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  4. Folge 163: Als Eiswürfel geboren
Dass er vermutlich als Eiswürfel zur Welt gekommen ist, hat der
österreichische Extremsportler Josef Köberl mal im Scherz gesagt
- aber wenn man seine Geschichte kennt, hat man schon den
Eindruck, dass da was dran sein könnte. Josef hat als erster
Österreicher die Eismeile geschafft, also 1609 Meter in unter
fünf Grad kaltem Wasser, er ist Präsident des österreichischen
Eisschwimmverbandes und in seinem Schlafzimmer steht tatsächlich
eine Gefriertruhe, in die er sich zu Trainingszwecken immer
wieder reinsetzt.

Klingt super, wenn man gerade unter der Hitze ächzt - ist aber
natürlich ganz und gar nicht ungefährlich. Um solch niedrige
Temperaturen aushalten zu können, muss man trainieren, auch Josef
Köberl. Er hat einst mit dem Langstreckenschwimmen begonnen, aber
nach dem Schwimmen durch den Ärmelkanal im Jahr 2015 war ihm klar
- kalte Temperaturen sind sein Ding. Auch wenn es bis heute eine
Art Hassliebe ist. Denn wenn er in sehr kaltes Wasser steigt,
also um die null Grad, hat er bis heute sehr große Schmerzen.

Aber, sagt Josef - dieser Schmerz dauert vielleicht 20 Sekunden.
Und dann sei es einfach nur großartig. Während des Schwimmens und
auch danach, Dopamin sei Dank!

Aber auch er stellt fest - es geht nicht immer. Deshalb achtet
Josef ständig darauf, wie es ihm tatsächlich geht. Wenn sich
irgendwas komisch anfühlt, bricht er das Schwimmen auch wieder
ab.

Er schwimmt immer mit Boje - und gibt den wichtigen Hinweis,
gerade im Eiswasser immer mit offener Boje zu schwimmen, also
nicht mit einer, wo man erst noch die Reißlinie ziehen muss. Wenn
der Körper reagiert, dann geht es meist zu schnell, als dass man
noch auf das Sichaufblasen der Boje warten könnte.

Josef trainiert nicht nur seine eigenen Fähigkeiten, sondern auch
andere Menschen, die sich ins kalte Wasser trauen. Im
Natureispalast am Hintertuxer Gletscher kann man Eisbaden mit
Josef buchen. Allerdings - ein bisschen Erfahrung sollte man
schon haben, hier liegt die Wassertemperatur eigentlich immer
rund um den Gefrierpunkt oder niedriger. Vor allem der so
genannte Afterdrop ist gefährlich, wenn das kalte Blut aus den
Extremitäten zurück in den Rumpf fließt.

Josef war Hochalpinist beim Militär, er hat Erfahrung mit den
Bergen, deshalb kann er viele Situationen sehr gut einschätzen.
Wenn er nicht gerade im Eiswasser ist, arbeitet er als
verbeamteter Qualitätsmanager für Luftfahrtsicherheit im
österreichischen Klimaschutzministerium.

Josef hat nicht nur österreichische Rekorde aufgestellt, sondern
auch einen Weltrekord:

Dass er es geschafft hat, zu Beginn der Corona-Zeit zweieinhalb
Stunden in einer Tonne mit Eiswürfeln zu verbringen, hat ihm
einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde verschafft.

Gerade ist er einmal rund um Manhattan geschwommen - da war das
Wasser für seine Verhältnisse mit 17 bis 20 Grad ziemlich warm.
Sein nächstes Ziel: Die Ocean´s Seven zu vollenden. Im August ist
der Santa-Catalina-Kanal dran, voraussichtlich in diesem Jahr
auch noch die Tsugura-Straße in Japan. Dann fehlt ihm nur noch
der Kaiwi-Kanal in Hawai - aber davor hat er großen Respekt. Das
Wasser ist rund 30 Grad warm, zu kälteren Jahreszeiten schwimmen
aber auch keine Alternative. Denn dann ist dort der sogenannte
Cooki Cutter Shark unterwegs. Was lieblich klingt, ist sehr
gefährlich: Der Hai heißt nämlich deshalb so, weil er beim
Angriff mit Hilfe seines Gebisses ganze Stücke aus dem Fleisch
des anderen reißt.

Am Ende wird Josef aber auch das nicht abhalten. Seine eigenen
Grenzen immer wieder zu verschieben - das findet er einfach
großartig. Die größte Hürde ist für ihn eher das Geld, denn all
diese Unternehmungen kosten Tausende von Euro. Warum er auf
Spenden angewiesen ist und warum seine Lebensgefährtin für ihn
bei all seinen Unternehmungen die größte Stütze ist - auch davon
erzählt er in dieser Folge.
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„Folge 163: Als Eiswürfel geboren“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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