Ch. 3 | Die Notlandung in der Wüste (Fortsetzung)

Ch. 3 | Die Notlandung in der Wüste (Fortsetzung)

vor 3 Tagen
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Beschreibung

vor 3 Tagen

Hallo und Willkommen zur Episode. In der Beschreibung der Episode
ist ein gratis Transkript.


Heute sprechen wir über das dritte Kapitel von „Der kleine Prinz


„Aber das Bild ist bestimmt nicht so
bezaubernd (bezaubernd: enchanting/charming /
迷人的) wie das Modell. Ich kann nichts dafür. Ich war
im Alter von sechs Jahren von den großen Leuten aus meiner
Malerlaufbahn geworfen worden und hatte nichts zu zeichnen
gelernt als geschlossene und offene Riesenschlangen.


Ich schaute mir die Erscheinung (die Erscheinung:
the apparition/appearance / 幻影/出现的人) also mit
großen, staunenden Augen an. Vergeßt nicht, daß ich mich tausend
Meilen abseits jeder bewohnten Gegend befand. Auch schien mir
mein kleines Männchen nicht verirrt (verirrt sein:
to be lost / 迷路的), auch nicht halbtot vor Müdigkeit,
Hunger, Durst oder Angst. Es machte durchaus nicht den Eindruck
eines mitten in der Wüste verlorenen Kindes, tausend Meilen von
jeder bewohnten Gegend. Als ich endlich sprechen konnte, sagte
ich zu ihm:


»Aber... was machst denn du da?« Da wiederholte es ganz sanft,
wie eine sehr ernsthafte Sache: »Bitte... zeichne mir ein
Schaf...«


Wenn das Geheimnis
zu eindrucksvoll ist,(eindrucksvoll:
impressive/overwhelming / 震撼的/印象深刻的) wagt man nicht
zu widerstehen (widerstehen: to resist /
抵御/拒绝). wagt man nicht zu +
Infinitiv 结构,表示“不敢去做某事”


So absurd (absurd: absurd/ridiculous /
荒诞的) es mir erschien - tausend Meilen von jeder
menschlichen Behausung und in Todesgefahr -, ich zog aus meiner
Tasche ein Blatt Papier und eine Füllfeder. Dann aber erinnerte
ich mich, daß ich vor allem Geographie, Geschichte, Rechnen und
Grammatik studiert hatte, und mißmutig (mißmutig:
grumpy/sullen / 不高兴地/郁闷地) sagte ich zu dem
Männchen, daß ich nicht zeichnen könne. Es antwortete: »Das macht
nichts. Zeichne mir ein Schaf.«


Da ich nie ein Schaf gezeichnet hatte, machte ich ihm eine von
den einzigen zwei Zeichnungen, die ich zuwege brachte. Die von
der geschlossenen Riesenschlange. Und ich war
höchst verblüfft (verblüfft: amazed/astonished /
惊讶的), als ich das Männchen sagen hörte: »Nein, nein! Ich
will keinen Elefanten in einer Riesenschlange. Eine
Riesenschlange ist sehr gefährlich und ein Elefant braucht viel
Platz. Bei mir zu Hause ist wenig Platz. Ich brauche ein Schaf.
Zeichne mir ein Schaf.«


Also habe ich gezeichnet. »Nein! Das ist schon
sehr krank (krank: sick/ill / 生病的). Mach
ein anderes.« Ich zeichnete. Mein Freund lächelte artig und
mit Nachsicht (die Nachsicht: forbearance/indulgence
/ 宽容/包容): »Du siehst wohl... das ist kein Schaf, das ist
ein Widder (Widder: ram / 公羊). Es hat Hörner...«


Ich machte also meine Zeichnung noch einmal. Aber sie wurde
ebenso abgelehnt (ablehnen: to reject/refuse /
拒绝/否决) wie die vorigen: »Das ist schon zu alt. Ich
will ein Schaf, das lange lebt.«


Mir ging die Geduld aus, es war höchste Zeit, meinen Motor
auszubauen, so kritzelte ich diese Zeichnung da zusammen
und knurrte (knurren: to growl/grumble /
嘟囔/发牢骚) dazu: »Das ist die Kiste. Das Schaf, das du
willst, steckt da drin.« Und ich war höchst überrascht, als ich
das Gesicht meines jungen Kritikers aufleuchten
(aufleuchten: to light up / 亮起来) sah: »Das ist ganz
so, wie ich es mir gewünscht habe. Meinst du, daß dieses Schaf
viel Gras braucht?« [...] So machte ich die Bekanntschaft des
kleinen Prinzen.“


„So endet der zweite Teil von Kapitel 3. Kurz zusammengefasst:
Der Pilot versucht widerwillig, dem kleinen Prinzen ein Schaf zu
zeichnen, scheitert aber mehrfach an dessen hohen Erwartungen.
Erst als er frustriert eine einfache Kiste zeichnet, ist der
Prinz glücklich, denn in der Kiste kann er sich sein perfektes
Schaf vorstellen. Mir hat besonders gefallen, wie der Autor
zeigt, dass man mit der Fantasie die Realität überwinden kann.
Morgen lese ich den nächsten Abschnitt von Kapitel 4. Vielen Dank
fürs Zuhören! Bis morgen!“
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