
genauer gesagt: in Kairo. Dort arbeitet unsere Gesprächspartnerin
Nina Amin als Korrespondentin für die ARD und
nutzt jede freie Minuten, um schwimmen zu gehen. Allerdings -
ganz so einfach ist das nicht im Land der Pharaonen: Öffentliche
Schwimmbäder gibt es hier nicht, wer in einem Pool seine Bahnen
ziehen will, muss einen Club besuchen - Nina hat das Glück, einer
ist direkt bei ihr um die Ecke.

Zweimal in der Woche gibt es dort ein reines Frauenschwimmen,
dann sind auch nur noch Bademeisterinnen vor Ort. Das sei immer
eine richtig große Party, erzählt Nina. Dabei geht es dann
weniger ums Bahnen ziehen, sondern ums hin und her schwimmen und
sich dabei in aller Ruhe zu unterhalten und Spaß zu haben.

Für die meisten Ägypter sind solche Clubs viel zu teuer. Auf dem
Land gibt es oft noch nicht einmal das. Schwimmen ist kein
Unterrichtsfach in der Schule, dabei liegt Ägypten im Norden
direkt am Mittelmeer und im Osten am Roten Meer. Der Nil, der
sich quer durch das ganze Land zieht, wird zwar oft zum Abkühlen
genutzt. Hier kommt es allerdings immer wieder zu Todesfällen
durch Ertrinken, weil jemand in die Strömung gerät und dann
einfach untergeht, viele Ägypter behalten beim Bad im Fluss zudem
ihre Kleidung an.

Wer es sich leisten kann, bezahlt privaten Schwimmunterricht für
seine Kinder, aber sehr viele Ägypter:innen können gar nicht
schwimmen. Wasser ist in dem Land ein sehr kostbares Gut. Darin
zu schwimmen, in Bädern seine Freizeit zu verbringen, wie es für
viele Heranwachsende in Deutschland einfach selbstverständlich
dazu gehört - das gibt es hier nicht.

Badekleidungsvorschriften gibt es in den Clubs in der Regel
nicht, hier sieht man Bikinis neben Burkinis bunt gemischt,
erzählt Nina. So wenig wie in Clubs Fahren die meisten
Ägypter:innen aber auch nicht an Meer, zum Strand. Dort gibt es
meist abgegrenzte Resorts, zu vielen Strandabschnitten hat man
gar keinen Zutritt. An manchen Stränden gibt es eigene Bereiche
nur für Frauen. Für alle gilt immer und überall: Oben ohne geht
gar nicht! Man muss nicht im Burkini ins Wasser gehen, aber schon
ausreichend bedeckt sein.

An der ägyptischen Mittelmeerküste gibt es sehr starke Strömungen
- immer wieder gehen Menschen dort trotz roter Flagge ins Mehr,
erst im letzten Jahr gab es einen spektakulären Fall, wo an der
Küste acht Menschen ertrunken sind.

Am Roten Meer gibt es andere Probleme. Es ist eins der schönsten
Meere, die Nina kennt, erzählt sie, mit einem faszinierenden
Fisch- und Korallenwelt, nach wie vor. Hier ist der
Tauchtourismus noch immer stark ausgeprägt, Ägypten setzt aber
vermehrt auf Korallenschutz. Nachts im Roten Meer schwimmen darf
man ohnehin nicht. Nachtaktive Raubtiere wie Haie, Muränen und
Steinfische beginnen dann ihre Jagd, während Strömungen und
Riffkanten nicht mehr gut zu erkennen sind

Weltklasse-Schwimmer:innen aus Ägypten gibt es durchaus - wie
Farida Osman, die 2017 als erste ägyptische Schwimmerin eine
Medaille bei einer Weltmeisterschaft gewann. In der Regel kommen
sie jedoch aus eher privilegierten Elternhäusern. Auch in Ninas
Club gibt es eine Trainingsgruppe, lauter Frauen, „und alle
wahnsinnig gut und schnell!“ Drei- bis viermal pro Woche werde
dort trainiert, wenn sich ein Talent herauskristalliere, dann
werde das vom Staat auch gefördert. Schließlich gebe es im Land
auch Begeisterung für Schwimmwettkämpfe bei Olympia, erzählt
Nina. Aber andere Sportarten wie Fußball stehen dann doch weit
mehr im Fokus.
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„Folge 160: Ägypten - hier ist Schwimmen ein Privileg“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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