Depotladen für E-Lkw: Was es kostet und wo es hakt

Depotladen für E-Lkw: Was es kostet und wo es hakt

vor 3 Tagen
Im Gespräch mit Dr. Carl Phillip Tüllmann-de Lima, Head of Commercial Vehicle and Fleet Charging bei GP Joule Connect
41 Minuten
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Aktuelle Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und mehr

Beschreibung

vor 3 Tagen
In dieser Folge spreche ich mit Dr. Carl Phillip Tüllmann-de Lima,
bei GP Joule Connect verantwortlich für den Bereich Commercial
Vehicle and Fleet Charging. Charly, wie er in der Branche bekannt
ist, gibt einen ehrlichen Einblick in den aktuellen Stand der
Ladeinfrastruktur für E-Lkw in Deutschland – mit allen
Fortschritten und den Stellen, an denen es noch klemmt. Wir starten
mit der Frage, wie sich die Stimmung in der Speditionswelt
verändert hat. Noch vor einem Jahr war Elektromobilität im
Schwerlastverkehr für viele ein Reizthema. Heute öffnen sich Türen,
die Mautbefreiung zeigt Wirkung und immer mehr Unternehmen rechnen
ernsthaft durch, ob der Umstieg für sie funktioniert. Charly
beschreibt, wie GP Joule Connect dabei vorgeht: vom Netzantrag über
das Ladekonzept bis zur Frage, wie viele Ladepunkte ein Depot
tatsächlich braucht. Dabei wird schnell klar, dass nicht jedes
Projekt aufgeht. Charly benennt offen die drei größten
Kostentreiber: Netzanschlüsse mit teils sprunghaft steigenden
Baukostenzuschüssen, Tiefbauarbeiten bei Neuversiegelung und die
nach wie vor hohen Lkw-Preise. In einem konkreten Beispiel aus
Nordhessen verdoppelten sich die Netzanschlusskosten innerhalb
weniger Monate. Besonders spannend wird es beim Thema Betrieb und
Service. GP Joule Connect hat die eigene Servicemannschaft
verdoppelt und setzt auf Redundanz in der Ladeinfrastruktur – vom
zusätzlichen Ladepunkt bis zum KI-basierten Monitoring. Charly sagt
klar: Wenn die Ladesäule nicht funktioniert, verliert die Branche
das Vertrauen der Spediteur:innen. Darüber hinaus sprechen wir über
einen Aspekt, der oft unterschätzt wird: Die Elektrifizierung
verändert nicht nur den Antrieb, sondern ganze Betriebsabläufe.
Disposition, Fahrer:innen und Facility Management müssen
eingebunden werden. Einige Unternehmen stellen bereits
Energiemanager:innen ein, die Ladezeiten und Stromkosten
optimieren. Am Ende zieht Charly eine Art Zwischenbilanz. GP Joule
führt eine interne Ampel für die wichtigsten Rahmenbedingungen –
von der Serienverfügbarkeit der Trucks bis zu den Strompreisen.
Fast alles steht auf Grün. Was fehlt: mehr öffentliche
Lkw-Ladepunkte auf der Langstrecke und schnellere Rückmeldungen der
Netzbetreiber. Ein Gespräch, das zeigt, wie pragmatisch die Branche
an dem Thema arbeitet – und wo es politisch noch Nachholbedarf
gibt.
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